Deutschland kommt der Kapitän abhanden:
Michael Ballack fällt für die Fußball-WM aus
- Innenbandriss und Teilriss des Syndesmosebandes
- Chelsea-Legionär wurde im Cup-Finale rüde gefoult
·Überraschungen im deutschen WM-Kader
PLUS: Löw setzt auf Bayern-München-Block
·"Den kannst du nicht auf die Bank setzen"
Beckenbauer: Lehmann nur als Nummer 1 zur WM
·Deutschen gehen langsam Spieler aus
Adler und Rolfes fallen für
die WM in Südafrika Aus
·Absage von Löw:
WM-Aus für Kuranyi
Schalke-Stürmer über Entscheidung sehr traurig

Der deutsche Nationalteam-Kapitän Michael Ballack fällt für die Fußball-WM in Südafrika aus. Ballack hatte sich am Samstag im englischen Cup-Finale bei einem Foul des Ghanaers Kevin-Prince Boateng verletzt. Ballack hat sich einen Riss des Innenbandes und einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes des rechten oberen Sprunggelenks zugezogen.
Ballack, der trotzdem auf eigenen Wunsch zum Team nach Sizilien reiste, kann frühestens in acht Wochen wieder mit dem Training beginnen, dann ist die erste WM auf afrikanischem Boden schon vorbei. Das lädierte Gelenk wird zunächst für vier Wochen mit einem Gipsverband komplett ruhig gestellt. Dann muss der 98-fache Teamspieler für zwei weitere Wochen einen Spezialschuh tragen. Erst danach kann das Rehabilitations-Programm beginnen, teilte der DFB mit. Für Ballack dürfte damit die Hoffnung auf seine letzte Teilnahme an einer WM geplatzt sein.
Für Bundestrainer Joachim Löw und die Nationalmannschaft ist der Ausfall ein Schock. Der Kapitän galt als wichtigste Säule im WM-Plan von Löw und sollte das Team in Südafrika zum vierten WM-Titel führen. "Man muss immer damit rechnen, dass auch mal Leistungsträger ausfallen während eines Turniers oder im Vorfeld", hatte Löw am Sonntag im Trainingslager der DFB-Auswahl in Sizilien gesagt. Da hatte er noch darauf gehofft, dass die Verletzung nicht so schwer sei. Löw stufte einen WM-Ausfall Ballacks als "herben Verlust" ein.
Reuiger Foul-Sünder
Ballack war im englischen Cupfinale, das sein Club FC Chelsea am Samstag gegen Absteiger FC Portsmouth 1:0 gewonnen hatte, vom einstigen Deutschland-Legionär Kevin-Prince Boateng "brutal gefoult" worden, wie Löw kommentiert hatte. Ballack sprach nach der rüden Attacke sogar vor einem Vorsatz Boatengs, der im WM-Aufgebot des dritten deutschen Gruppengegners Ghana steht. "Das sah schon nach Absicht aus", hatte Ballack gesagt.
Boateng entschuldigte sich nun öffentlich beim DFB-Kapitän. Der 23-jährige Spieler zeigte sich in einem Bericht von "Sport Bild online" von Ballacks WM-Aus schockiert. "Es tut mir leid. Es war keine Absicht", sagte Boateng. "Ich komme einfach zu spät und treffe ihn voll. Es sah dumm aus."
(apa/red)
