Polens Sündenbock ist ab sofort der Biber:
Minister gibt Nagern Schuld an Hochwasser
- Feuerwehrsprecher: "Es gibt auch noch Wühlmäuse"
- Überrschwemmungen sorgen für Chaos in Polen
·Flut: Polen hat es offenbar überstanden
Jetzt zittert Deutschland vor den Wassermassen

Polens Innenminister Jerzy Miller hat Bibern die Schuld an den schweren Überschwemmungen in seinem Land gegeben, durch die bisher 15 Menschen ums Leben kamen. "Der größte Feind der Deiche ist ein Tier, das sich Biber nennt. Biber leben überall an den Weichseldeichen und tragen zu ihrer Zerstörung bei", sagte Miller auf einer Pressekonferenz in Warschau.
Der polnischen Naturschutzbehörde zufolge leben 50.000 Biber im Land, teilweise stehen sie unter Schutz. Nach den Überschwemmungen wurden aber mehr Tiere zur Jagd freigegeben.
Nicht alle Experten geben jedoch alle Schuld den Bibern. "Die Biber graben Tunnel in den Deichen und destabilisieren sie so von innen", sagte Feuerwehrsprecher Pawel Fratczak. "Aber sie sind nicht die einzigen, es gibt auch noch die Wühlmäuse."
Rekordpegel von Weichsel und Oder hatten in den vergangenen Tagen schwere Überschwemmungen in Polen ausgelöst, in Warschau war weiterhin eine große Uferstraße wegen der Wassermassen gesperrt. Rund 200 Warschauer Schulen in Ufernähe waren seit Montag geschlossen. In Deutschland galt für weite Abschnitte der Oder in Brandenburg die erste von vier Alarmstufen.
(apa/red)
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