Dienstag, 25. Mai 2010

Sechs Jahre Haft für 3,5 Kilogramm "Gras":
Steirerin für regen Drogenhandel verurteilt

  • Komplizen kommen mit milderen Strafen davon
  • 40-Jährige versteckte Cannabis in Schachfiguren

13 Jahre lang soll eine Steirerin einen regen Handel mit Drogen betrieben haben. Sie führte das Suchtgift, meist Cannabisharz, selbst aus Indien ein. Am heutigen Dienstag musste sie sich in Graz vor Gericht verantworten. Sie bekannte sich ebenso wie ihr mitangeklagter Freund und ein weiterer Bekannter schuldig. Die 40-Jährige wurde zu sechs Jahren Haft, die beiden Männer zu fünf und zwei Jahren verurteilt.

Die Steirerin fuhr immer wieder nach Indien und soll im Lauf der Jahre rund 3,5 Kilogramm Cannabisharz nach Österreich gebracht haben. Als Versteck benutzte sie unter anderem Schachfiguren, die sie sich schicken ließ. Einen Teil des Suchtgifts steckte aber ihr Freund einfach in den Rucksack, nachdem man es vorher sorgfältig zu Platten ausgewälzt und zugeschnitten hatte. "So wie Keksteig", fasste Staatsanwältin Eva Pachernigg zusammen.

"Wir haben halt viel geraucht"
Der Freund der Beschuldigten erzählte dem Gericht, er habe seinen Lebensunterhalt mit Drogenschmuggel verdienen wollen. Er selbst rauche seit dem 18. Lebensjahr Haschisch. "Aber die Schiene hat sie gelegt, sie war ja die Intelligentere", so Richter Karl Buchgraber. "Ja", pflichtete der sichtlich vom Drogenkonsum gezeichnete Steirer bei. Er selbst habe in Indien meist auf die Kinder seiner Freundin aufgepasst, "und wir haben halt viel geraucht", schilderte er die goldenen Tage in Goa.

Bei der Hausdurchsuchung der Angeklagten hatte man unter anderem auch sieben Gläser mit eingelegten "Magic Mashrooms", also bewusstseinserweiternden Pilzen, gefunden. Außerdem Suchtgift in den Sachen der Kinder, wo sie die Mutter versteckt hatte. Die Drogen wurden bei sogenannten "Goa Partys" vertrieben, dort wurde nicht nur konsumiert, sondern auch fleißig verkauft. Ende März war die Party jedenfalls für alle vorbei, die Polizei nahm acht Personen fest.

Die 40-jährige Steirerin war sichtlich schockiert über ihre hohe Strafe, die der Richter mit der "enormen Menge" und dem langen Tatzeitraum begründete. Alle drei Beschuldigten erbaten sich Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig. (apa/red)

25.5.2010 12:33
BadLieutenant, 25. 05. '10 15:40
Und sobald das Urteil rechtskräftig ist ...
... bitte sofort auch das Sorgerecht für die Kinder entziehen. Sonst ist die nächste "Giftler"-Generation so gut wie vorprogrammiert, wenn man sie in diesem Umfeld aufwachsen lässt.