Lohnerhöhung nach Selbstmordserie: iPhone-Hersteller Foxconn erhöht Gehalt
- Foxconn-Mitarbeiter bekommen 143 Euro monatlich
- Zehn Mitarbeiter-Selbstmorde seit Anfang des Jahres

Nach einer Selbstmordserie unter seinen Fabrikarbeitern in Südchina erhöht der iPhone-Hersteller Foxconn die Löhne stärker als bisher geplant. Die Fließbandarbeiter in dem Werk in Shenzhen würden mit sofortiger Wirkung 30 Prozent mehr Geld erhalten, teilte der taiwanesische Mutterkonzern Foxconns, Hon Hai Precision Industry, mit.
Bisher war ein Aufschlag von mehr als 20 Prozent im Gespräch gewesen. Das Unternehmen hoffe, damit den Respekt der Arbeiter zu gewinnen und die Effizienz zu steigern. Außerdem spiegle der Schritt die gestiegenen Lebenshaltungskosten wider.
Bei Foxconn hat es seit Jahresbeginn zehn Selbstmorde gegeben. Die Ereignisse haben ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen vor Ort geworfen. Große Konzerne wie Apple, Hewlett Packard oder Dell lassen bei Foxconn zu geringen Kosten produzieren. Apples hochpreisige Geräte wie das iPhone oder das iPad werden auch dort hergestellt.
Die Gründe für die Selbstmorde sind Experten zufolge nicht allein in den geringen Löhnen zu finden. Auch die Lebensumstände und die weitgehende soziale Isolation der Wanderarbeiter, die auf dem Fabrikgelände fernab der Heimat leben und in Schichten rund um die Uhr arbeiten, spielen eine Rolle. Experten schätzen den Durchschnittslohn für Arbeiter in Shenzhen auf derzeit rund 120 Euro im Monat. "In Shenzhen, wo die Foxconn-Fabrik steht, ist ein Grundlohn von 240 Euro im Monat absolut notwendig. Das ist doppelt so viel wie im Moment", sagte Geoffrey Crothall vom China Labour Bulletin in einem Interview mit dem Finanzfernsehsender Reuters Insider.
(apa/red)
