Freitag, 28. Mai 2010

Fußgänger leben gefährlich: Jeder fünfte tödliche Unfall geschieht auf Zebrastreifen

  • "Anhaltemoral vor Schutzwegen hat nachgelassen"
  • VCÖ fordert Bewusstseinskampagne und Kontrollen

Jeder fünfte tödliche Fußgängerunfall in Österreich ereignet sich laut VCÖ auf einem Schutzweg. Den Autofahrern mangle es hierzulande am Bewusstsein, dass Lenker zum Anhalten verpflichtet sind, wenn ein Fußgänger den Zebrastreifen überqueren möchte, hieß es. "Es muss endlich die Verkehrssicherheit für jene, die zu Fuß unterwegs sind, erhöht werden", forderte Martin Blum vom VCÖ.

Von 2005 bis 2009 sind in Österreich 518 Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. 93 Menschen - das sind 18 Prozent - wurden am Schutzweg getötet, davon allein 19 im Vorjahr.

"In den vergangenen Jahren hat die Anhaltemoral vor Schutzwegen nachgelassen. Das hat zum einen mit mangelndem Bewusstsein zu tun und zum anderen damit, dass Telefonieren am Steuer zunimmt", meinte Blum.

Längere Grünphasen erforderlich
Der VCÖ fordert eine Bewusstseinskampagne nach dem Vorbild der Kampagnen gegen Alkohol am Steuer. Zudem sind die Kontrollen durch die Exekutive zu erhöhen. "Wichtig sind Maßnahmen, die die Geschwindigkeit des Kfz-Verkehrs verringern. Zudem braucht es bei Ampeln häufigere und längere Grünphasen für Fußgänger. Im Vorjahr war jeder zweite tödlich verunglückte Fußgänger älter als 60 Jahre", betonte Blum.

2010 wurden bereits 32 Fußgänger bei Unfällen getötet wurden. Sechs davon in Wien, hoch war die Opferzahl auch in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und in der Steiermark, wo jeweils fünf Fußgänger bei Unfällen ums Leben kamen.

(apa/red)

