Samstag, 29. Mai 2010

Terroranschlag auf Expresszug in Indien:
Mindestens 150 Menschen kamen ums Leben

  • Behörden: Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen
  • Maoistische Rebellen hinter Zug-Anschlag vermutet

Bei dem mutmaßlich von Maoisten verübten schweren Anschlag im Nordosten Indiens sind möglicherweise bis zu 150 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden wurden 30 Stunden nach dem Attentat auf einen Nachtzug 120 Leichen aus den Trümmern geborgen, die Zahl der Toten könnte aber noch steigen.

Verkehrsministerium und Polizei machten maoistische Rebellen für die Tat verantwortlich. Die Behörden verhängten wegen des Unglücks ein nächtliches Fahrverbot im betroffenen Unionsstaat Westbengalen. An dem Anschlagsort im Bezirk West Midnapore waren schwere Kräne im Einsatz, die sich mühsam einen Weg durch die zerstörten Waggons bahnten. Zerfetzte und blutverschmierte Kleider und Gepäck lagen verstreut herum. Überlebende suchten verzweifelt nach ihren Angehörigen.

Über 200 Menschen verletzt
Ein Polizeisprecher sagte, dass mehr als 200 Menschen verletzt wurden, viele von ihnen schwer. Zudem könnten viele Todesopfer vermutlich nur durch eine DNA-Untersuchung eindeutig identifiziert werden. In den Wracks wurden noch zahlreiche Opfer vermutet.

13 Waggons des Schnellzugs waren gegen 01.30 Uhr Ortszeit entgleist, während viele Fahrgäste schliefen. Vier der Waggons prallten gegen einen Güterzug und wurden regelrecht zerquetscht. Der Nachtzug war auf dem Weg von Kolkata (Kalkutta) nach Mumbai (Bombay).

Exakte Unglücksursache weiter unklar
Die exakte Ursache des Unglücks war weiter unklar. Bahnministerin Mamata Banerjee sagte, maoistische Rebellen hätten die Waggons in die Luft gesprengt. Nach Überzeugung der Polizei wurden Teile der Gleise zuvor mutwillig entfernt. Innenminister G.K. Pillai sagte indes, ob die Maoisten tatsächlich für den Anschlag verantwortlich seien, sei noch Gegenstand der Ermittlungen. "Wahrscheinlich waren sie es. Es gibt niemand anderen hier in der Region. Aber wir untersuchen das noch."

(apa/red)

29.5.2010 15:42