Samstag, 29. Mai 2010

Faymann warnt ÖVP vor "Erpressung":
Parteitag mit Kampfansagen der SPÖ-Spitze

  • Motto der Veranstaltung: "Für Wien. Wir machen's"
  • Bürgermeister Häupl bezeichnet Strache als "Loser"

Beim Parteitag der Wiener Sozialdemokraten in der Messe hat es klare Töne in Richtung der politischen Konkurrenz gehagelt. Zunächst warnte Bundeskanzler Werner Faymann VP-Klubchef Karlheinz Kopf davor, die Mindestsicherung zum "Erpressungsgegenstand" zu machen: "Jemand, der sein christlichsoziales Gewissen an der Garderobe abgegeben hat, wird uns kennenlernen." (siehe auch eigene Tagesmeldung) Bürgermeister Michael Häupl packte stattdessen gegenüber FP-Chef Heinz-Christian Strache den Holzhammer aus: "Er ist ein Loser und wir wollen Loser nicht!"

Die Armutsbekämpfung sei nun das vorrangige Ziel, schoss sich Faymann auf den Koalitionspartner ein: "Es ist eine Schande, die Armutsbekämpfung zu einem Tauschobjekt zu machen." Auch auf europäischer Ebene wollten Spekulanten und Finanzakteure im Schulterschluss mit den konservativen Regierungen das gleiche System wie vor der Krise rekonstruieren - dagegen bedürfe es einer starken Sozialdemokratie.

Attacken gegen ÖVP
Attacken ritt der rote Frontmann auch gegen den Finanzstaatssekretär seines Koalitionspartners, Reinhold Lopatka. Dieser hatte bei den ÖBB große Änderungen verlangt, unter anderem bei Bahnpensionisten im alten Pensionssystem. "Wir lassen die ÖBB in dieser Legislaturperiode nicht zerschlagen, und wir lassen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht jeden Tag beschimpfen", so Faymann apodiktisch.

Durchaus Schimpf hatte sein Genosse Häupl hingegen für die Rathausopposition über: Schließlich hätten VP-Chefin Christine Marek und Grünen-Frontfrau Maria Vassilakou aus purem Hass gegen die Sozialdemokratie ein diabolisches Bündnis mit FP-Chef Strache über eine gemeinsame Änderung des Wahlrechts nach der Wahl geschlossen: "Ministrantinnen zu spielen für den Herrn Strache, finde ich doch schon ein ziemlich starkes Stück." Wer weiß, was hier im Geheimen noch zusätzlich paktiert worden sei, warnte Häupl - unwahrscheinlich sei jedenfalls gar nichts.

Kernthema Mindestsicherung
Umso wichtiger sei es für die SPÖ, auf die Kernthemen Armutsbekämpfung und Bildung zu setzen, wozu auch die Mindestsicherung gehöre. "Schämen Sie sich dafür, dass sie das auch noch infrage stellen", schwang auch der Bürgermeister gegen Kopf die Moralkeule. International brauche es Transaktionssteuer und europäische Finanzmarktaufsicht, um die "Rückeroberung des Politischen durch die Politik" zu gewährleisten.

Für den ideologisch allumfassenden Schlusspunkt in der Messehalle sorgte schließlich Postbusgewerkschafter Robert Wurm, der vor rund 1.800 Teilnehmern - davon 1.000 Delegierte - beschied: "Der erste Sozialdemokrat war der liebe Herr Jesus."

Kritik von Oppssition
Rollengemäß zeigten sich die von Häupl attackierten Oppositionsparteien wenig begeistert von der roten Kampfrhetorik. Hier werde versucht, die wachsende Nervosität zu kaschieren, konstatierte VP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter. "Die Katze ist aus dem Sack: Die SPÖ will mit dummen Lügen und Unterstellungen einen Schmutzkübelwahlkampf führen", machte sich der grüne nicht amtsführende Stadtrat David Ellensohn über die sozialdemokratische Tonalität Sorgen. FP-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein beschied Häupl, als Bürgermeister "durch und durch beschämend" zu sein.

Tiroler SP-Chef im Amt bestätigt
Der amtierende Landesvorsitzende der Tiroler SPÖ, LHStv. Hannes Gschwentner, ist beim ordentlichen Landesparteitag in Absam mit 76,24 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Insgesamt gaben 282 Delegierte ihre Stimmen ab. Es gab 67 Streichungen. Gschwentner war der einzige Kandidat für den Parteivorsitz.