28.5.2010 11:28
Michl1200, 22. 06. '10 20:04
Zebrastreifen-Okay
Aber wieviel mal bin ich stehengeblieben und der Mensch treht sich um.Oder es unterhalten sich zwei auf dem Zebrastreifen.Oder gehen einfach ohne links oder rechts zu schauen,unter dem Motto,das Auto hat eh eine Bremse einfach auf die Strasse.Es ist nicht war,das nur die Autofahrer schuld sind und wen jeder Bürgen auf den anderen Rücksicht nimmt,glaube ich würde alles besser gehen.
MyHomebound, 30. 05. '10 10:23
Schutzweg - Fluch oder Segen
Leider wird auch von Eltern d. Kindern oft vermittelt: ..egal was,am Zebrastreifen kann Dir NICHTS passieren, das Auto muß eh stehenbleiben! Es wird aber nicht dazugesagt, daß das Kind sich vergewissern MUSS, ob ein Überqueren mögl. ist u.daß es i. ZWEIFELSFALL lieber STEHENBLEIBEN und WARTEN soll, daß es sicher sein kann, daß dem Autofahrer auch die Möglichkeit gegeben ist, sich auf das Kind einzustellen u.zu reagieren !! Vorallem, daß es NICHT losrennen soll !! Was nutzen AmpelgeregelteZebrastreifen, wenn sich Kinder (ca.8-10 J) einen "SPASS" draus machen bei (für SIE) ROT vorm Auto drüberzurennen und saufrech zu grinsen; leider sind Erwachsene auch nicht gescheiter. Ironie am Rande, dieser ampelgerelte Übergang wurde nach einem tödlichen VU mit einem Kind installiert.
sidestep, 28. 05. '10 13:30
Kein Wunder...
...wenn soviele Leute am Zebrastreifen umkommen. Ich selbst war Zeuge bei einem "Verkehrsunterricht" in einer Schule bei dem ein Polizist den Kinder förmlich eindrillte, dass sie absoluten Vorrang auf dem Zebrastreifen gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern hätten. Das stimmt zwar, aber meiner Meinung nach hätte der Polizist auch sagen müssen, dass man trotzdem darauf schauen muss, ob der Autofahrer das Kind auch gesehen hat und ihm den Vorrang einräumen will, denn wenn er es übersehen hat (was ja wohl auch vorkommen kann und auch die Ursache für Unfälle ist), dann h a t das Kind auf seinen "Vorang" zu verzichten. Denn was nützt es, wenn das Kind zwar recht hat aber dann tot ist. Das wurde vom Polizisten nie gesagt. Meiner Meinung nach ein schwerer Fehler
witthans, 28. 05. '10 13:07
Zebrastreifen + Umweltschutz
Es ist schon Paradox wenn den Fußgängern uneingeschränkt der Übergang per Gesetz zugebilligt wird. Es kann doch nicht sein, daß zB 5 KFZ für 1 Fußgänger stehebleiben und dann wieder Anfahren (Bremsen+Anfahren verursacht Feinstaub+CO2) müssen, wenngleich der Fußgänger die 5 KFZ abwarten könnte und danach den Zebrastreifen überquert. Somit würden alle Beteiligten gezwungen, sich in das Verkehrsgeschen gedanklich hineinzuversetzen. Derzeit können die Fußgänger gedankenlos auf den Zebrastreifen steigen, denn Schuld ist ja immer der KFZ-Fahrer. Hier zeigt wiederum der Gesetzgeber, wie man Sinnlos mit Kanonen auf Spatzen schießt. Fußgänger sollen gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sein, die genauso auf den Verkehrsfluß "ACHTGEBEN" sollen wie alle anderen.
Marc99, 29. 05. '10 09:24
Re: Zebrastreifen Umweltschutz
Ich wollte auch einen Kommentar schreiben - sie haben mir die Worte aus dem Mund genommen, absolut richtig!!!
Es ist wohl traurig aber wahr - es sind noch viel zu wenige Fußgänger auf Zebrastreifen ums Leben gekommen damit dieses unsinnigste aller Verkehrsgesetze wieder abgeschafft wird. Und überhaupt sind die Zeiten in denen man Autofahrer gegen Fußgänger ausspielen kann doch wohl längst vorbei. Heute ist doch ohnehin fast jeder irgendwann Fußgänger und irgendwann Autofahrer. Aber solange diese Ignorantenvereinigung VCÖ existiert ist keine Gesetzgebung im österr. Strassenverkehr zu erwarten die auf Vernunft-Argumente aufbaut.
kosipapa, 28. 05. '10 12:35
Wen wundert´s
Seit einer Gesetzesänderung vor ein paar Jahren haben die Schutzwege an Wert verloren. War man als Fußgänger zuvor angehalten, die Zebras zu benutzen, so herrscht jetzt der pure Wildwechsel. Jeder rennt (sofern er das mit seinem Alter kann, ansonsten kriecht er) wo immer es beliebt über die Straße. Auch fünf, zehn Meter bis zum geschützten Übergang sind den armen Fußmaroden nicht zuzumuten. Dass dann die Brems- und Anhaltemoral sinkt darf nicht wirklich verwundern. Der 50-er im Ortsgebiet ist fast unmöglich geworden.
brabus, 28. 05. '10 12:26
Zebrastreifen
Die Disziplinlosigkeit von Fußgängern bei geregelten Kreuzungen nimmt ebenso zu, viele kümmern sich nicht um rote Fußgängerampeln und 'springen' dem Autofahrer unvermittelt vor die Motorhaube.
MyHomebound, 30. 05. '10 10:28
Re: Zebrastreifen
Sie wissen gar nicht wie recht sie haben - s.mein Posting "Schutzweg - Fluch oder Segen". Entweder wird diagonal die Strasse (vor allem von Älteren Personen, welche ziemlich langsam sich bewegen) überquert, noch dazu bei ROT oder man "springt" vors Auto und bedroht, bzw. beschimpft dann den Kfz-Lenker - leider gehöre ich auch zu denen, welche durch Fußgänger in solche Situationen gebracht wurden. Das beutelt einen schon zusammen - wenns knappwird...