Dienstag, 1. Juni 2010

175 Tote durch Tropensturm "Agatha" in Mittelamerika: Dutzende Einwohner vermisst

  • Notstand in Guatemala, El Salvador und Honduras
  • Zahlreiche Orte von Wassermassen eingeschlossen

Der erste Tropensturm dieses Jahres hat in Mittelamerika mehr als 175 Menschen das Leben gekostet. Dutzende Bewohner wurden noch vermisst, tausende wurden obdachlos. Mehrere Ortschaften waren nach Erdrutschen und Überschwemmungen infolge des Sturms "Agatha" von der Außenwelt abgeschnitten. Am schwersten betroffen war Guatemala, wo nach Behördenangaben 118 Menschen ums Leben kamen.

Der guatemaltekische Präsident Colom sagte, die Zerstörungen seien schwerwiegender als nach den Wirbelstürmen "Mitch" (1998) und "Stan" (2005), die 268 beziehungsweise 669 Menschen das Leben gekostet hatten. Brücken stürzten ein, Straßen wurden weggespült. Zahlreiche von Wassermassen, Geröll- und Schlammlawinen eingeschlossene Menschen mussten mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser gerettet werden.

In drei Ländern Notstand ausgerufen
Auch in El Salvador und Honduras hinterließ "Agatha" eine Spur der Verwüstung, und in allen drei Ländern wurde der Notstand ausgerufen. Der Tropensturm war mit Geschwindigkeiten von 75 Stundenkilometern auf die Küste getroffen.

Die Ausläufer von "Agatha" brachten der Region von Südmexiko bis nach Nicaragua starken Regen und Überschwemmungen, die Wassermassen lösten Erdrutsche und Sturzfluten aus. In der Hauptstadt Guatemalas fiel nach Angaben von Meteorologen an einem Tag so viel Regen (10,8 Zentimeter) wie normalerweise in einem Monat. In weiten Teilen von der guatemaltekischen Hauptstadt fiel der Strom aus.

"Agatha" hatte sich über dem Pazifik zusammengebraut. Am Wochenende schwächte sich der Sturm zu einem tropischen Tief ab.
(apa/red)

1.6.2010 19:45