(apa/red)

29.5.2010 16:49
arniF44, 10. 06. '10 12:02
Zum Nachdenken
Es ist erschreckend wie Einige zum Artikel ihren Kommentar abgeben.
An diesem Forum fehlt sogar für manchen die Intelligenz und das Wissen dazu.
Und manchmal fragt man sich, wo diese Schildbürger ohne Bildung geboren wurden?
Beschämend stellt man nur ihre Unwissenheit fest, die mit unfairer Kritik sich ausartet.
Vielleicht konnte ich einen Dialog für Fairness einbringen.
mfp7764, 01. 06. '10 10:45
Wenn ich das foto
von dem fetten bürgermeister sehe wird mir schlecht.bekommt einen preis als gourmet der blade und andere leute haben nicht mal genug zum fressen.der sollte mal darüber nachdenken
Hugoport, 31. 05. '10 18:03
Den Grünen gehört unbedingt ein Regierungssitz im Burgendland
Eine Partei, die den Schutz der Bürger mit Füßen tritt, die den Wähler für DUMM verkauft, sollte unbedingt auch mit regieren, so lange bis sie sich selbst zerstärt hat
BadLieutenant, 30. 05. '10 12:17
Wer Sozialleistungen braucht ...
... der soll sie auch bekommen, da bin ich mit denen die hilfsbedürftig sind durchaus solidarisch.

ABER: Das Problem mit der SPÖ ist ja nach wie vor, dass sie uns Themen mit dem Etikett "sozial" verkauft, wo aber in Wirklichkeit "sozialistisch" drinnen ist.

Und solange dieser Unterschied weiterbesteht (sei es absichtliche Wählertäuschung oder aus uneinsichtiger Selbstüberschätzung von Parteifunktionären), solange wird man der SPÖ auch bei keiner Wahl ihre "Mogelpackungen" abkaufen.
mundiat, 30. 05. '10 09:01
Re: Re: Jede Sozialleistung die einer bekommt..... 2
Achtung!
auf 1 und 2 bitte umdrehen, danke
mr.sauer, 29. 05. '10 20:17
Also wenn der Hr. Bürgermeister
KEINE LOSER will (Zitat Häupl), dann frage ich mich was er noch bei der SPÖ macht, außer abzucashen. Die Roten verlieren eine Wahl nach der anderen (das nicht zu knapp), und dann traut sich der Wiener Bürgermeister von Losern zu sprechen.
Ich würde auch gern den Hr.Faymann kennenlernen (zumal seine derzeitige Amtsführung wenig mit Führungsstil zu tun hat). Außerdem wem will er drohen? Die ÖVP hat ihn auf "leiwand", mit blau gehts nicht und die stagnierenden Grünen bringen zuwenig Kapital (in Form von Prozenten) mit.
Abgesehen davon mein Vorschlag für das 1.Sparpaket:
Alle Parteien finanzieren ihre Wahlkämpfe selbst und kein einziger CENT darf aus dem Steuertopf genommen werden!!!
Marc99, 29. 05. '10 17:04
Jede Sozialleistung die einer bekommt muß ich einem anderen wegnehmen
Das ist eine ganz einfache Formel die nur Ideoten nicht verstehen. Somit ist Sozialismus nichts anderes als Diebstahl im ganz großen Stil.
Verschieber, 29. 05. '10 18:22
Re: Jede Sozialleistung die einer bekommt muß ich einem anderen wegnehmen
Sozialismis ist ein schlechtes System , aber wir haben und kennen kein besseres System.Und wenn Sie eines kennen dann präsentiren sie es uns.
Marc99, 29. 05. '10 18:40
@Verschieber
Sie haben mit ihren beiden Aussagen zu 100 % Recht.
Sozialismus ist ein schlechtes System - für mich und jeden anderen in der Privatwirtschaft! Weil uns sehr viel von unserem hart erarbeiteten Geld weggenommen wird um andere damit zu unterstützen die nicht die mindeste Vorstellung davon haben was Arbeiten in der freien Wirtschaft bedeutet, ausgenommen jene die von der Privatwirtschaft in Staatsbetriebe geflüchtet sind.
Es gibt kein besseres System - für die Nutzniesser des Sozialismus! Dazu zählen die Beschäftigten in geschützten Bereichen (wie die ÖBB) und noch viel mehr jene die überhaupt nicht arbeiten aber auch ganz gut leben. Selbstverständlich gäbe es für Menschen wie mich bessere Systeme. Staaten mit einem Minimum an Einnahmen und einem Minimum an Ausgaben!
mundiat, 30. 05. '10 08:57
Re: Jede Sozialleistung die einer bekommt..... 2
Hunger uvm., auf der anderen Seite hervorrufen möchten. Wie könnten private Unternehmungen, wie zum Beispiel die Bankenbosse, (der Fisch beginnt beim Kopf…..und endet auch bei den kleinen Nutznießern im eigenen Wirtschaftszweig), mit Geldern arbeiten und verwirtschaften, wenn es nicht von der breiten Masse finanziert wird? Ich beginne auch nicht ein Haus von oben zu bauen sondern wie gut ist mein Fundament um darauf bauen zu können. Also sollte man von unten zu denken beginnen und nicht von oben die soziale Errungenschaften in Frage stellen. Wenn ich beim Fundament (dem Arbeitendem Volk) zu sparen beginne, wird es sich bei noch so schön aussehendem Haus, früher oder später fatal rächen.

