Aprilwetter im Wonnemonat Mai: Fällt
unser Sommer heuer komplett ins Wasser?
- Expertin: "Das war's auf keinen Fall mit dem Sommer"
- Juli und August "schauen überhaupt nicht so kühl aus"

Verpatzter Wonnemonat: Die Sonne war diesen Mai nur ein selten gesehener Gast. Das beweisen auch die Wetterstatistiken: Es ist bisher zu kühl und zu nass, allerdings gar nicht so viel mehr als sonst um diese Jahreszeit. Aber die Sonne fehlt, belegen die Annalen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Echte Pessimisten sehen daher schon den Sommer "davonschwimmen".
Johanna Nikitsch von der ZAMG-Klimaabteilung hat den bisherigen Verlauf analysiert. "Es sollte nicht vergessen werden, dass wir in den letzten Jahren mit sommerlichem Maiwetter sehr verwöhnt wurden", schickt sie voraus. "30 Grad und mehr sind im Mai Ausreißer nach oben, so wie zehn Grad ein Ausreißer nach unten sind. In den vergangenen zehn Jahren verlief der Mai mit Ausnahme von 2004 immer zu warm."
Zu wenig Sonne und viel Regen
Das herrschende Wetter finden viele Mitmenschen zunehmend unerträglich. Die Sonne fehlt ihnen, weiß die Expertin: Die schien bisher deutlich seltener als sonst um diese Jahreszeit. "Bis heute wurden großteils nicht einmal 50 Prozent der durchschnittlichen Sonnenstunden erreicht." In Wien beispielsweise gab es mit 103,8 Stunden nur 44 Prozent der üblichen Menge, die Salzburger konnten sich gar nur 63,6 Stunden lang (33 Prozent) an Sonnenschein erfreuen.
"Zusätzlich liegt die Temperatur bis dato etwas unter dem vieljährigen Mittel", erläuterte Nikitsch. "Da die Sonneneinstrahlung im Mai aber schon sehr stark ist, würden die Temperaturen bei vorhandener Sonne nicht als so kalt empfunden."
Nicht geizig war der Mai hingegen mit Niederschlägen im Osten des Landes. Spitzenreiter im Vergleich zum vieljährigen Mittel des Erwartungswertes ist Poysdorf-Ost mit 273 Prozent, gefolgt von Hohenau/March mit 266 Prozent und die Wiener Innenstadt mit 257 Prozent der üblichen Niederschlagssumme.
Sommer wird "eher warm"
Was sagt das alles über den ersehnten Sommer? Noch gar nichts, betonte Johanna Nikitsch: "Das war's auf keinen Fall schon mit dem Sommer. Man sollte nicht von jetzt auf das Wetter in zwei Monaten schließen." Bei vorsichtiger Betrachtung der Langzeitprognosen "schauen Juli und August überhaupt nicht so kühl aus", die Zeichen stünden vielmehr in Richtung eines "eher warmen" Sommers.
(apa/red)
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