Mittwoch, 26. Mai 2010

WAS KOSTET EIN TRAINER?

  • Tino Teller über den Poker um José Mourinho

Darf man im Fußball für einen Übungsleiter mehr als 50 Millionen Euro ausgeben? Man darf, sagen die „Königlichen“ aus Madrid, für die das Wort „sparen“ schon immer ein Fremdwort war. Dem doppelten Champions-League-Sieger José Mourinho bietet Real Madrid 40 Millionen Euro für einen Vierjahresvertrag, trotz Finanzkrise in Spanien noch immer weitgehend netto ausbezahlt. Dazu kommen 16 Millionen Euro Ablöse für den eigentlich noch bis 2012 laufenden Trainervertrag des 47-jährigen Portugiesen bei Inter Mailand. Trotzdem sollte man sich Neidgefühle auch in Zeiten wie diesen nicht nur angesichts der Erfolgsbilanz Mourinhos verkneifen. Dieser Mann ist tatsächlich die Millionen wert, mit denen ihn Europas Großklubs reihum zu ködern versuchen. Kein anderer Trainer kann momentan sein Team besser auf den jeweiligen Gegner einstellen, kein anderer beweist ein besseres Händchen bei Spielertransfers, kein anderer holt aus einer Mannschaft mehr als das Maximum heraus. Und was die 50 Millionen anlangt, finanziert sich ein José Mourinho praktisch von selbst: Inter Mailand kassiert zum Beispiel allein vom europäischen Fußballverband UEFA für den ersten Meistercupsieg seit 45 Jahren rund 70 Millionen Euro an Prämien.

26.5.2010 13:41