Samstag, 29. Mai 2010

SPÖ und ÖVP im Schlagabtausch um ÖBB:
Für Pröll ist Bahn "SPÖ-Vorfeldorganisation"

  • Bundesgeschäftsführer weist Anschuldigungen zurück
  • Verkehrsministerin Bures verteidigt Bahn-Chef Kern

An dem Schlagabtausch zwischen SPÖ und ÖVP um die ÖBB beteiligt sich nun auch Finanzminister Pröll. "Die SPÖ sieht das Unternehmen als Vorfeldorganisation und die Führung glaubt weiter machen zu können wie bisher" so der Finanzminister. Daher solle die SPÖ auch alleine die Verantwortung für das Unternehmen übernehmen, meinte er zum Rückzug der ÖVP-Vertreter aus dem ÖBB-Aufsichtsrat.

Die Gewerkschaft "feiert fröhliche Urstände", lautet ein weiterer Vorwurf Prölls in Richtung der Sozialdemokraten. Laut "Standard" geht es "im Hintergrund" der ÖVP darum, den Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Markus Beyrer, zum Aufsichtsratschef bei der Asfinag zu machen. Das lehne die SPÖ aber ab. Für die SPÖ stehe "der politische Einfluss im Vordergrund", so der Vizekanzler.

Es "kann nicht sein, dass alle sparen müssen, nur die ÖBB nicht. Dort gibt es Privilegien, die zu beseitigen sind", zeigte sich Pröll empört. Die SPÖ wolle offenbar die Bundesbahnen von der Notwendigkeit des Sparens ausnehmen.

SPÖ weist Aussagen zurück
SPÖ Bundesgeschäftsführer Kräuter wies den Angriff von Pröll zurück. "Wenn Josef Pröll die ÖBB als Vorfeldorganisation der SPÖ bezeichnet, möchte ich ihn daran erinnern, dass die Zerschlagung des Unternehmens, Misswirtschaft und verantwortungslose Spekulationen unter Schwarz-Blau und ÖVP-Mann Martin Huber stattgefunden haben", sagte Kräuter in einer Aussendung. Bures habe nun "die mühsame Sanierung der Folgen der schwarz-blauen ÖBB-Skandale übernommen".

SPÖ-Verkehrsministerin Bures wiederum verteidigt laut "Standard" den neuen ÖBB-Chef Christian Kern, der sich bemühe, die ÖBB "effizienter und wettbewerbsfähiger" zu machen. "Dabei wäre die Unterstützung der gesamten Regierung von Vorteil. Leider erschöpft sich der Beitrag der ÖVP in Polemik, Halb- und Falschinformation", so Bures zu der Zeitung.

(apa/red)

29.5.2010 11:35
powerboot123, 30. 05. '10 18:21
Kurzsichtigkeit
Wem beim besten Willen bis Dato noch nicht aufgefallen ist, daß sich bei der Zerschlagung der ÖBB es sich nur um ein Politikum gehandelt hat, sollte einmal zum Augenarzt gehen!
Wie kann es sein das 20 Firmen mit allem drum und dran billiger sind als eine? Mehr Vorstände weniger sind? Alle Jahre ein Manager mit Abfertigung entlassen wird und für den Sauhaufen den er hinterlässt nicht zur Verantwortung gezogen werden kann? Kein kleiner ÖBB-Bediensteter kann sich seiner Verantwortung entziehen. Doch die Spitze unseres Staates, ob ROT, SCHWARZ o. BLAU darf alles.
Auch die Anhebung des Pensionsantrittsalters hat nur den Sinn das wir weniger Pension bekommen. Keiner will uns bis 70 arbeiten lassen.
Denk einmal darüber nach, egal welcher Partei Ihr euch zugeordnet fühlt und wo ihr arbeitet.
kirkfrank1, 29. 05. '10 20:30
ÖBB
Wozu bitte muss so ein schwarzer Vollkoffer Aufsichtsratvorsitzender der Asfinag werden ? Da gäbe es sicher fähigere Leute aber die haben halt leider keine Konnektions zu Rot Schwarz. Die jetzige Organisationsstruktur und die vielen sinnlosen Manager stammt übrigens aus der Zeit des Wendehalses und Kanzler Wolfgang genannt die Schüssel.
politikvedrossener, 29. 05. '10 15:33
Verschwendung von Steuergeld
Die Lösung ist ganz einfach! Keinen Euro mehr in die staatsnahen Betriebe stecken. Jeder Euro der in die ÖBB fließt ist ein Euro zu viel.
Wilfried1931, 29. 05. '10 15:14
Die SPÖ geführte ÖBB
Jeder kann beurteilen wie schlecht die ÖBB unter der SPÖ geführt wird. Jeder vierte Zug kommt zu spät, aber nicht 5 min sondern eine Stunde. Die ÖBB macht viele Milliarden Verlust und belastet die Volkswirtschaft und verursacht nicht mehr bezahlbare Staatsschulden. Während die SBB und DB Gewinne macht, weil dort Sozialisten nichts zu reden haben. Der Sozialismus wird Österreich in wenigen Jahren völlig zerstören. Aber nicht weil Menschen in sozialen Härten geholfen wird, sondern weil die SPÖ ihr Klientel in der ÖBB und Verstaatlichten Industrie mit Privilegen füttert und sich so immer einen kleinen Wählervorsprung und Macht sichert. Alles auf Kosten der Jugend und anderen die zwar Steuern und Sozialversicherung zahlen, aber nichts mehr zurück bekommen werden
Marc99, 29. 05. '10 12:10
Die Politik gehört runter vom Arbeitsplatz
Pröll hat Recht mit der SPÖ-Vorfeldorganisation. Und genauso gibt es auch genügend ÖVP-Vorfeldorganisationen am Arbeitsplatz, zum Beispiel die Lehrer. Und überall dort wo es politische Rückendeckung gibt braucht man keine Leistungen. Ich weiß wovon ich spreche, auch ich arbeite in einem ehemals staatsnahen Unternehmen. Im gleichen Ausmaß in dem der Einfluß von Politik, Gewerkschaft und Betriebsräten reduziert wurde ist die Produktivität gestiegen.
sidestep, 29. 05. '10 13:19
Re: Die Politik gehört runter vom Arbeitsplatz
Ist doch völlig egal ob Vorfeldorganisation oder nicht. In den ÖBB herrscht ein Privilegienparadis, wie es keines in ganz Österreich gibt. Dazu haben beide - SPÖ in erster Linie u n d ÖVP - beigetragen. Weder die Klagen von Pröll noch das Verteidigen der Privilegien durch den Kanzler haben ihre Berechtigung. Die ÖBBler haben endlich wie andere ASVgler mit 62 in Pension zu gehen und nicht mit 48. Das mit den wohl erworbenen Rechten ist Steinzeit. Man muss sich den Zeiten anpassen Aus und Ende!