SPÖ und ÖVP im Schlagabtausch um ÖBB:
Für Pröll ist Bahn "SPÖ-Vorfeldorganisation"
- Bundesgeschäftsführer weist Anschuldigungen zurück
- Verkehrsministerin Bures verteidigt Bahn-Chef Kern

·Partei-Zank in
der Remise der ÖBB
ÖVP-Aufsichtsräte legen ihre Mandate zurück
·Pensionsantritt bei ÖBB immer früher?
Durchschnittsalter laut
Lopatka bei 51 Jahren
·Bahntunnel-Projekte
"tickende Zeitbombe"
ÖVP warnt vor Kollaps der ÖBB-Verkehrspolitik
An dem Schlagabtausch zwischen SPÖ und ÖVP um die ÖBB beteiligt sich nun auch Finanzminister Pröll. "Die SPÖ sieht das Unternehmen als Vorfeldorganisation und die Führung glaubt weiter machen zu können wie bisher" so der Finanzminister. Daher solle die SPÖ auch alleine die Verantwortung für das Unternehmen übernehmen, meinte er zum Rückzug der ÖVP-Vertreter aus dem ÖBB-Aufsichtsrat.
Die Gewerkschaft "feiert fröhliche Urstände", lautet ein weiterer Vorwurf Prölls in Richtung der Sozialdemokraten. Laut "Standard" geht es "im Hintergrund" der ÖVP darum, den Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Markus Beyrer, zum Aufsichtsratschef bei der Asfinag zu machen. Das lehne die SPÖ aber ab. Für die SPÖ stehe "der politische Einfluss im Vordergrund", so der Vizekanzler.
Es "kann nicht sein, dass alle sparen müssen, nur die ÖBB nicht. Dort gibt es Privilegien, die zu beseitigen sind", zeigte sich Pröll empört. Die SPÖ wolle offenbar die Bundesbahnen von der Notwendigkeit des Sparens ausnehmen.
SPÖ weist Aussagen zurück
SPÖ Bundesgeschäftsführer Kräuter wies den Angriff von Pröll zurück. "Wenn Josef Pröll die ÖBB als Vorfeldorganisation der SPÖ bezeichnet, möchte ich ihn daran erinnern, dass die Zerschlagung des Unternehmens, Misswirtschaft und verantwortungslose Spekulationen unter Schwarz-Blau und ÖVP-Mann Martin Huber stattgefunden haben", sagte Kräuter in einer Aussendung. Bures habe nun "die mühsame Sanierung der Folgen der schwarz-blauen ÖBB-Skandale übernommen".
SPÖ-Verkehrsministerin Bures wiederum verteidigt laut "Standard" den neuen ÖBB-Chef Christian Kern, der sich bemühe, die ÖBB "effizienter und wettbewerbsfähiger" zu machen. "Dabei wäre die Unterstützung der gesamten Regierung von Vorteil. Leider erschöpft sich der Beitrag der ÖVP in Polemik, Halb- und Falschinformation", so Bures zu der Zeitung.
(apa/red)
