Jemand macht sich hier schön unbeliebt:
Italiens Teamkapitän kritisiert eigenes Land
- Cannavaro zu Serie A: "Haben eine Grenze erreicht"
- Verteidiger zieht es nach der WM wieder ins Ausland

Da macht sich aber jemand schön unbeliebt: Italiens Teamkapitän Fabio Cannavaro kritisiert den Fußball im eigenen Land. "Wir sind hier an einer Grenze angekommen", meint der Verteidiger und spielt dabei auf die schlechten Verhältnisse in der Serie A an. Passend dazu möchte der Weltmeister von 2006 nach der WM wieder ins Ausland wechseln.
"Wir sind hier an einer Grenze angekommen", urteilt Cannavaro gegenüber der "Gazzetta dello Sport" im WM-Trainingslager in Sestriere. Italiens Stadien hätten Mängel, die Spielfelder seien schlecht, im Winter fielen die Partien wegen Schnees aus und im Sommer würden die Teams um drei Uhr in der Nachmittagshitze auf das Feld geschickt. Auch das Verhalten der Tifosi kritisierte Cannavaro: "Unser letztes Liga-Spiel musste sogar unterbrochen werden, weil die Fans alles Mögliche auf den Rasen geworfen haben."
Unter anderem deshalb zieht es Cannavaro nach der Weltmeisterschaft erneut weg aus Italien. "Ich würde gerne wieder ins Ausland gehen, wo der Fußball mehr als Fest zelebriert wird", so der Spielführer. Als einziger Akteur aus der Mannschaft des Weltmeisters steht Cannavaro für die kommende Saison noch ohne Verein da.
Der Vertrag des 36-Jährigen mit Juventus Turin ist mit Saisonende abgelaufen - und der italienische Rekordmeister will den Routinier offenbar nicht behalten: "Juves Option ist verfallen", berichtete Cannavaro. Nach einem dreijährigen Gastspiel bei Real Madrid war er im Sommer vergangenen Jahres nach Turin zurückgekehrt.
(apa/red)
