Swarovskis Stern verblasst allmählich:
Kristallkonzern streicht 200 Stellen pro Jahr
- Teile der Produktion nach Indien und China verlagert
- Betriebsratsvorsitzender sieht Kürzungsplan "negativ"

Der Tiroler Kristallkonzern Swarovski macht jetzt Ernst mit seinen bereits angekündigten Plänen, Teile der Produktion ins Ausland zu verlagern. Ab dem kommenden Jahr sollen am Standort Wattens bis 2014 jährlich 200 Mitarbeiter abgebaut werden. Derzeit sind in Wattens knapp über 5.000 Personen beschäftigt. Der Betriebsratsvorsitzende der Arbeiter bezeichnet den Stellenabbau als "negativ".
Kündigungen will das Unternehmen nach eigenen Angaben vermeiden. Der Jobabbau werde weitgehend über "natürliche Fluktuation" realisiert.
"Wenn es uns gelingt, Swarovski nicht nur als Unternehmen oder als Marke zu sehen, sondern dass wir alle gemeinsam Swarovski sind, werden wir den Kampf gegen die starken Mitbewerber China und Ägypten schaffen", zeigte sich Greuter optimistisch. Allerdings sei auch der Kristallhersteller marktabhängig, gestand er ein. Auf manche Situationen habe man keinen Einfluss, meinte der Betriebsrat und wies auf die Staatsverschuldungen unterschiedlicher Länder hin.
Chinesischer Standort wird ausgebaut
Neben dem bereits vorhanden Produktionsstandort in Pune in Indien wird auch der Standort in Qingdao für die Produktion von Kristallkomponenten ausgebaut, außerdem hinzukommen soll eine Produktionsstätte in Osteuropa. Wattens werde allerdings weiterhin der wichtigste Standort für das Unternehmen bleiben, von dem aus die Steuerung und Kontrolle der Werke und Lieferanten erfolgen soll, hieß es. Investitionen in Höhe von 100 Mio. Euro sind hier bis 2014 geplant.
Die Neuausrichtung des Produktionskonzeptes für das Kristallkomponentengeschäft sei aufgrund der veränderten Marktbedingungen infolge des verschärften Wettbewerbs notwendig geworden. Die billige Konkurrenz kommt vor allem aus Ägypten und China, erklärte Sprecher Matthias Neeff. Ziel sei es, die Kostenführerschaft wiederzuerlangen und die Position als Marktführer zu verteidigen.
Das 1895 gegründete Familienunternehmen ist heute in mehr als 120 Ländern aktiv und erzielte 2009 mit 24.800 Beschäftigten (2008: 26.000) einen Umsatz von 2,25 Mrd. Euro (2008: 2,52 Mrd.). Neben Glaskristallen fertigt "Tyrolit" Schleifwerkzeuge. Swarovski-Optik produziert optische Geräte.
(apa/red)
