Mittwoch, 2. Juni 2010

Lohnerhöhung nach Selbstmordserie: iPhone-Hersteller Foxconn erhöht Gehalt

  • Foxconn-Mitarbeiter bekommen 143 Euro monatlich
  • Zehn Mitarbeiter-Selbstmorde seit Anfang des Jahres

Nach einer Selbstmordserie unter seinen Fabrikarbeitern in Südchina erhöht der iPhone-Hersteller Foxconn die Löhne stärker als bisher geplant. Die Fließbandarbeiter in dem Werk in Shenzhen würden mit sofortiger Wirkung 30 Prozent mehr Geld erhalten, teilte der taiwanesische Mutterkonzern Foxconns, Hon Hai Precision Industry, mit.

Bisher war ein Aufschlag von mehr als 20 Prozent im Gespräch gewesen. Das Unternehmen hoffe, damit den Respekt der Arbeiter zu gewinnen und die Effizienz zu steigern. Außerdem spiegle der Schritt die gestiegenen Lebenshaltungskosten wider.

Bei Foxconn hat es seit Jahresbeginn zehn Selbstmorde gegeben. Die Ereignisse haben ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen vor Ort geworfen. Große Konzerne wie Apple, Hewlett Packard oder Dell lassen bei Foxconn zu geringen Kosten produzieren. Apples hochpreisige Geräte wie das iPhone oder das iPad werden auch dort hergestellt.

Die Gründe für die Selbstmorde sind Experten zufolge nicht allein in den geringen Löhnen zu finden. Auch die Lebensumstände und die weitgehende soziale Isolation der Wanderarbeiter, die auf dem Fabrikgelände fernab der Heimat leben und in Schichten rund um die Uhr arbeiten, spielen eine Rolle. Experten schätzen den Durchschnittslohn für Arbeiter in Shenzhen auf derzeit rund 120 Euro im Monat. "In Shenzhen, wo die Foxconn-Fabrik steht, ist ein Grundlohn von 240 Euro im Monat absolut notwendig. Das ist doppelt so viel wie im Moment", sagte Geoffrey Crothall vom China Labour Bulletin in einem Interview mit dem Finanzfernsehsender Reuters Insider.

(apa/red)

2.6.2010 11:36
ejotka, 02. 06. '10 12:10
wann wachen wir auf???
Wie lange glauben Firmen, Konzerne und Manager noch dass sie mit Geld alles erreichen können. Wann wachen wir endlich auf und jagen alle diese Typen zum Teufel und besinnen uns auf Werte, die Arbeit und (Zusammen-)Leben menschlich gestalten lassen? Wollen wir den bösen Vorahnungen für 2012 auf diese Art und Weise gerecht werden? Ich weiß dass dieses Posting kaum hilft, aber es ist vielleicht ein Anregung und ein Ventil von jemandem der langsam den Glauben an Vieles, was uns angeblich heute ausmacht, zu verlieren beginnt. Ich wünschte, es wären mehr, die endlich beginnen würden "anders" zu denken. Falls es Gleichgesinnte mit echten Absichten gibt, "etwas" verändern zu wollen, freut sich der Autor dieser Zeilen auf Kommentare unter ejk@networld.at - auf ein besseres Leben!
politikvedrossener, 02. 06. '10 21:52
Re: wann wachen wir auf???
Danke für Ihren Eintrag - dem ist nichts hinzuzufügen! Auch ich besitze die gleiche Einstellung.
obersklave, 27. 05. '10 16:48
arbeitsbedienungen
diese arbeitsbedienungen gibt es auch bei uns in österreich. in einer großen firma dürfen wir auch nicht mit unseren arbeitskollegen reden! es muß unter der arbeitszeit absolute stille sein, tja wenn nicht dann wird man gekündigt! zudem dürfen wir nur zu bestimmten zeiten das wc benützen! auch darf mann wärend der arbszeit nichts trinken, sondern nur in den pausen! diese arbeitsbedienungen, auch in österreich ist die moderne sklaverei! und es wird immer schlimmer! zudem muß man teilweise auch schon um ein butterbrot den ganzen tag arbeiten! es gibt auch bei uns genügen selbstmorde wegen den arbeitsplatz bzw. deren bedienungen! scheiss politik
brabus, 27. 05. '10 15:09
Selbstmorde
Warum wohl lassen Firmen wie Apple unter diesen Bedingungen fertigen ? Damit ihre shareholder und die Börsenzocker mehr Gewinn einstreifen. Geld ist schliesslich mehr Wert als ein Menschenleben wie es scheint.
keinauto, 27. 05. '10 13:12
Selbstmorde...
Na bravo; weit hat es der Kapitalismus gebracht!
Pfui Teufel!!!