Betrugsaffäre rund um Pyramidenspiel:
Steirische Polizisten im Visier der Ermittler
- Über 400 Opfer, Schadenssumme von rund 2,5 Mio.
- Hausdurchsuchung: Beamter vom Dienst suspendiert

Nach mehr als 400 ermittelten Opfern und einer Schadenssumme von rund 2,5 Mio. Euro hat die Polizei in der Steiermark bei der Betrugsaffäre rund um ein Pyramidenspiel nun auch einen aktiven sowie ehemalige Kollegen im Visier.
Das Landeskriminalamt Steiermark (LKA) bestätigte einen Bericht der "Kleinen Zeitung", wonach Beamte in die Sache "involviert" sein dürften. Einer sei am Dienstag vom Dienst suspendiert worden. Details könne man seitens des LKA nicht nennen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. In dem Zeitungsbericht hieß es, dass nun die Disziplinarkommission am Zug sei. Der betreffende Beamte soll unter Ausnützung seiner Position Kunden angeworben und mit ihnen sogar Verträge unterzeichnet haben. "In der Hierarchie stand der Kollege schon weit oben", zitierte die Zeitung nicht genannte Quellen aus dem LKA.
Beamter kassierte Million ab
Neben dem suspendierten Beamten sollen auch zwei ehemalige Exekutivbeamte in das Pyramidenspiel verwickelt sein. Einer von ihnen soll mehr als eine Million Euro abkassiert haben, hieß es in dem Bericht weiter. Beide zählten mittlerweile zu den Hauptverdächtigen, genauso wie ein Angestellter einer Leihfirma und ein Grazer Finanzdienstleister.
Seit Juli 2008 ermittelt die Polizeiinspektion Voitsberg in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Niklasdorf des Landeskriminalamtes nach Anzeigen von Geschädigten des Pyramidenspieles, das "Schenkkreis" oder "Unternehmerforum" genannt wird. Nachdem bis Sommer 2009 etwa 150 Geschädigte mit einer Schadenssumme von mehr als einer Mio. Euro Anzeige gegen die Betreiber dieses Spiels erstatteten, erfolgten zuletzt im September 2009 über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz Hausdurchsuchungen bei Verdächtigen.
Die Hausdurchsuchungen fanden in den Bezirken Voitsberg, Graz-Umgebung und Mürzzuschlag statt. Aufgrund des sichergestellten Beweismaterials und den folgenden Erhebungen haben die Ermittler Geldflüsse und Verbindungen der Betreiber des Pyramidenspieles aus der Steiermark untereinander, aber auch mit Betreibern in den angrenzenden Bundesländern nachgewiesen.
(apa/red)
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