Sonntag, 30. Mai 2010

Die rote Übermacht steht auf dem Spiel:
Burgenländer wählen heute neuen Landtag

  • Verteidigt Landeshauptmann Niessl seine Absolute?
  • FPÖ will Rot und Schwarz "Denkzettel" verpassen
    Erste Hochrechnungen gibt es ab 16 Uhr auf NEWS.at

Wenn das Burgenland heute seinen neuen Landtag wählt, stellt sich vor allem eine Frage: Kann die regierende SPÖ mit Landeshauptmann Hans Niessl ihre absolute Mehrheit verteidigen? Die ÖVP will genau das verhindern, die FPÖ erwartet ein zweistelliges Ergebnis und die Grünen peilen ein drittes Mandat an. Und bei der erstmals antretenden Liste Burgenland (LBL) geht es darum, in den Landtag einzuziehen.

Niessl selbst hat sich in seiner "letzten Pressekonferenz vor der Landtagswahl" noch einmal an die Wähler gewandt. Niessl ersuchte die Burgenländer einerseits von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen, andererseits ihm mittels Vorzugsstimme ihr Vertrauen zu schenken. "Unser Ziel sind 50 Prozent plus", betonte der SPÖ-Spitzenkandidat in Eisenstadt erneut. Er zeigte sich "sehr optimistisch", dieses Ergebnis auch einzufahren.

ÖVP-Obmann Franz Steindl sieht seine Partei für "gut aufgestellt". So seien zum Beispiel 40 Prozent der 73 Kandidaten Frauen, das "breite Angebot" decke die Jugend, die Pensionisten oder auch die Wirtschaft ab. Ziel sei es, die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen: "Denn sie schadet dem Land", erklärte er bei einer Abschluss-Pressekonferenz in Eisenstadt.

FPÖ will "Denkzettel" verpassen
FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache hat sich beim Wahlkampfabschluss der burgenländischen Landesgruppe davon überzeugt gezeigt, dass die Freiheitlichen die "prozentuelle Zweistelligkeit" einfahren werden. "Je höher sie wird, desto besser für das Burgenland", betonte Strache bei der Kundgebung in Oberwart. Spitzenkandidat Landeschef Johann Tschürtz appellierte an die Wähler, Rot und Schwarz "einen Denkzettel" zu verpassen.

Der grüne Spitzenkandidat Michel Reimon peilt das dritte "Kraft gebende" Mandat - derzeit sind die Grünen mit zwei Mandaten im Landtag vertreten - an. Der Spitzenkandidat will ein "ganz deutliches Zeichen für ein ökologisches und für ein menschliches Burgenland" setzen.

LBL schließt Wahlanfechtung aus
"Guter Dinge", den Einzug in den Burgenländischen Landtag mit den von ihm angepeilten zwei bis vier Mandaten zu schaffen, hat sich der Spitzenkandidat der Liste Burgenland (LBL), Manfred Kölly, gezeigt. Eine Wahlanfechtung aufgrund der Fehler am Stimmzettel schloss die Liste nochmals aus, es sei denn, Vorzugsstimmen für die zwei falsch bezeichneten Kandidaten würden von der Landeswahlbehörde nicht der Liste zugerechnet, so Wolfgang Rauter, der am vierten Platz kandidiert.

Erste Hochrechnungen gibt es ab 16 Uhr auf NEWS.at

(apa/red)

30.5.2010 12:30