Eigene Aktionäre zerren BP vor Gericht:
Ölkatastrophe habe 'Marktwert geschmälert'
- Golf von Mexiko: Bohrloch weiterhin nicht gestopft
- US-Kongress reagiert auf Ölpest mit Steuererhöhung
·"Dann werden sie aus dem Weg gedrängt"
USA verlieren Geduld mit Ölpest-Verursacher BP
·Öl zerstört dutzende Kilometer Marschland
US-Küste verseucht:
"Dort ist alles tot"
·BP: Ölleck ist größer als bisher vermutet
Ölpest erreicht Feucht- gebiete von Louisiana
·Bohrinsel "Atlantis" als neuer Risikofaktor
US-Regierung: Hinweise auf Sicherheitsmängel
·Ölpest: Obama verschärft Gangart
Unabhängige Kommission
soll Unglück untersuchen
·Es könnte noch bis August Öl austreten
Verzweiflung und Suche nach den Schuldigen
·Ölpest: BP auf der Suche nach Plan B
Kleinere Glocke oder
"Betonstöpsel" geplant
·BILDER: Der Kampf gegen die Katastrophe
Mehrere hundert Tonnen täglich ins Meer geflossen
·Ölplattform wies Sicherheitsmängel auf
Besitzer äußerten bereits vor einem Jahr Bedenken

Im Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko haben Aktionäre den Energiekonzern BP verklagt. "Das Deepwater-Desaster hat für BP und seine Tochtergesellschaften finanzielle Konsequenzen, die sich auf Milliarden Dollar belaufen. Diese beinhalten die Haftung für den Schaden an Eigentum, kommerziellen Interessen und an der Tierwelt", heißt es in der Klageschrift.
Die Katastrophe habe den Marktwert von BP um 40 Milliarden Dollar (32,4 Mrd. Euro) geschmälert. Das Gerichtsverfahren im US-Staat Delaware wurde von dem Privatinvestor Robert Freedman und der Verkehrsbetriebsgesellschaft Southeastern Pennsylvania Transportation Authority (SEPTA) angestrengt. BP äußerte sich zunächst nicht zu den Anschuldigungen.
Die Sorgen vor den Folgen der Ölpest für die Umwelt nehmen unterdessen weiter zu. BP gestand ein, das Absaugen des Öls vom Leck sei schwieriger als erwartet. Auch mit Hilfe von Unterwasser-Robotern wurden die Spezialisten dem Öl nicht Herr. Frühestens am Mittwoch will BP einen neuen Versuch starten, das Leck in 1.500 Metern Tiefe am Meeresgrund zu verschließen. Schwerer Matsch und Zement sollen dazu in das Bohrloch gefüllt werden. Allerdings gibt selbst BP-Chef Tony Hayward dem "Top Kill" genannten Verfahren nur eine Erfolgschance von 60 bis 70 Prozent.
Ölsteuer vor Erhöhung
Als Reaktion auf die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko bereitet der US-Kongress die Erhöhung der Ölsteuer vor. Nach den Plänen könnte die Abgabe auf 32 Cent pro Barrel (159 Liter) steigen, dies wäre eine Vervierfachung. Über einen Zeitraum von zehn Jahren könnten so etwa elf Milliarden Dollar (rund neun Milliarden Euro) zusammenkommen. Das Geld soll in einen von der Küstenwache verwalteten Fonds fließen, der für die Kosten von Reinigungsaktionen in Wasserwegen aufkommt.
Die Kosten für die Eindämmung der Ölpest und die Entschädigung von Küstenbewohnern belaufen sich nach Angaben von BP schon jetzt auf 760 Millionen Dollar (608 Millionen Euro). Die endgültigen Kosten seien noch nicht abzuschätzen, erklärte der Konzern.
(apa/red)
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