Freitag, 28. Mai 2010

Operation "Top Kill" war nur ein Teilerfolg:
Öl-Leck wurde noch nicht völlig geschlossen

  • Deutlich mehr Öl ins Meer geflossen als vermutet
  • BP muss Kosten von fast einer Milliarde Dollar tragen

Aus dem Leck an der nach einer Explosion gesunkenen Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko strömt immer noch Öl und Gas aus. Rund 24 Stunden nach Beginn des jüngsten Versuchs, die Ölquelle zu versiegeln, sprach der britische BP-Konzern von Fortschritten. Man benötige möglicherweise aber noch bis zu zwei Tage, um zu wissen, ob die sogenannte "Top-Kill"-Methode erfolgreich gewesen sei.

"Wir haben den Ausstrom noch nicht gestoppt, daher ist das Ziel auch noch nicht erreicht", sagte BP-Manager Doug Suttles. Zehn Stunden sei das Gemisch in das Bohrloch gepumpt worden, sagte Suttles. Dann sei die Aktion für kurze Zeit unterbrochen worden, um Daten auszuwerten. Außerdem musste neues Material herangeschafft werden. Inzwischen ist die "Top-Kill"-Operation aber wieder fortgesetzt worden. Suttles sagte, er sei nicht überrascht, dass das Vorhaben länger dauere als erwartet.

Die Operation "Top Kill" verlaufe wie geplant, erklärte BP. Die Techniker seien aber geteilter Meinung, was den Erfolg der Aktion angehe. Bisher sei aber nichts schiefgegangen. Zugleich räumte der Konzern aber ein, dass Bohrschlamm aus der undichten Leitung in 1.500 Metern Tiefe ausgetreten sei. Dies sei zwar "nicht ideal", weise aber nicht zwangsläufig auf ein Problem hin, sagte ein BP-Sprecher.

Schlimmste Ölpest in Geschichte der USA
Bei der Ölpest im Golf von Mexiko ist nach Berechnungen der US-Regierung deutlich mehr Öl ins Meer geflossen als bisher vermutet. Bis zu knapp vier Millionen Liter pro Tag seien seit Beginn der Katastrophe vor fünf Wochen ausgetreten, teilte die Leiterin einer Expertenkommission mit. Das wären fünfmal so viel wie bisher von BP geschätzt und die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Die Ölpest hat den britischen Energiekonzern BP bisher schon fast eine Milliarde Dollar (fast 816 Mio. Euro) gekostet. Die Kosten beliefen sich bis jetzt auf 930 Millionen Dollar (759 Millionen Euro), erklärte das Unternehmen. In der Summe enthalten seien die Kosten für den Schutz der Küsten vor dem austretenden Öl, für die Reinigung und die Versuche, das lecke Ölbohrloch abzudichten sowie Entschädigungszahlungen. Noch sei es "zu früh" zu sagen, welche Gesamtkosten die Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" vor gut einem Monat verursachen werde.

(apa/red)

28.5.2010 10:33
brabus, 28. 05. '10 12:32
Top Kill
Allein an den stümperhaften Versuchen von BP sieht man, dass diese Firmen gar nicht die Technik beherrschen um solche Katastrophen zu verhindern oder wenigstens zu bereinigen. Höchste Zeit, dass dem skrupellosen Bohren nach Öl ein Riegel vorgeschoben wird, bevor noch größeres Unglück passiert.
founder, 27. 05. '10 18:00
2 kW Photovoltaik pro US Bürger
Die gesamte Ölförderung der USA entspricht bei einem Umstieg auf erneuerbare Energie nur 2 kW Photovoltaik pro US Bürger.

Rechnungen zum Umstieg
http://wohnen.pege.org/2008-energie/
brabus, 27. 05. '10 14:30
Ölpest
Wer glaubt BP noch, nachdem CNN sie der Lüge überführt hat ? Dass nun einige Politiker wachgeworden sind und diverse Bohrunge stoppen ist ein guter Anfang ...