Donnerstag, 27. Mai 2010

Eigene Aktionäre zerren BP vor Gericht:
Ölkatastrophe habe 'Marktwert geschmälert'

  • Golf von Mexiko: Bohrloch weiterhin nicht gestopft
  • US-Kongress reagiert auf Ölpest mit Steuererhöhung

Im Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko haben Aktionäre den Energiekonzern BP verklagt. "Das Deepwater-Desaster hat für BP und seine Tochtergesellschaften finanzielle Konsequenzen, die sich auf Milliarden Dollar belaufen. Diese beinhalten die Haftung für den Schaden an Eigentum, kommerziellen Interessen und an der Tierwelt", heißt es in der Klageschrift.

Die Katastrophe habe den Marktwert von BP um 40 Milliarden Dollar (32,4 Mrd. Euro) geschmälert. Das Gerichtsverfahren im US-Staat Delaware wurde von dem Privatinvestor Robert Freedman und der Verkehrsbetriebsgesellschaft Southeastern Pennsylvania Transportation Authority (SEPTA) angestrengt. BP äußerte sich zunächst nicht zu den Anschuldigungen.

Die Sorgen vor den Folgen der Ölpest für die Umwelt nehmen unterdessen weiter zu. BP gestand ein, das Absaugen des Öls vom Leck sei schwieriger als erwartet. Auch mit Hilfe von Unterwasser-Robotern wurden die Spezialisten dem Öl nicht Herr. Frühestens am Mittwoch will BP einen neuen Versuch starten, das Leck in 1.500 Metern Tiefe am Meeresgrund zu verschließen. Schwerer Matsch und Zement sollen dazu in das Bohrloch gefüllt werden. Allerdings gibt selbst BP-Chef Tony Hayward dem "Top Kill" genannten Verfahren nur eine Erfolgschance von 60 bis 70 Prozent.

Ölsteuer vor Erhöhung
Als Reaktion auf die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko bereitet der US-Kongress die Erhöhung der Ölsteuer vor. Nach den Plänen könnte die Abgabe auf 32 Cent pro Barrel (159 Liter) steigen, dies wäre eine Vervierfachung. Über einen Zeitraum von zehn Jahren könnten so etwa elf Milliarden Dollar (rund neun Milliarden Euro) zusammenkommen. Das Geld soll in einen von der Küstenwache verwalteten Fonds fließen, der für die Kosten von Reinigungsaktionen in Wasserwegen aufkommt.

Die Kosten für die Eindämmung der Ölpest und die Entschädigung von Küstenbewohnern belaufen sich nach Angaben von BP schon jetzt auf 760 Millionen Dollar (608 Millionen Euro). Die endgültigen Kosten seien noch nicht abzuschätzen, erklärte der Konzern.

(apa/red)

27.5.2010 16:28
King_Salomon, 29. 05. '10 07:30
die armen, armen Aktionäre
jetzt sind die Aktionäre aber böse, das wird die Manager von BP aber ängstigen, denn dann bekommen sie beine Boni mehr! Das ganze System ist morsch und wird nur durch die Gier aufrecht erhalten. Quartalsmässige Jubelberichte, Investoren die nur wissen wollen, wieviel sie verdient haben, lassen alle Investments in die Sicherheit oder Qualität hintanhalten. Nur nix investieren, was den Profit schmälert. Solange börsennotierte Unternehmen Politiker in Position bringen, damit diese sie bei ihren Unternehmungen nicht behindern oder ihnen schaden, werden Firmen wie BP die Menschheit schädigen und on the long run uns alle umbringen. Nur gut, daß sie dabei auch über die Klinge springen müssen.
Wien_1190, 25. 05. '10 10:54
Tja 2012 rückt näher -
die Welt muss sich noch schnell selbst zerstören *g*

post Skriptum : ja ich weiß das 2012 nur der Mayakalender ausläuft und dies keinerleid Auswirkungen auf uns haben wird ;)
scorpio08, 25. 05. '10 15:57
Doppelmoralische Berichterstattung!
Jetzt da die USA selbst betroffen sind, mit der Ölverschmutzung, wird tagtäglich darüber berichtet.
Aber die seit Jahren andauernte Umweltverschmutzung der US-Öl-Konzernen im Nigerdelta wird großteils verschwiegen, bzw. findet in den Medien gerade mal eine Schlagzeile bzw. Kurzmeldung im Anzeigenteil. Warum wird darüber nicht stündlich für jeweils 10min. in den Nachrichten berichtet? Ach Ja, Betrifft ja nur AFRIKA, die Müllhalde der Welt!