Volltanken lässt das Geldbörserl bluten:
Benzinpreise heizen die Geldentwertung an
- Insgesamt bleibt Inflation im April stabil bei 2 Prozent
- Preise für Haushaltsenergie & Mieten stark gestiegen

·Kindergeld ist noch
verbesserungswürdig
AK kritisiert eine "schwer
durchschaubare" Regel
Die Fahrt zur Tankstelle wird immer schmerzhafter: Was Autofahrer längst erahnt haben, ist nun auch amtlich: Die Preise für Sprit sind im April um ganze 23 Prozent gestiegen - und haben damit die Inflation insgesamt auf zwei Prozent gehalten. Ohne Mineralölprodukte wären die Verbraucherpreise im April gegenüber dem Vormonat nämlich nur um 1,1 Prozent gestiegen, teilte die Statistik Austria mit. Im März hatte die Inflationsrate bei 2,0 Prozent, im Februar noch bei 1,0 Prozent gelegen.
Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI) für April 2010 betrug 109,6 (Basisjahr 2005). Gegenüber dem Vormonat März stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,3 Prozent.
Das teure Tanken war im April für mehr als ein Drittel der Inflationsrate verantwortlich, die Treibstoffpreise stiegen um 22 Prozent im Jahresabstand. Überdurchschnittlich gestiegen sind auch die Preise für Haushaltsenergie (+3,9 Prozent) sowie die Wohnungsmieten (+4,2 Prozent). Billiger wurden Pkw (-2 Prozent) und Flugtickets (-13,1 Prozent).
Beim täglichen Einkauf machte sich die Teuerung im April nicht so stark bemerkbar: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke wurden im Schnitt um 0,6 Prozent teurer. Rauchen und Trinken hingegen schlug sich schon mehr auf die Geldbörse: Alkoholische Getränke und Tabak verzeichneten ein Plus von 2,1 Prozent zum Vorjahr. Die Preise für Bekleidung und Schuhe stiegen im Jahresabstand um 1,5 Prozent und blieben damit leicht unter der April-Inflationsrate (VPI) von 2,0 Prozent.
Mobiltelefonie wird teurer
Die Preise für Nachrichtenübermittlung stiegen im April um 1,4 Prozent zum Vorjahr. Beim Mobiltelefon wirkte einerseits die Grundgebühr mit +55,1 Prozent als Preistreiber, gleichzeitig sanken die Gesprächsgebühren um 38,3 Prozent zum April 2009.
Der eigens berechnete Pensionisten-Teuerungsindex ist im April leicht überdurchschnittlich gestiegen: Die Teuerungsrate des PIPH 2005 betrug im April 2,3 Prozent gegenüber 2,1 Prozent im März und 1,2 Prozent im Februar. Die Differenz zum allgemeinen VPI betrug damit 0,3 Prozentpunkte. Dass Pensionisten die Inflation stärker spüren, sei vor allem auf Verteuerungen bei den Sozialschutz- und Krankenhausdienstleistungen zurückzuführen, so die Statistik Austria. Preisanstiege bei Treibstoffen machen sich beim Pensionisten-Index hingegen weniger bemerkbar.
(apa/red)
