Mittwoch, 19. Mai 2010

Höhere Spritsteuer belastet die Reichen:
Ärmere Autofahrer zahlen nur wenig mehr

  • Verkehrsklub: Steuer kostet Reiche 17,5 € pro Monat
  • Änderungen bei der Pendlerpauschale eingefordert

Wird die Mineralölsteuer angehoben, trifft das in erster Linie sehr gut verdienende Autofahrer. Das oberste Einkommensviertel in Österreich verbraucht 1,827 Mrd. Liter Treibstoff im Jahr, während die unterste Einkommensschicht gerade einmal 401 Mio. Liter Sprit verbraucht, wie der Verkehrsclub Österreich errechnet.

Würde die Mineralölsteuer um 10 Cent je Liter angehoben, dann würde dies die reichsten Haushalte monatlich 17,50 Euro mehr kosten. Die ärmsten Haushalte hingegen müssten 3,80 Euro mehr zahlen, rechnete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vor. "Die Anhebung der Treibstoffbesteuerung ist ein gutes Mittel, damit Wohlhabende stärker zur Budgetsanierung betragen", so die Schlussfolgerung von VCÖ-Experte Blum.

Er forderte auch Änderungen bei der Pendlerpauschale. Von dieser würden bisher in erster Linie reiche Autofahrer profitieren. "30 Prozent der Beziehenden der Pendlerpauschale verfügen über ein Einkommen von über 40.000 Euro pro Jahr", gibt Blum zu bedenken.

Wenigflieger werden belastet
Das derzeitige Steuersystem belaste aber nicht nur Wenigverdiener besonders stark, es benachteilige auch noch Wenigflieger. Denn der Flugverkehr ist unter anderem von der Kerosinsteuer befreit. Zusammen mit anderen Steuerbefreiungen wird der EU-Luftverkehr laut Blum jährlich mit 27 bis 35 Mrd. Euro vom Steuerzahler indirekt subventioniert. Österreich würden jährlich mehr als 300 Mio. Euro durch die Steuerzuckerl entgehen. Blum tritt dafür ein, dass Kerosin wie Benzin besteuert wird.

Überhaupt mahnt der Verkehrsclub Kostenwahrheit im Straßenverkehr ein. Demnach zahlte der Straßenverkehr im Vorjahr 6,4 Mrd. Euro an Steuern, verursachte aber Kosten von 16,6 Mrd. Euro. Von den 6,4 Mrd. Euro kamen 67 Prozent vom Auto- und 33 Prozent vom Lkw-Verkehr. Zusätzlich würde die hohe Abhängigkeit vom Erdöl die Inflation antreiben, gibt VCÖ-Experte Martin Blum zu bedenken.
(apa/red)

19.5.2010 11:58
founder, 19. 05. '10 15:22
Ressourcenbesteuerung ist gerecht
Steuerphilosophie, wieviel Steuern braucht der Staat, wie sind diese Steuern so gerecht wie möglich zu erlangen.

Unser derzeitiges System Menschen zu besteuern schneidet da extrem schlecht ab, wird zum Verursacher vieler Probleme in unserer Gesellschaft.

Die Welt gerecht aufteilen. Gemäß seines Resourcenverbrauchs soll jeder gerecht zum Steueraufkommen beitragen.

