Sonntag, 30. Mai 2010

Grünes Zugpferd mit Anlaufschwierigkeiten:
"Frischg'fangter" Reimon verfehlt Wahlziel

  • Grüne fliegen vorerst aus burgenländischem Landtag
  • Relative Unbekanntheit als Handicap im Wahlkampf

Nach seinem Blitzeinstieg als Spitzenkandidat ruhten alle Hoffnungen der Grünen im Burgenland auf Michel Reimon. Der 38-jährige Siegendorfer, der als ehemaliger Pressesprecher das politische Handwerk von innen kennt, konnte mit den Grünen jedoch das angestrebte dritte Mandat nicht erreichen. Stattdessen dürften die Grünen laut vorläufigem Endergebnis (ohne Wahlkarten) sogar aus dem Landtag fliegen.

Reimon wurde am 11. Juli 1971 in Eisenstadt geboren. Seinen französisch klingenden Vornamen verdankt er indirekt den Beatles, deren Song "Michelle" seine Mutter damals bei der Namensgebung inspirierte. Nach dem Besuch der HTL studierte er Informatik und absolvierte Weiterbildungen im Bereich der Organisationsberatung an der Columbia University und der John Hopkins University in den USA. An der Uni Wien erhielt der Burgenländer Lehraufträge im Bereich Politische Kommunikation und Organisationskommunikation.

Kriegsberichterstatter und Aktivist
Das journalistische Handwerk lernte Reimon als Kriegsberichterstatter in Kroatien und Bosnien, wo er sich eineinhalb Jahre aufhielt. Später arbeitete er in Wien und betreute als Chef von Dienst mehrere Magazine während ihrer Gründungsphase im organisatorischen Bereich. Sich selbst beschreibt Reimon als Aktivisten: Ein neunmonatiger Südostasien-Aufenthalt Ende der 90er Jahre zur Zeit der damaligen Wirtschaftskrise sei für ihn der Auslöser gewesen, sich mit Globalisierungskritik auseinanderzusetzen.

Als Aktivist befasste er sich auch zunehmend mit Politik, 2004 dockte er schließlich bei den Grünen an. Vorübergehend war er von 2006 bis 2007 schon im Landesvorstand. Als Buchautor beschäftigte sich Reimon mit den Folgen der Globalisierung sowie der Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und analysierte "die sieben Todsünden der EU".

Handicap Unbekanntheit
Als Spitzenkandidat sah sich Reimon mit mehrfachen Herausforderungen konfrontiert: Zwar in der Politszene durch seine Pressesprecher-Tätigkeit bekannt, war der Siegendorfer für die Öffentlichkeit bei seiner Kür Ende Jänner noch ein unbeschriebenes Blatt, was sich auch in den Umfragen abbildete. Zudem standen ihm mit der langjährigen Klubchefin Grete Krojer im Landesnorden und Christiane Brunner im Südburgenland zwei Mitstreiterinnen zur Seite, aus deren Schatten herauszutreten für einen Quereinsteiger keine einfache Aufgabe ist.

Reimon tat dies, indem er das Menschlichkeitsthema im Wahlkampf stark hervorhob und sich so ein eigenständiges Profil verschaffte. Mit seiner Art, Probleme scharfsinnig zu analysieren und Fakten mehr Gewicht zu geben als bloßen Stimmungen könnte der grüne Spitzenkandidat womöglich im urbanen Raum eher Gehör finden als im Burgenland mit seinen dörflichen Strukturen.

Zu den Hobbys des grünen Spitzenkandidaten gehört vor allem Lesen - und dabei "extrem viel online", wie er selbst von sich sagt. Seine knapp gewordene Freizeit verbringt er manchmal auch beim Kartenspiel mit Freunden. Gelegentlich findet er noch Raum für eine andere Freizeitbeschäftigung: An die 20 Jahre ist Reimon Mitglied im Schachclub Wulkaprodersdorf.

(apa/red)

30.5.2010 19:41
Hugoport, 31. 05. '10 16:31
Grün als Bewegung war super
Grün als Partei sind Chaoten. Sie glauben sich immer nur mit Schimpfen und Verunglimpfung an der FPÖ zu stärken. Damit ist ihr Latein am Ende , die Führung stumpf und der Frauenverein alhm, die Paar Männer sind Chaoten. Das wars