Ex-FPÖler steht vor Comeback im Landtag:
Köllys Bürgerliste legt starken Endspurt hin
- Liste Burgenland dürfte 4-Prozent-Hürde schaffen
- Polit-Routinier Kölly kehrt zurück nach Eisenstadt

·Böses Erwachen für Niessl im Burgenland
Landtagswahl: SPÖ büßt die absolute Mehrheit ein
·Der Landesfürst muss
bis zum Schluss zittern
Niessl greift abermals nach absoluter Mehrheit
·Franz Steindls großer
Traum bleibt unerfüllt
ÖVP verliert Rennen um den Landeshauptmann
·Mit Tschürtz zurück auf die Siegerstraße
FPÖ-Burgenland-Chef übt
sich in Bescheidenheit
·Grünes Zugpferd mit Anlaufschwierigkeiten
"Frischg'fangter" Reimon verfehlt sein Wahlziel
Bei der Hochrechnung um 16.00 Uhr hatte der Liste Burgenland (LBL) noch ein halbes Prozent auf die Vier-Prozent-Eintrittshürde in den Landtag gefehlt. Spitzenkandidat Manfred Kölly warf trotzdem die Flinte nicht ins Korn. Gut drei Stunden später war der Traum vom Comeback im Landtag für den früheren FPÖ-Politiker in greifbarer Nähe. Bangen muss er möglicherweise noch bis Mittwoch, wenn die restlichen Briefwahlstimmen ausgezählt werden.
Mit Kölly steht an der Spitze der erstmals für den Landtag kandidierenden Liste Burgenland (LBL) ein Polit-Routinier. Der 55-Jährige brachte es einst in der FPÖ zum Klubobmann, bis ihn 2006 ein rot-blaues Geheimpapier aus dem Sattel hob. Doch aufgeben ist nicht die Sache des Unternehmers aus Deutschkreutz, der bald mit Ex-FPÖ-Obmann Wolfgang Rauter eine Bürgerliste ins Leben rief. Mit der Liste Burgenland, einem Zusammenschluss mehrerer kommunaler Gruppierungen, setzte er sich zum Ziel, ins Landesparlament einzuziehen.
Manfred Kölly wurde am 21. Juli 1954 in Deutschkreutz im Mittelburgenland geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule absolvierte er eine kaufmännische Lehre. Später war er mehr als drei Jahrzehnte als Prokurist bei einer Eisen- und Baustoffhandlung tätig. Die Übernahme des Klubchef-Postens bei den Freiheitlichen machte es für ihn notwendig, diesen Job aufzugeben. Seit 2005 ist er selbstständig als Unternehmer tätig. Kölly ist verheiratet. Seine Freizeit nutzt er wenn möglich für ausgiebige Spaziergänge mit seinem Hund Cindy.
Deutschkreutz: Köllys Wirkungszentrum
Politsch betätigte er sich zuerst auf kommunaler Ebene und trat in den 90er Jahren mit einer Namensliste in der SPÖ-dominierten Gemeinde bei den Wahlen an. Unterstützung erhielt er damals vom Wirtschaftsflügel der ÖVP. Jörg Haider brachte Kölly den Freiheitlichen näher, denen er sich auch anschloss. Bei der Kommunalwahl 2002 schlug Kölly, der seit dem Jahr 2000 auch ein Landtagsmandat innehatte, den amtierenden SPÖ-Ortschef und wurde Bürgermeister von Deutschkreutz.
Für die Freiheitlichen trat er 1994 als Spitzenkandidat bei der Arbeiterkammerwahl an und übte danach bis 2004 sein Mandat als Kammerrat aus. Von 1996 an war Kölly einer der Stellvertreter des Landesparteichefs. Bei der Landtagswahl 2005 verlor die FPÖ zwei ihrer vier Mandate. Obwohl er gerne im Landtag geblieben wäre, musste er als Dritter auf der Landesliste seinen Sessel räumen. Bei der Nationalratswahl 2006 wurde er zum Spitzenkandidaten im Burgenland gekürt, ging aber bei der Sitzverteilung schließlich knapp leer aus.
Aus der FPÖ ausgeschlossen
Nach Bekanntwerden des Geheimpapiers über eine rot-blaue Zusammenarbeit schloss Bundesparteichef Heinz-Christian Strache Kölly aus der FPÖ aus. Der ließ sich dadurch aber nicht entmutigen und gründete mit dem früheren FP-Landesobmann Wolfgang Rauter nach dem turbulenten Sonderparteitag 2007 die Freie Bürgerliste (FBL). Bei der Gemeinderatswahl im Oktober 2007 fuhr Kölly bei der Bürgermeisterwahl 60,6 Prozent ein. Landesweit erreichte die FBL auf Anhieb 30 Mandate.
Um die Chancen für einen Einzug in den Landtag zu erhöhen, initiierten Rauter und Kölly die Gründung der Liste Burgenland, die auch Nicht-Freiheitliche aus der politischen Mitte bzw. sogar aus eher linken Kreisen umfasste. Ob das Kalkül aufgegangen ist, haben die Briefwähler entschieden. Kennen wird man deren Votum erst am Mittwoch.
(apa/red)
Causa Buwog17:04
KHG-Anwalt verurteiltAnklage wegen Urkundenunterdrückung - Kanzlei weist die Vorwürfe zurück
US-Präsidentschaftswahlen15:05
Romneys Klotz am BeinDer milliardenschwere Investor macht dem Obama-Rivalen das Leben schwer
Altkanzler in Ungarn13:52
Schüssel lobt OrbanEx-Kanzler bei Konferenz in Budapest: "Regierung verdient Achtung für ihre Arbeit"
