Operation "Top Kill" wird zum "Top Flop":
BP scheitert bei Ölpest am Golf von Mexiko
- Ölleck frühestens im August endgültig verschlossen
- BP schwer belastet: Probleme waren längst bekannt
·Amerikaner fühlen sich von BP belogen
Die Wut auf den Öl- Giganten wächst ständig
·Heikle Operation 'Top
Kill' am Meeresgrund
LIVE: BP dichtet Ölleck
in 1.500 Meter Tiefe ab!
·Ölpest: Aktionäre zerren BP vor Gericht
Ölkatastrophe habe
"Marktwert geschmälert"
·Öl zerstört dutzende Kilometer Marschland
US-Küste verseucht:
"Dort ist alles tot"
·Bohrinsel "Atlantis" als neuer Risikofaktor
US-Regierung: Hinweise auf Sicherheitsmängel
·BILDER: Der Kampf gegen die Katastrophe
Mehrere hundert Tonnen täglich ins Meer geflossen

Fehlschlag im Kampf gegen die Ölpest, Schock für Amerika: Der Ölkonzern BP ist mit dem Versuch gescheitert, die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko zu schließen. Die "Top Kill" genannte Operation, bei der tonnenweise Schlamm in das Bohrloch gepumpt wurde, habe den Ölfluß nicht stoppen können, sagte BP- Manager Doug Suttles. Die Arbeiten mussten abgebrochen werden.
Endgültig verschlossen wird die Ölquelle nun wahrscheinlich frühestens im August. BP bohrt zurzeit neue Zugänge zur Quelle, rund vier Kilometer unter dem Meeresboden. "Wir sind damit halb fertig. Aber je weiter runter wir kommen, desto schwerer wird es."
BP schwer belastet
Der britische Konzern BP soll schon Monate vor dem Unfall der Bohrinsel "Deepwater Horizon" von erheblichen technischen Problemen gewusst haben. Die Schwierigkeiten betrafen etwa ein Sicherheitsventil, das ein Ausströmen des Öls vom Bohrloch im Golf von Mexiko verhindern soll. Auch habe es Hinweise auf Probleme an der Bohrleitung gegeben, schrieb die "New York Times" unter Berufung auf BP-Papiere.
40.000 Tonnen Öl
Seit Beginn der Katastrophe vor fast sechs Wochen sind Experten zufolge etwa 40.000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. Jeden Tag kommen zwischen 1.600 und 3.400 Tonnen dazu. Schon jetzt ist es damit die größte Ölpest der US-Geschichte. Beim Unfall des Tankers "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska verdreckten "nur" 35.000 Tonnen das Meer.
Mindestens 270 Kilometer Küste und 13 Hektar Marschland sind verseucht, wie Mary Landry von der US-Küstenwache sagte. Fast 500 Vögel, mehr als 200 Schildkröten und 25 Meeressäuger starben.
Obama ist enttäuscht
US-Präsident Obama nannte die Situation "herzzerreißend". Er habe gehofft, dass der Versuch ein Erfolg werde - "nun ist klar, dass es nicht funktioniert hat". Er habe angewiesen, dass BP nun den Alternativplan starte, das Öl in einem Behälter über der Quelle aufzufangen.
Das Unternehmen wollte umgehend damit beginnen. Dabei wird das bestehende Steigrohr zur Quelle abgesägt und ein Auffangbehälter darüber gestülpt. Von dort soll es zu einem Schiff an der Meeresoberfläche geleitet werden. Ob das klappt, soll in vier bis sieben Tagen feststehen.
(apa/red)
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