Ein Comeback muss erst einmal gelingen:
Korkmaz und Macho überstrahlen Harnik
- Tormann und linker Flügelflitzer beste ÖFB-Spieler
- Martin Harnik noch vor der Pause ausgetauscht

Von den Rückkehrern ins österreichische Nationalteam können zumindest zwei Spieler mit ihrem Auftritt zufrieden sein. Ümit Korkmaz sorgte beim 0:1 im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Kroatien am linken Flügel des öfteren für brenzlige Situationen und Jürgen Macho entschärfte einige Großchancen. Martin Harnik hingegen blieb bei seinem Comeback farblos und wurde bereits in der 39. Minute ausgewechselt.
Für Korkmaz war es der erste Einsatz in der ÖFB-Auswahl seit dem 2:1 im April 2009 gegen Rumänien ebenfalls in Klagenfurt. Danach wurde der Flügelflitzer von einigen Verletzungen zurückgeworfen, kämpfte sich aber im Frühjahr wieder in die Stammelf von Eintracht Frankfurt und dadurch auch in die Nationalmannschaft.
Gegen die Kroaten war der siebenfache Internationale Österreichs auffälligster Mann in der Offensive. Phasenweise erinnerte Korkmaz an alte Rapid-Zeiten, als er - begleitet von "Ümit"-Rufen" - über die linke Seite wirbelte, echte Torgefahr konnte er aber ebenso wenig erzeugen wie seine Mitspieler. Mit seinem Fersler-Schupfer gegen den kroatischen Kapitän Srna sorgte Korkmaz in der 71. Minute für ein echtes Highlight, ehe er zwei Minuten später ausgetauscht wurde.
Macho rettet in höchster Not
Dass die Österreicher die Partie fast ungeschlagen überstanden, lag vor allem an Macho. Der Wiener parierte Schüsse von Modric (12., 33.), Jelavic (36.) und Strinic (74.) sowie eine hundertprozentige Chance von Bilic (77.) teilweise auch mit Glück und war zudem ständig bemüht, seine Vorderleute mit lautstarken Kommandos zu mehr Konzentration zu ermahnen. Beim Gegentor durch Bilic in der 86. Minute war der Schlussmann machtlos.
Zuletzt war der 19-fache Teamspieler im August beim 0:2 gegen Kamerun in Klagenfurt im Nationalteam zu sehen gewesen. Damals war der Goalie noch auf Vereinssuche gewesen, im Winter landete er dann beim LASK. Schon im März gegen Dänemark wäre Macho wieder dabei gewesen, er musste damals jedoch wegen eines Fingerbruchs passen.
Harnik geht noch vor der Pause
Weniger gut erging es Harnik, der zuletzt beim 1:1 auf den Färöern im Oktober 2008 das ÖFB-Trikot getragen hatte. Der 22-Jährige spielte als Stürmer eine starke Saison bei Fortuna Düsseldorf, was ihm einen Vertrag beim deutschen Europa-League-Starter VfB Stuttgart einbrachte. Von Constantini im rechten Mittelfeld aufgeboten, kam der U20-WM-Vierte von 2007 überhaupt nicht zur Entfaltung und musste schon in der 39. Minute vom Platz. Constantini begrüßte Harnik nach dem Austausch mit einem Schulterzucken, klatschte aber mit dem gebürtigen Hamburger auch ab.
Harniks einzige gelungene Aktion war in der 21. Minute eine Flanke auf Marc Janko, dessen Volley aus sechs Metern nur knapp daneben ging. Ansonsten blieb der ÖFB-Kapitän harmlos und verpasste damit die Chance, sich vor zahlreichen Scouts wie Wolfsburg-Manager Dieter Hoeneß in die Auslage zu spielen. Nach seiner jüngsten öffentlichen Kritik an Salzburg-Coach Huub Stevens wird Janko Red Bull wohl verlassen.
(apa/red)
