Freitag, 28. Mai 2010

Medwedew lobt gute Beziehung zu Österreich: Gazprom-Vize zu Besuch in Wien

  • Verdoppelung der Gasspeicher in Haidach geplant
  • Im Vorjahr 5,4 Millarden Kubikmeter Gas geliefert

"Die Beziehungen Gazproms mit Österreich sind aus meiner Sicht ein großer Erfolg", erklärte der Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew bei seinem Besuch in Wien. Derzeit verfolgt der Gasriese zwei große Projekte in Österreich: Zum einen soll die Kapazität der Gazprom-Speicher im oberösterreichischen Haidach bis 2011 von derzeit 1,2 Milliarden Kubikmeter Gas verdoppelt werden.

Zum anderen will man das Gaspipeline-Projekt South Stream vorantreiben, an dem sich auch Österreich beteiligt und heuer am 24. April einen Staatsvertrag mit Russland geschlossen hat, erklärte Medwedew im Rahmen des "Energie Dialogs" der E-Control. Medwedew unterstrich, dass Österreich seit 1968 russisches Gas bezieht. Bisher kamen insgesamt 168 Mrd. Kubikmeter Gas aus Russland in die Alpenrepublik, im Vorjahr hatte Gazprom 5,4 Mrd. Kubikmeter Gas nach Österreich geliefert. South Stream mit einer geplanten jährlichen Gesamtkapazität von 63 Mrd. Kubikmetern Gas soll mindestens 10 Mrd. m3 Gas zum Gas-Hub Baumgarten bringen, so Medwedew.

Nachfrage wird sich erholen
Nach Einschätzungen von internationalen Experten werde sich die internationale Gasnachfrage 2011/12 nach der Transportkrise durch die Ukraine Anfang 2009 wieder auf das Vorkrisen-Niveau erholen, so Medwedew. Aufgrund der russisch-ukrainischen Gaskrise im Anfang 2009 verzeichnete Gazprom einen Exportrückgang um 80 Mrd. Kubikmeter Gas im Vergleich zu 2008. Genaue Zahlen sollen am 25. Juni bei der Gazprom-Hauptversammlung präsentiert werden.

Gazprom bereit zu investieren
Gazprom habe die Lehren aus der Krise gezogen, indem die beiden Pipeline-Projekte Nord Stream (Ostseepipeline) und South Stream vorangetrieben werden. Außerdem wolle man die Gasspeicher nicht nur in Österreich, sondern auch in Serbien, den Niederlanden und Deutschland erweitern, um so flexibler reagieren zu können. Außerdem versuche man einen "modus operandi" mit Naftogaz zu vereinbaren, der auf Marktpreisen und -prinzipien aufbaut. Gazprom sei auch bereit, in das marode ukrainischen Gasleitungssystem zu investieren, betonte Medwedew.

(apa/red)

28.5.2010 16:43