"Die sollen beweisen, dass sie brav sind":
FPÖ-Burgenland-Chef Tschürtz im Interview
- Über Asylwerber, Eberau und rot-blaue Bettspielchen
- Rosenkranz? "Goldrichtig würde ich jetzt nicht sagen"

·"Serafin? Der darf ja
nicht einmal wählen"
Landesvize Franz Steindl
im Interview mit NEWS.at
·"Stehe vor der Tür
und sage Grüß Gott"
FPÖ-Burgenland-Chef Tschürtz im Interview
·"Die SPÖ ist zur Kopie
der FPÖ geworden"
Grüner Michel Reimon im Gespräch mit NEWS.at
·Opposition schießt sich auf Niessl ein
FPÖ und Grüne kritisieren
Proporz und Wahlrecht
Tschürtz fordert unter anderem, Asylwerber mit Fußfesseln oder Funk-Armbändern auszustatten, um sie so besser überwachen zu können. Dass diese Maßnahme eine unglaubliche Vorverurteilung und Kriminalisierung von Asylsuchenden bedeuten würde, schmettert er ab: "Ich sehe das nicht so negativ. Die Asylwerber sollen beweisen, dass sie brav sind."
"Der Schmied bleibt der Schmied"
In der Asyldebatte führe kein Weg an der FPÖ vorbei, wird der Loipersbacher im Lauf des Interviews nicht müde zu betonen. In der Causa um ein mögliches Asylerstaufnahmezentrum im südburgenländischen Dorf Eberau habe die SPÖ zwar versucht, die Freiheitlichen rechts zu überholen, gelungen sei ihr das aber nicht, meint Tschürtz: "Der Schmied bleibt der Schmied und der Schmiedl bleibt der Schmiedl. Und wir sind in dem Fall der Schmied."
Die wahre Gefahr für das Burgenland ortet Tschürtz jedoch in der organisierten Kriminalität. Der ehemalige Polizist fordert daher die Schaffung einer 200 Mann starken "Grenzschutztruppe", die die seit 2007 offene Schengen-Grenze "zeitweise, für ein paar Stunden" dicht machen soll. Dass das östlichste Bundesland ohnehin schon die höchste Polizeidichte aufweist, lässt Tschürtz kalt: "Wir liegen an der Außengrenze, daher sollten wir die Sicherheit weiterhin gewährleisten."
Rot-blaue Bettspielchen
In Bezug auf eine mögliche Beteiligung der FPÖ in der burgenländischen Landesregierung - die Freiheitlichen halten derzeit bei zwei Mandaten und rechnen mit starken Zugewinnen - hält sich der pannonische Statthalter Straches aber noch bedeckt: "Ich finde das schon sehr amüsant, dass die ÖVP sagt, ich liege mit der SPÖ im Bett und die SPÖ sagt, ich liege mit der ÖVP im Bett." Weder mit der Landes-SPÖ um Hans Niessl noch mit ÖVP-Landeschef Steindl sei etwas auspaktiert, dementiert Tschürtz entsprechende Gerüchte.
"Verstehe Diskussion überhaupt nicht"
Die FPÖ-interne Debatte um eine mögliche Neuausrichtung der Partei hält Tschürtz für übertrieben:" Ich versteh diese mediale Diskussion überhaupt nicht. Das Klima im Bundesparteivorstand ist hervorragend." Die Entscheidung, Barbara Rosenkranz ins Rennen um das Bundespräsidentenamt zu schicken, würde er allerdings nicht als "goldrichtig" bezeichnen: "Aber im Nachhinein ist man immer gescheiter."
(jt)
