Operation "Top Kill" war nur ein Teilerfolg:
Öl-Leck wurde noch nicht völlig geschlossen
- Deutlich mehr Öl ins Meer geflossen als vermutet
- BP muss Kosten von fast einer Milliarde Dollar tragen
·Heikle Operation 'Top
Kill' am Meeresgrund
LIVE: BP dichtet Ölleck
in 1.500 Meter Tiefe ab!
·Ölpest: Aktionäre zerren BP vor Gericht
Ölkatastrophe habe
"Marktwert geschmälert"
·"Dann werden sie aus dem Weg gedrängt"
USA verlieren Geduld mit Ölpest-Verursacher BP
·Öl zerstört dutzende Kilometer Marschland
US-Küste verseucht:
"Dort ist alles tot"
·BP: Ölleck ist größer als bisher vermutet
Ölpest erreicht Feucht- gebiete von Louisiana
·Bohrinsel "Atlantis" als neuer Risikofaktor
US-Regierung: Hinweise auf Sicherheitsmängel
·Ölpest: Obama verschärft Gangart
Unabhängige Kommission
soll Unglück untersuchen
·Es könnte noch bis August Öl austreten
Verzweiflung und Suche nach den Schuldigen
·Ölpest: BP auf der Suche nach Plan B
Kleinere Glocke oder
"Betonstöpsel" geplant

Aus dem Leck an der nach einer Explosion gesunkenen Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko strömt immer noch Öl und Gas aus. Rund 24 Stunden nach Beginn des jüngsten Versuchs, die Ölquelle zu versiegeln, sprach der britische BP-Konzern von Fortschritten. Man benötige möglicherweise aber noch bis zu zwei Tage, um zu wissen, ob die sogenannte "Top-Kill"-Methode erfolgreich gewesen sei.
"Wir haben den Ausstrom noch nicht gestoppt, daher ist das Ziel auch noch nicht erreicht", sagte BP-Manager Doug Suttles. Zehn Stunden sei das Gemisch in das Bohrloch gepumpt worden, sagte Suttles. Dann sei die Aktion für kurze Zeit unterbrochen worden, um Daten auszuwerten. Außerdem musste neues Material herangeschafft werden. Inzwischen ist die "Top-Kill"-Operation aber wieder fortgesetzt worden. Suttles sagte, er sei nicht überrascht, dass das Vorhaben länger dauere als erwartet.
Die Operation "Top Kill" verlaufe wie geplant, erklärte BP. Die Techniker seien aber geteilter Meinung, was den Erfolg der Aktion angehe. Bisher sei aber nichts schiefgegangen. Zugleich räumte der Konzern aber ein, dass Bohrschlamm aus der undichten Leitung in 1.500 Metern Tiefe ausgetreten sei. Dies sei zwar "nicht ideal", weise aber nicht zwangsläufig auf ein Problem hin, sagte ein BP-Sprecher.
Schlimmste Ölpest in Geschichte der USA
Bei der Ölpest im Golf von Mexiko ist nach Berechnungen der US-Regierung deutlich mehr Öl ins Meer geflossen als bisher vermutet. Bis zu knapp vier Millionen Liter pro Tag seien seit Beginn der Katastrophe vor fünf Wochen ausgetreten, teilte die Leiterin einer Expertenkommission mit. Das wären fünfmal so viel wie bisher von BP geschätzt und die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Die Ölpest hat den britischen Energiekonzern BP bisher schon fast eine Milliarde Dollar (fast 816 Mio. Euro) gekostet. Die Kosten beliefen sich bis jetzt auf 930 Millionen Dollar (759 Millionen Euro), erklärte das Unternehmen. In der Summe enthalten seien die Kosten für den Schutz der Küsten vor dem austretenden Öl, für die Reinigung und die Versuche, das lecke Ölbohrloch abzudichten sowie Entschädigungszahlungen. Noch sei es "zu früh" zu sagen, welche Gesamtkosten die Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" vor gut einem Monat verursachen werde.
(apa/red)
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