Mittwoch, 19. Mai 2010

Schröpft die Spekulanten

  • Markus R. Leeb ist für die Finanztransaktionssteuer
  • Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?

Sie wollen in das Gesicht eines Spekulanten sehen? Ja, ich gebe es unumwunden zu, ich bin ein Spekulant. Wie ich das mache? Ich bin pensionsversichert. Das Geld liegt in einem Fonds. Der Manager dieses Fonds legt das Geld sehr breit gestreut an. In dieser Geldanlage finden sich Staatsanleihen: europäische, asiatische, amerikanische. Noch dazu ist das Währungsrisiko abgesichert (gehedged).

Aber neben Währungs- habe ich auch noch Ölspekulationen zu bieten: Ich tanke meist unter der Woche, weil ich mit einem höheren Dieselpreis am Wochenende spekuliere.

Als Ausgleich meiner wilden Spekulationen bin ich aber auch mit den fiskalischen Sanktionen einverstanden. Ja, ich bin bereit, die Finanztransaktionssteuer zu bezahlen. Jede Überweisung, jede Behebung beim Bankomaten, jede Gehaltszahlung wird noch einmal besteuert: Denn dies alles sind Finanztransaktionen. Wenn das unsere Wirtschaft, unseren Staat und unsere Währung rettet, leiste ich gern meinen Beitrag. Was ich mir aber im Gegenzug erwarte, ist ein beinharter Sparkurs. Hannes Androsch beziffert das Einsparungspotenzial im öffentlichen Bereich mit 20 Milliarden Euro. Und wer nur ein wenig Gespür hat, der weiß, dass Androsch damit Recht hat.

Markus R. Leeb

leeb.markus@news.at

19.5.2010 12:34
clsc, 19. 05. '10 15:13
MWST zahlt auch jeder!
nur die finanzdienstleistung zahlt keine MWST. wenn ich einen zahlschein bar einzahle, verlangt meine bank spesen für ihre zusätzliche arbeit aber sie liefert davon keine MWSt ab. alle anderen zahlen ordnungsgemäß diese steuer. warum also nicht auch bei finanzgeschäften eine umsatzsteuer, wenn es bei nahrungsmittel eine gibt? dass die finanzwelt droht, abzuwandern, stört gar nicht, weil die wirtschaft, in die sie investieren müssen, der sie geld leihen müssen und v a der konsument bleibt ja da. das geld kommt schon bald wieder zurück. zum spielen können sie ja hingehen wohin sie wollen.