Dienstag, 25. Mai 2010

Meusburger meistert erste Paris-Hürde:
Zwei-Satz-Sieg bei French-Open-Auftakt

  • Vorarlbergerin ringt Französin Feuerstein nieder
  • Österreicherin spielt nun gegen die Russin Kirilenko

Im fünften Versuch hat es Yvonne Meusburger in Paris endlich geschafft: Die 26-jährige Vorarlbergerin rang am Pfingstsonntag als einzige Österreicherin im Einsatz die nur dank einer Wild Card im Feld stehende Französin Claire Feuerstein nach 85 Minuten mit 7:6(4),6:3 nieder. Neben 25.000 Euro Preisgeld, die für die finanziell aufwändige Saison gut gebraucht werden können, hat sie ihren Platz in den Top 100 damit gefestigt.

Meusburger, die im Head-to-Head mit Feuerstein nun auf 3:0 gestellt hat, trifft voraussichtlich am Mittwoch in der zweiten Runde auf die als Nummer 30 gesetzte Russin Maria Kirilenko, die Karolina Sprem (CRO) mit 7:6(5),6:4 bezwungen hat.

"Immer, wenn man bei einem Grand Slam die erste Runde gewinnt, ist es ein Erfolg. Ich habe derzeit sehr viel Selbstvertrauen", meinte Meusburger, die dank guter Auslosung gegen die Nummer 222 der Welt plötzlich zur Favoritin geworden war. Im Gegensatz zu ihren bisherigen beiden Siegen über die Lokalmatadorin in diesem Jahr war allerdings der Platz sieben in Roland Garros weit schneller als die vorangegangenen Begegnungen auf langsamem Sand.

Die Taktik der Französin, einfach auf jeden Ball draufzuknallen, wäre im ersten Satz fast aufgegangen. Sie führte im Tiebreak schon mit 4:2, ehe Meusburger das Match drehte und im zweiten Satz das entscheidende Break zum 5:3 schaffte.

Nach ihrer Rückkehr in die Top 100 in diesem Jahr hat sich die Dornbirnerin in diesem Kreis nun wieder etabliert, sich wohl bis zu den US Open ihren Platz im Hauptbewerb der Majors gesichert. "Ich habe letztes Jahr sehr intensiv gearbeitet, so etwas zeigt sich erst in der Zukunft. Die harte Arbeit wird irgendwann immer belohnt." Meusburger habe sich vom Spiel her sehr entwickelt. "Meine Technik ist sehr sauber geworden, Vor- und Rückhand sind besser, den Aufschlag habe ich irrsinnig verbessert, der ist fast ein bisserl eine Waffe geworden."

Ihre nächste Gegnerin Maria Kirilenko (RUS-30) kennt sie gut, sie hat heuer in der ersten Melbourne-Runde mit 3:6,1:6 heuer gegen sie verloren. Und dabei besser gespielt, als es das Ergebnis aussehen ließ. "Über die Auslosung darf man nicht schimpfen", sagte die Vorarlbergerin, die sich über das Preisgeld freilich freute. "In meiner Situation kann man jeden Groschen brauchen, man hat ja irrsinnig viele Ausgaben für Flüge, Hotel, Coaches..."

Dass sie die einzige Vorarlbergerin im Damenbewerb ist, und das große Talent Tamira Paszek im Ranking so weit abgesackt ist, findet sie "schade. Weil sie von der Spielweise her großes Talent hat und eigentlich hierher gehört." Sie ist überzeugt, dass Paszek wieder zurückkommt. "Das ist nur eine Frage der Zeit."

(apa/red)

25.5.2010 14:56