Montag, 31. Mai 2010

Melzer in Paris im Viertelfinale: Meilenstein
in der österreichischen Tennis-Geschichte

  • Toller Viersatz-Erfolg gegen Russen Gabaschwili
  • Gegen Superstar Djokovic nun um Halbfinal-Einzug

Jürgen Melzer hat sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale erreicht. Als erster Österreicher seit Thomas Muster 1998 steht er bei den French Open unter den letzten Acht. Der mit 29 Jahren älteste, noch im Bewerb verbliebene Teilnehmer bezwang den gefährlichen russischen Qualifikanten Teimuras Gabaschwili in 2:54 Stunden mit 7:6(6),4:6,6:1,6:4. Am Mittwoch trifft Melzer auf den als Nummer drei gesetzten Serben Novak Djokovic.

Nach dem verwerteten Matchball reckte Melzer beide Arme in die Höhe und ließ sich mit einem breiten Lachen vom Publikum auf dem Court Suzanne Lenglen, dem zweitgrößten in Roland Garros, feiern. Das große Ziel, heuer die Top 20 zu erreichen, ist damit zum Greifen nahe.

"Es ist einfach unglaublich"
Viertelfinale Paris oder Runde der letzten acht - "Das klingt sehr schön. Es ist einfach unglaublich, dass ich jetzt hier sitzen kann und jetzt so weit bin in einem Grand Slam. Alle haben immer geredet, wird er irgendwann eine zweite Woche erreichen. Und ich habe im Viertelfinale auch meine Chancen", freute sich Melzer nach der internationalen Pressekonferenz. Natürlich musste er schon eine ganze Menge Fragen auch in Englisch beantworten und zeigte auch kurz seine Französisch-Kenntnisse.

Melzer hat sich damit nicht nur einen Preisgeld-Scheck von 140.000 Euro gesichert, sondern mit den bereits 360 gewonnenen Punkten auch eine deutliche Verbesserung in der ATP-Weltrangliste. Die Top 20 sind in Griffweite, vielleicht sogar schon realisiert. Er ist der insgesamt vierte Österreicher bei den Herren nach Peter Feigl, Thomas Muster und Stefan Koubek, der die Runde der letzten acht bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht hat. Zuletzt war dies Koubek vor acht Jahren bei den Australian Open gelungen. Ein Halbfinale hat bisher nur Thomas Muster (vier Mal) erreicht.

Nach dem tollen Auftritt gegen David Ferrer war der Druck gegen den nur auf Platz 114 liegenden Gabaschwili freilich weit größer. "Ich habe auch schlechter geschlafen als vor dem Ferrer-Match. Natürlich, wenn man da drinnen ist und ein Achtelfinale hat gegen Gabaschwili, dann will man das nicht verlieren. Egal, wie gut der gespielt hat", gestand Melzer, der aber am Beginn einige Schwierigkeiten mit dem "shot-maker" hatte.

Nun gegen Djokovic
Gegen Djokovic hat Melzer bisher zwei Mal gespielt, beide Duelle hat er 2006 im Finale von Metz auf Hartplatz und 2009 im Viertelfinale in Halle auf Rasen verloren. Es ist also das erste Aufeinandertreffen auf Sand.

Melzer kann befreit in das Match hineingehen. "Die Ausgangssituation ist ähnlich wie gegen Ferrer, ich habe gar nichts zu verlieren, ich kann nur gewinnen. Ich glaube schon, dass ich ihn ärgern kann. Ich habe auch Ferrer ganz gut im Griff gehabt und mit dem Selbstvertrauen, das ich im Moment habe, gehe ich da auch rein und denke mir okay, ich hab meine Chance, wenn's gut geht, geht's gut."

(apa/red)

31.5.2010 16:20
pflega, 01. 06. '10 07:16
Super Jürgen Melzer
Ein guter Tag für Melzer, und ein guter Tag für den österr. Tennissport. Hoffentlich klappt es am Mittwoch auch.
Möglich ist alles.
sidestep, 01. 06. '10 07:14
Lieber Jürgen!
Willst du ehrlich meine Meinung wissen? Das habe ich Dir nicht zugetraut! Der Gabaschvili war ein Superspieler. Daher meine herzliche Gratulation zu Deiner Superleistung. Wenn du auf diesem Level weiterspielst dann ist wahrlich vieles möglich!