Daher begrüßen wir diesen ersten kleinen Schritt das Steuersystem um zu bauen

http://politik.pege.org/2009-fehler/
clsc, 19. 05. '10 15:03
warum?
kaum bringt einer eine these an die öffentlichkeit, wird er als experte, wird seine aussage als studie bezeichnet und die erfundene schlussfolgerung kritiklos als wahr veröffentlich. wie blöd sind die österrreicher wirklich? oder für wie blöd werden wir gehalten. veröffentlicht mal die grundlagen diese sogenanten studien. dann sieht jeder gleich wie manipuliert wird.
st51, 19. 05. '10 15:41
Re: warum?
ganz egal welches Problem auf uns zukommt wir stehen diesem ohnmächtig gegenüber. Denke schon die längste Zeit darüber nach, wie man die Politiker unter Druck setzen kann, damit wir Österreicher auch gehört werden. Es müßte ein Fragenkatalog erstellt werden, wo jeder Bürger die Möglichkeit hat Stellung zu nehmen und abstimmen könnte. In diesem müßten die unumgänglichen Reformen aufgelistet sein und es darf kein Tabu geben. Man könnte sicher dann Prioritäten sezten, was dem Bürger wichtig ist. Wie entmündigt sind wir, dass wir nur zahlen und keine Meinung haben dürfen.
günza, 19. 05. '10 17:53
Re: warum?
Politiker unter Druck bringen ginge ja ganz einfach. Wir würden die Politiker nicht für 4 jahre sondern unbefristet wählen. Aber wir müssen die Wahl haben auch unfähige Politiker schnell an die Luft setzten zu können. Parteinen müssten verpflichtend die miteinander Arbeiten und von jeder Partei wären gleichviele Politiker am werkeln. Die neidgesellschaft die es in jeder größeren Firma gibt würde dafür sorgen, dass die Fehler auch ans Tageslicht kommen. So das wäre doch einmal ein Ansatz, oder.
Marc99, 19. 05. '10 13:01
Kostenwahrheit im Strassenverkehr?
Da ich selten eine Meldung vom VCÖ ernst nehmen kann zweifle ich auch diese Zahlen an. Woraus bestehen die 16,4 Mrd. Euro an Kosten? Enthalten die Einnahmen (6,4 Mrd.):
- alle Mineralölsteuern?
- alle Mautgebühren?
- alle Mwst. auf Treibstoffe?
- alle Mwst. auf sämtliche KFZ-Artikel? (z.B. Forstinger-Zubehör)
- alle Mwst. und Nova auf neue KFZ?
- alle Versicherungssteuern aus dem KFZ-Bereich?
- sämtliche Lohn- und Einkommenssteuern aller im KFZ-Bereich Beschäftigten, dazu gehören unter Anderem auch die Beschäftigten bei GM, Steyr, Magna oder auch im Zubehör-Handel wie Forstinger, ebenso wie die vielen Beschäftigen bei den unzähligen KFZ-Werkstätten und Händlern
und, und, und ...
Berechnen sie das einmal alles bevor sie wieder einen Schwachsinn von sich geben, Herr Martin Blum
sidestep, 19. 05. '10 14:57
Re: Kostenwahrheit im Strassenverkehr?
Sie haben völlig recht die Zahlen anzuzweifeln. Wenn der VCÖ sagt, dass "Arme" weniger fahren" und "Reiche" mehr und deshalb eine Treibstofferhöhung die Armen weniger trifft, dann liegt das genau daran, dass Ärmere sich das Fahren nicht mehr leisten können. Wenn jemand Pendler ist, dann muss er aber fahren ob er arm oder reich ist. Solche dumme Studien dienen nur einem Zweck, zu verschleiernl, dass Ärmere beim Sprit voll draufzahlen während die Reichen die Erhöhungen gar nicht wahrnehmen. Nur die Masse bringt die Steuern und nicht die wenigen Reichen (wie auch die Politiker bei anderen Gelegenheiten immer sagen). Ich frage mich nur oft, wer so dumme Studien bezahlt?
felix0001, 19. 05. '10 20:54
Re: Kostenwahrheit im Strassenverkehr?
Eines ist schon klar, daß Reiche in der Regel größere, teuere und damit spritfressende Fahrzeuge kaufen.
Ein Normalverdiener bei uns, kann sich schon aufgrund
der höchsten KFZ-Steuer (bei größern Fahrzeugen) in
ganz Europa, solche Fahrzeuge wenn er sich das nicht vom Mund abspart, gar nicht leisten.
Studien kann man erstellen, ob sie stimmen oder nicht ist eine andere Sache.