Umstrittener Kampf gegen Börsenwetten:
Berliner Verbot von Leerverkäufen kritisiert
- Paris und Brüssel bemängeln deutschen Alleingang
- Banken prophezeien Ausweichen auf andere Ventile

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Merkel und Faymann für globale Finanzsteuern
·Finanzjongleure an
die Leine genommen
EU reguliert Hedgefonds
& prüft Spekulantensteuer
·Transaktionssteuer:
"Wir werden es tun"
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·Prölls Auftritt im deutschen Fernsehen
VIDEO: Finanzminister
zur Transaktionssteuer
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das wankende Schiff
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steht Nachwuchs ins Haus
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Merkel: "Problem bei
der Wurzel anpacken"
Deutschland schiebt Spekulanten einen Riegel vor - und könnte dem Kampf gegen Spekulanten damit einen Bärendienst erweisen: Das deutsche Verbot von ungedeckten Leerverkäufen wird von einzelnen Euro-Partnern äußerst skeptisch aufgenommen. Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde kritisierte Berlin weniger die Regelung an sich, sondern die Tatsache, dass Deutschland sich bei der Einführung nicht mit europäischen Partnern abgestimmt hat. Frankreich werde Deutschland daher nicht folgen.
Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat besonders spekulativern Geschäften einen Riegel vorgeschoben: Untersagt sind ab sofort unter anderem ungedeckte Leerverkäufe bei Staatsanleihen. Das sorgt für Unmut bei anderen Ländern.
Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde sparte nicht mit scharfen Worten in Richtung Berlin. Die Ministerin wies aber zurück, dass sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen Paris und Berlin damit weiter vergrößert hätten. "Wir sind dabei, die fehlenden Teile des europäischen Hauses zu bauen", sagte Lagarde. Dabei sei es normal, dass es auf der Suche nach einem Konsens auch "Konfrontationen" gebe. Kanzlerin Merkel kündigte weitere Regulierungsschritte auch ohne internationale Abstimmung an.
Kritik auch aus den USA
EU-Kommissar Barnier betonte, er verstehe die Sorge über mögliche Auswirkungen der riskanten Transaktionen auf die unruhigen Märkte. Doch sei es "wichtig, dass die EU-Mitgliedsstaaten gemeinsam handeln". Auch in den USA sorgte das deutsche Vorgehen für Kopfschütteln. Der Alleingang wirke wie ein hilfloses Um-Sich-Schlagen, meinte der Währungsexperte der New Yorker Investment-Firma Brown Brothers, Marc Chandler. "Es erscheint unausgegoren und nicht wirklich durchdacht und bestärkt Marktzweifel an der Glaubwürdigkeit der europäischen Politik."
Die deutschen Privatbanken lehnen den deutschen Alleingang beim Verbot ungedeckter Leerverkäufe ab. Die Politik habe erst monatelang zugesehen, wie das Kind in den Brunnen gefallen sei und habe nun überstürzt gehandelt, kritisierte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Schmitz. Der Markt werde sich ein anderes Ventil suchen und auf ein nationales Verbot reagieren, indem die entsprechenden Geschäfte an anderen Orten getätigt würden.
apa/red)
