Donnerstag, 20. Mai 2010

Lästige Blutsauger wieder im Anflug: Nach Regentagen droht uns eine Gelsen-Invasion

  • Experte Seidel: Insekten schlagen Anfang Juni voll zu
  • Gelsen brauchen für Vermehrung unbedingt Wasser

Die Gelsen kommen: Nach den zahlreichen Regentagen wird es - zwar nicht flächendeckend in ganz Österreich, aber doch regional - schon bald Invasionen an Stechmücken geben. Noch gibt es entlang Hochwasser führender Flüsse, etwa an der March, eine Galgenfrist, betonte Gelsen-Forscher Bernhard Seidel. Er erwartet den Höhepunkt der Plage je nach Witterung zwischen dem 5. und 10. Juni.

Gelsen brauchen für ihre Vermehrung unbedingt Wasser. Die sogenannten Überschwemmungsgelsen überdauern kalte und trockene Perioden - das können auch Jahre sein - als Eier im Boden von Feuchtgebieten. Etwa nach Hochwässern schlüpfen die Larven in den verbleibenden Tümpeln, innerhalb von Tagen bis Wochen sind die Tiere dann fertig entwickelt. Nur die Weibchen brauchen gleichsam als Mitgift für den Nachwuchs eine Blutmahlzeit.

Gelsen lieben Tümpel
Nach den heftigen Niederschlägen bzw. dem Rückzug von Hochwässern bleiben kurzfristig ideale Tümpel für die Gelsenbrut bestehen. In permanenten Teichen oder Seen haben die weitgehend wehrlosen Gelsenlarven kaum eine Chancen gegen das Heer an Feinden. Frisch gefüllte Gewässer sind dagegen praktisch unbewohnt, die Larven können sich ungestört in Massen entwickeln.

Temperatur spielt große Rolle
Wie lange die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Plagegeist dauert, hängt in erster Linie von der Temperatur ab - je wärmer, desto rascher geht die Sache. Gegenmaßnahmen seien daher noch möglich, so Seidel. Mittel- und langfristig sollten aber die Beseitigung von Sünden etwa im Straßenbau und beim Hochwasserschutz Besserung gegen die immer wieder auftretenden Invasionen bringen.

Ideale Kinderstuben der Gelsen sind etwa Entwässerungsgräben oder Auffangbecken neben Straßen oder Autobahnen. Solche Einrichtungen müssten in Zukunft so gestaltet werden, dass Wasser sich nicht länger als ein paar Tage darin hält, so Seidel.

(apa/red)

20.5.2010 13:42