Höhere Spritsteuer belastet die Reichen:
Ärmere Autofahrer zahlen nur wenig mehr
- Verkehrsklub: Steuer kostet Reiche 17,5 pro Monat
- Änderungen bei der Pendlerpauschale eingefordert

·Tanken lässt das
Geldbörserl bluten
Spritpreise treiben die
Inflation auf zwei Prozent
·Kindergeld ist noch
verbesserungswürdig
AK kritisiert eine "schwer
durchschaubare" Regel
Wird die Mineralölsteuer angehoben, trifft das in erster Linie sehr gut verdienende Autofahrer. Das oberste Einkommensviertel in Österreich verbraucht 1,827 Mrd. Liter Treibstoff im Jahr, während die unterste Einkommensschicht gerade einmal 401 Mio. Liter Sprit verbraucht, wie der Verkehrsclub Österreich errechnet.
Würde die Mineralölsteuer um 10 Cent je Liter angehoben, dann würde dies die reichsten Haushalte monatlich 17,50 Euro mehr kosten. Die ärmsten Haushalte hingegen müssten 3,80 Euro mehr zahlen, rechnete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vor. "Die Anhebung der Treibstoffbesteuerung ist ein gutes Mittel, damit Wohlhabende stärker zur Budgetsanierung betragen", so die Schlussfolgerung von VCÖ-Experte Blum.
Er forderte auch Änderungen bei der Pendlerpauschale. Von dieser würden bisher in erster Linie reiche Autofahrer profitieren. "30 Prozent der Beziehenden der Pendlerpauschale verfügen über ein Einkommen von über 40.000 Euro pro Jahr", gibt Blum zu bedenken.
Wenigflieger werden belastet
Das derzeitige Steuersystem belaste aber nicht nur Wenigverdiener besonders stark, es benachteilige auch noch Wenigflieger. Denn der Flugverkehr ist unter anderem von der Kerosinsteuer befreit. Zusammen mit anderen Steuerbefreiungen wird der EU-Luftverkehr laut Blum jährlich mit 27 bis 35 Mrd. Euro vom Steuerzahler indirekt subventioniert. Österreich würden jährlich mehr als 300 Mio. Euro durch die Steuerzuckerl entgehen. Blum tritt dafür ein, dass Kerosin wie Benzin besteuert wird.
Überhaupt mahnt der Verkehrsclub Kostenwahrheit im Straßenverkehr ein. Demnach zahlte der Straßenverkehr im Vorjahr 6,4 Mrd. Euro an Steuern, verursachte aber Kosten von 16,6 Mrd. Euro. Von den 6,4 Mrd. Euro kamen 67 Prozent vom Auto- und 33 Prozent vom Lkw-Verkehr. Zusätzlich würde die hohe Abhängigkeit vom Erdöl die Inflation antreiben, gibt VCÖ-Experte Martin Blum zu bedenken.
(apa/red)
