Freitag, 21. Mai 2010

Immer mehr Zigaretten geschmuggelt: Millionenschaden für die Finanzbehörden

  • 17 Prozent der Zigaretten werden nicht versteuert
  • Gefälschte Glimmstängel als hohes Gesundheitsrisiko

"Sicher mehrere hundert Millionen" gehen den österreichischen Finanzbehörden durch Schmuggelzigaretten durch die Lappen, erklärte Finanzstaatssekretär Lopatka. Etwa 17 Prozent der in Österreich konsumierten Zigaretten werden nach Daten der Wirtschaftskammer nicht hierzulande versteuert. Nicht zuletzt deshalb präsentierte er eine neue Kampagne gegen geschmuggelte und gefälschte Glimmstängel.

Die Bevölkerung soll in den nächsten Wochen und Monaten insbesondere auf erhöhte Gesundheitsgefährdung und die Finanzierung der Organisierten Kriminalität aufmerksam gemacht werden, wenn sie nicht zu legalen Tschick greift. Für diese Informationskampagne kooperieren Finanzministerium, die Wirtschaftskammer, die die Interessen der Trafikanten vertritt, und der Tabakkonzern Japan Tobacco International (JTI).

Fahndung verstärkung und mehrere Hunde
Für die Initiatoren der Kampagne ist das Schmuggeln von Zigaretten im Steigen begriffen. Lopatka nannte dazu die heimischen Zahlen: 2008 wurden 45,4 Millionen Zigaretten beschlagnahmt, im Vorjahr war es genau eine Million mehr. Die Zahl der Fälle ist aber von 3.600 im Jahr 2008 auf 2.800 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Lopatka will den Einsatz der Zollfahndung verstärken und mehr Tabakspürhunde zum Einsatz bringen. Derzeit stehen 19 Tiere im Dienst des Zolls, sie haben einen Trefferquote von 60 Prozent.

Gefälschte Zigaretten als Gesundheitsrisiko
Das größte Gesundheitsrisiko sind dem Finanzstaatssekretär zufolge gefälschte Zigaretten. Diese würden bereits mehr als 50 Prozent der Schmuggelware ausmachen. Dementsprechend wird in der Kampagne darauf aufmerksam gemacht, dass gefälschte Tabakwaren bis zu 60 Prozent mehr Teer, 80 Prozent mehr Nikotin und 130 Prozent mehr Kohlenmonoxid enthalten als erlaubt ist. Daneben würden oft eklige Zugaben wie Tierkot, Plastik, Milben oder Insekten, ja sogar Rattengift enthalten sein.

(apa/red)

21.5.2010 14:28
drahthuhn, 22. 05. '10 04:46
Unfaßbar,was?
Wie wäre es, wenn man den Zigaretten wieder 'normale' Preise zugestehen würde? Kein Mensch glaubt den Schmäh vom 'Abhalten vom Rauchen durch Preiserhöhungen'! Und keiner glaubt den schmäh von den 'hohen Spitalskosten' durch kranke Raucher. Wahr ist vielmehr, daß Raucher bis zu 15 Jahre früher STERBEN, was sich in der Pensionskassa auswirken MUSS. Krass, aber wahr.
Fahren die Leute weniger Auto, weil der Sprit unverschämt teuer ist? Und der zarte Hinweis, geschmuggelte Zigaretten seien gesundheitsschädlich erweckt den Eindruck, die UNSEREN wären GESUND. Dämlicher geht es nicht mehr. Auch hier schwappt der gefährliche infantil-paranoide Amerikanismus, der keine Grauzonen, sondern nur SCHWARZ/WEISS kennt, schon viel zu lange über unsere Ufer.
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