Polen hat seinen US-Raketenschutzschild:
Erste Patriot-Einheit mit Zug eingetroffen
- Boden-Luft-Raketen zum Schutz gegen den Iran
- System ist geringer als ursprüngliche Bush-Pläne

Zum ersten Mal in der Geschichte Polens sind dort US-Raketen vom Typ Patriot angeliefert worden. Nach der Ankunft der Boden-Luft-Raketen auf dem polnischen Stützpunkt Morag habe die Armee begonnen, 37 Eisenbahnwaggons zu entladen, teilte die US-Botschaft in Warschau mit. Demnach sollen die Raketen in einer Art Rotationsprinzip 30 Tage pro Quartal in Polen stationiert werden.
100 bis 150 normalerweise im deutschen Kaiserslautern stationierte US-Soldaten sollen die Raketen warten und polnische Soldaten mit den Waffen vertraut machen. Für Mittwoch ist eine Begrüßungszeremonie für die US-Soldaten geplant. Der Ankunftstermin wurde bereits mehrmals verschoben.
Die Kleinstadt Morag ist nur 60 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, entfernt. Polen hatte wiederholt betont, dass Morag wegen seiner guten Infrastruktur als Standort für die US-Raketen ausgewählt worden sei - und nicht aus politischen oder strategischen Gründen.
Die USA und Polen hatten im Dezember ein Abkommen über die Stationierung von Patriot-Raketen und US-Soldaten in dem osteuropäischen Land unterzeichnet. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama hatte zuvor den Verzicht auf ein von seinem Amtsvorgänger George W. Bush geplantes Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien erklärt. Stattdessen kündigte sie ein flexibleres System an, das sich auf die Abwehr iranischer Kurz- und Mittelstreckenraketen konzentrieren soll. Russland hatte den ursprünglich geplanten Raketenschild wiederholt als Bedrohung für die eigene Sicherheit kritisiert und zwischenzeitlich mit der Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad gedroht.
(apa/red)