I was net?
Sind alle User hier lauter Unternehmer oder seid ihr Arbeitnehmer?
mundiat, 30. 05. '10 08:59
Re: Jede Sozialleistung die einer bekommt.....1
Immer diese Nörgler, Besserwisser und ewigen Schlechtredner, denkt eigentlich irgendwer nach, bevor er was schreibt?
Was wäre eigentlich wenn es kein Sozialsystem geben würde?
Wo wäre die Wirtschaft?
Wer wäre der Abnehmer der Produkte, die von „privaten Unternehmungen“ erzeugt werden uvm.?
Ich denke man sollte vernetzter denken und das gemeinsame Ziel vor Augen führen, dass es jedem Lebewesen auf diesem Planeten gut gehen soll. Es gibt nichts auf Erden, wenn wo Taten gesetzt werden, die neben Erleichterungen, nicht auch Nachteile mit sich bringen. Die Frage ist, was will ich und wie schaffe ich eine Ausgewogenheit? Wenn ich die Nörgler nun hernehme, so scheint es, als mögen sie eine Rückentwicklung. Wenige die Geld in Übermaßen haben und ein Elend unter der Arbeiterschaft mit Epidemien,
Marc99, 30. 05. '10 09:58
@mundiat
Ich stimme ihrer Meinung, dass es allen gut gehen soll absolut zu. Der Unterschied zwischen ihnen bzw. dem Sozialismus und mir liegt darin, dass ich der Meinung bin man muß auch etwas leisten damit es einem gut geht. Die sozialistische Ideologie besteht darin dass die Früchte der Arbeit auf alle aufgeteilt werden, unabhängig davon was der einzelne dazu beigetragen hat. Diese Ideologie kann zwangsläufig nur zur Faulheit und zum damit verbundenen Untergang des Systems führen - siehe ehemalige Ostblockländer.
mundiat, 30. 05. '10 13:14
Re: Jede Sozialleistung die einer bekommt muß ich einem anderen wegnehmen
@marc99: genau das ist der Kunstvolle Spagat, der auf jeden Fall zu schaffen ist, wenn man will. Allerdings ohne auf den sozialen Aspekt verzichten zu müssen. Man darf nicht vergessen, dass gerade jene die es sich leisten könnten, sehr wohl am Sozialtopf mit naschen ohne besonders erbrachten Leistungen.
Wenn zum Beispiel Banken-Bosse die Gelder „armer“ Sparer verspekulieren, zwar in Pension geschickt werden und noch für diese erbrachte „Spitzenleistung“ auf ihre Abfertigung bestehen, um nur eine der Fülle an Vorkommnissen zu nennen. Ich zitiere mich: „Die Frage ist, was will ich und wie schaffe ich eine Ausgewogenheit“? Auf die kommt es an!
Wilfried1931, 29. 05. '10 14:59
Immer wieder die selbe Leier
die Sozialisten versuchen immer wieder ihre Versagernatur und fehlende Persönlichkeit (eine Rudas Rede ohne Stottern gibt es nicht) damit zu kompensieren dass sie Feindbilder suchen in Form von Menschen mit anderer Meinung und solche die nicht SPÖ wählen. Klassenkampf ist ihre Politik und schuld ist jeder der es mit Fleiß und Anstand zu etwas gebracht hat und ohnehin mehr als die Hälfte seiner Einkünfte Steuern zahlt. Schuld an der Krise sind vor allem Politiker die ständig ihr Klientel mit Schulden finanziert haben. Ist es gerecht das ÖBB ler mit 50 gesund und frisch mit guter Pension durch die Welt reisen, während andere bis 65 schuften und nur noch wenige Jahre Pension haben? Wirkliche soziale Härtefälle interessieren die SPÖ nicht, nur Gruppen die Wahlen beeinflußen
hary1965, 29. 05. '10 14:16
Die Totalversager haben Blähungen
und pupsen ihre Töne raus, ihr Konsept ist es mit dem Geld der anderen sowie geborgten der der Jugend, ihre Pfründe und Macht ab zu sichern. Das hat lange funktioniert weil Menschen wie eine Herde Kühe sind und nicht an morgen oder den anderen denken. Aber es gibt kein Geld mehr, der Staat ist gerade dabei pleite zu gehen, oder kann sich irgendein ein Sozi nur ansatzweise vorstellen wieviel 200 Milliarden Euro Geld sind? und wie Versager wie diese Politker die selbst in der Hochkonjunktur nichts als Schulden gemacht haben, in schlechte Zeiten diese Schulden in den Griff bekommen. Keiner kann dass, daher gibt es von den bösen Spekulanten kein Geld mehr in Form von Anleihen, dass ist die Krise.
galileo2, 29. 05. '10 12:00
blablabla
Soll heißen, die ÖBB-ler gehen weiterhin mit 50 in Pension u wir die trotteln zahlen das noch. Typisch rotes Gesindel.
Verschieber, 29. 05. '10 18:17
Re: blablabla
Das kann nur einer sagen der von der ÖBB nichts weiß!
Eisenbahner haben Privilegien wie zum Beispiel : zahlen höhere Steuern als andere (haben nach 35 Dienstjahren gleich viel eingezahlt wie ein ASVG ler) ,haben beim Arztbesuch 20% Selbstbehalt zu zahlen, Solaritätsabgabe ( Arbeitslosenvers.) und bekommen keine Abfertigung usw.