"Steuerzahler darf nicht der Dumme sein":
Pröll-Paket gegen Steuer- und Sozialbetrug
- Vier Schwerpunkte im Paket des Finanzministers
- Mehrere hundert Millionen Euro Einnahmen möglich

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Finanzminister Pröll hat ein umfassendes Paket gegen Steuer- und Sozialbetrug vorgelegt. Es enthält vier Punkte: "Steuerhinterziehung bekämpfen, Steuerflucht stoppen, Schattenwirtschaft austrocknen und Sozialmissbrauch verhindern." Das Finanzministerium will damit mehrere hundert Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen lukrieren. Kritik am Paket kam von der Opposition.
"Wer den Staat betrügt, betrügt uns alle. Und wer Steuern zahlt, darf nicht der Dumme sein", erklärte Pröll dazu gegenüber der APA. Zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung sehen die Pläne Prölls die Einführung des Tatbestandes des Abgabenbetrugs im Finanzstrafverfahren vor. Schwerer Abgaben- und Steuerbetrug soll mit Haftstrafen zwischen einem und zehn Jahren bedroht sein. Weiters soll eine Grenze (etwa 20.000 Euro) zur Prüfung der Einleitung eines Finanzstrafverfahrens eingeführt werden. Das Finanzministerium strebt auch eine direkte Besteuerung von Honoraren über einen Vorabzug an. Um die Steuerflucht zu stoppen, will Pröll nicht nur bei Auslandsüberweisungen Schlupflöcher stopfen, sondern auch mit Schwerpunktaktionen an den Grenzen überprüfen, ob Bargeldtransfers von mehr als 10.000 Euro gemeldet wurden.
Grundsätzlich begrüßt wird das Paket von der SPÖ. Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen würden aber noch einige Punkte fehlen, meinte Finanzsprecher Krainer. Er vermisst in dem Pröll-Konzept das Thema "Steuern bei Aktiengewinnen innerhalb der Spekulationsfrist". Kritik kommt indes von FPÖ und BZÖ.
Für FPÖ-Generalsekretär Kickl zeigt das Paket die derzeitige Ineffizienz der Finanzverwaltung auf. Seiner Auffassung nach ist es höchste Zeit, gegen Steuersünder und Steuerschlupflöcher vorzugehen, man dürfe jedoch nicht über das Ziel hinausschießen. Auch BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner forderte Pröll auf, die Maßnahmen nicht nur anzukündigen, sondern auch umzusetzen. Für die Grünen greifen die Vorschläge Prölls nicht weit genug. Kogler, Budgetsprecher der Grünen, begrüßte zwar den von Pröll angekündigten Kampf gegen Steuerbetrug, dessen Vorschläge sind ihm aber nicht ausreichend.
(apa/red)
