McLaren profitiert vom "Dosenschießen":
Türkei-Doppelsieg nach Egotrip von Vettel
- Deutscher versaut Teamsieg durch Überholmanöver
- Webber trotz Kollision und Platz drei WM-Führender

McLaren hat im Formel-1-Grand-Prix der Türkei von einer Red-Bull-Kollision profitiert und einen Doppelerfolg gefeiert: Lewis Hamilton triumphierte im Istanbul Park vor seinem englischen Landsmann Jenson Button. Der Australier Mark Webber, der 40 Runden lang geführt hatte, landete nach einer Kollision mit seinem deutschen Red-Bull-Teamkollegen Sebastian Vettel nur auf Rang drei.
Das Manöver am Ende der 40. Runde sorgte für viel Gesprächsstoff, nicht nur bei Red Bull: Vettel, der Hamilton im Nacken sitzen hatte, griff auf der schmutzigen Innenseite seinen Teamkollegen Webber an, hatte die Nase vorne, zog aber dann beim Bremsmanöver vor der Kurve nach rechts und krachte in den Boliden von Webber. Während der Australier das Rennen fortsetzen konnte, musste der Deutsche sein Auto mit kaputtem Hinterreifen abstellen. Beim Abgang von der Strecke zeigte er seinem Teamkollegen noch den Vogel.
Webber musste zur Box, da sein Frontflügel durch die Kollision beschädigt worden war, und fiel damit eine halbe Minute hinter das McLaren-Spitzenduo zurück, womit die Chance auf den Hattrick nach seinen Triumphen in Spanien und Monaco, wo er ebenfalls aus der Pole Position gestartet war, dahin war. Die McLarens sorgten Ende der 48. Runde ebenfalls für einen spektakulären Zweikampf, denn Button griff Hamilton an und sorgte fünf Kurven lang für ein packendes Rad-an-Rad-Duell mit seinem Teamkollegen.
Hamilton: "Dummes Manöver" von Vettel
"Das war Spaß und Kampf, aber immer fair. Wir haben uns immer genügend Raum gelassen, denn wir wollten ja nicht rausfliegen", betonte Titelverteidiger Button, der nun fünf Punkte hinter Webber WM-Zweiter ist. Und Hamilton meinte in Anspielung auf die Attacke von Vettel: "So ein dummes Manöver würde ich nie machen."
Für die Pilotenkollegen Nico Rosberg, der unmittelbar hinter seinem deutschen Landsmann und Mercedes-Teamgefährten Michael Schumacher Fünfter wurde, und Hamilton war Vettel der Schuldige an dem Unfall, weil er durch sein Bremsmanöver plötzlich nach rechts zog. (apa/red)
