Ghana: Kein Chelsea-Star? Dann erst recht!
Trainer hofft ohne Essien auf Trotzreaktion
- Rajevac: "Andere Spieler werden ihr Bestes geben"
- Vater von Essien aus Enttäuschung im Hungerstreik

·Verletztenliste der Engländer wird länger
Gerrard vor letztem Test in Graz angeschlagen
·Südafrika 2010: Zu Gast bei den Zusehern
So trainieren die WM- Teilnehmer in Österreich
·Rooney & Co. holen sich WM-Feinschliff
Video: Englands Team im steirischen Trainingscamp
Das WM-Aus von Ghanas Leistungsträger Michael Essien hat die Pläne von Nationaltrainer Milovan Rajevac über den Haufen geworfen. "Er ist ein wichtiger Spieler auf dem Platz und außerhalb des Platzes", sagte der "wirklich enttäuschte" Rajevac auf der Homepage des ghanaischen Fußball-Verbandes.
Zugleich appellierte der Serbe an seine verbliebenen Profis um Kapitän Stephen Appiah, sich von Essiens Ausfall nicht entmutigen zu lassen: "Ich hoffe, dass uns die vergangenen Erfahrungen mit Verletzungen - so unglücklich sie auch sind - helfen werden, zusammenzuhalten und füreinander zu kämpfen", sagte Rajevac und fügte vor den Gruppenpartien gegen Serbien (13. Juni), Australien (19. Juni) und Deutschland (23. Juni) hinzu: "Ich glaube, dass die anderen Spieler ihr Bestes geben werden."
Am Donnerstagabend hatte der Verband mitgeteilt, dass Essien wegen einer hartnäckigen Knieverletzung, die er sich im Jänner beim Afrika Cup zugezogen hatte, nicht an der WM-Endrunde in Südafrika teilnehmen könne. Nach Erhalt der Hiobsbotschaft besuchte der Mittelfeldspieler vom englischen Meister Chelsea seine Nationalelf-Kollegen im Trainingsquartier in Paris. Der 27-Jährige, den das gleiche Schicksal ereilt hat wie seinen Chelsea-Mitspieler und DFB-Teamkapitän Michael Ballack, sei dabei den Tränen nahe gewesen, berichtete Team-Sprecher Randy Abbey: "Es war ein emotionaler Moment für ihn."
Hungerstreik von Essiens Vater
Nach dem Kurz-Abstecher in die französische Hauptstadt flog Essien zurück nach London, wo er seine Rehabilitation fortsetzen wird. Erst Ende Juli soll er wieder vollständig fit sein. In Essiens Heimat, wo tausende Menschen vor der Schockdiagnose für seine Genesung gebetet hatten, wurde die Nachricht vom Ausfall des ghanaischen Antreibers mit Bestürzung aufgenommen. "Es schmerzt mich sehr", wurde Essiens Vater James in lokalen Medien zitiert. Er habe nichts mehr gegessen, seit er vom WM-Aus seines Sohnes gehört habe.
Allerdings bezweifeln einige ghanaische Fans die Aufrichtigkeit der Worte des 77-Jährigen. Nach eigenen Angaben hat James Essien seinen Sohn seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gesehen, alle Kontaktversuche seien vergeblich gewesen. Einige Anhänger der "Black Stars" mutmaßen nun, dass James Essien aus Rache schlechtes Karma über den Chelsea-Star gebracht habe. Der Glaube an Hexerei ist in dem westafrikanischen Land noch immer weitverbereitet. (apa/red)
