Giftiger Ölschlick zerstört dutzende
Kilometer Marschland: "Dort ist alles tot"
- Experten warnen vor jahrzehntelangen Folgen
- Druck auf britischen Energiekonzern BP wächst

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Ölpest erreicht Feucht- gebiete von Louisiana
·Bohrinsel "Atlantis" als neuer Risikofaktor
US-Regierung: Hinweise auf Sicherheitsmängel
·Ölpest: Obama verschärft Gangart
Unabhängige Kommission
soll Unglück untersuchen
·Es könnte noch bis August Öl austreten
Verzweiflung und Suche nach den Schuldigen
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Kleinere Glocke oder
"Betonstöpsel" geplant
·BILDER: Der Kampf gegen die Katastrophe
Mehrere hundert Tonnen täglich ins Meer geflossen
·Ölplattform wies Sicherheitsmängel auf
Besitzer äußerten bereits vor einem Jahr Bedenken
Der seit Wochen befürchtete Alptraum wird wahr: Giftiges Öl aus der explodierten Plattform im Golf von Mexiko hat an der Küste von Louisiana bereits dutzende Kilometer des hochsensiblen Marschlandes zerstört. Auf einer Länge von gut 38 Kilometern sei das Schwemmland verseucht, sagte der Vorsteher der Gemeinde Plaquemines Parish, Billy Nungesser, im US-Fernsehen.
Im betroffenen Abschnitt sei kein Leben mehr, sagte Nungesser dem Nachrichtenkanal MSNBC. "Dort ist alles tot." "Der Ölschlick zerstört Stück für Stück unser Marschland", fügte Nungesser hinzu. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Louisiana, Bobby Jindal, sagte nach einem Flug über das betroffene Gebiet: "Dieses Öl war 177 Kilometer unterwegs, bevor es unsere Küste erreicht hat, und wir machen uns große Sorgen, dass dies erst der Anfang ist." Jindal warnte auch vor den wirtschaftlichen Folgen in seinem Bundesstaat. Die Ölpest bedrohe Fischer, Shrimps- und Austernzüchter.
Experten warnen vor Umweltkatastrophe
Experten warnten, dies sei erst der Beginn einer riesigen Umweltkatastrophe, die für Jahrzehnte ihre Spuren hinterlassen könnte. Sie sorgen sich nicht nur um die unmittelbaren, sondern auch die längerfristigen Folgen für Umwelt und Mensch. Das Rohöl "belaste die Fische sowie Fauna und Flora im Golf", warnte der Veterinär Steve Murawski von der Nationalpark-Behörde. Über Plankton, Fische oder Krustentiere könnten die giftigen Substanzen aus dem Öl zudem auch in die Nahrungskette gelangen.
Greenpeace-Mitarbeiter John Hocevar sagte, das Öl habe gerade erst die Küste erreicht, werde aber jahrelange, wenn nicht jahrzehntelange Auswirkungen haben. Küstenwache-Vertreter Edwin Stanton erklärte, sollte es nicht gelingen, das Ufer zu reinigen, bleibe als letzter Ausweg nur, das verseuchte Marschland in Brand zu setzen. "Aber das kann man nur einmal machen", sagte Stanton.
Druck auf Energiekonzern BP wächst
Unterdessen erhöhte sich der Druck auf den britischen Ölriesen BP, endlich das wahre Ausmaß der austretenden Ölmenge zu benennen. Im Streit um die Menge des vor der US-Küste ins Meer laufende Öl wehrt sich der Energie-Multi BP gegen Vertuschungs-Vorwürfe. Die angegebenen 5.000 Barrel pro Tag seien nur eine grobe Schätzung gewesen, sagte ein Sprecher. Rund die Hälfte der aus dem Leck in rund 1,6 Kilometer Meerestiefe strömenden schwarzen Wolke bestehe vorliegenden Daten zufolge nicht aus Öl, sondern Erdgas.
Der in schwerer Kritik stehende Konzern hatte zuvor mitgeteilt, er pumpe 5.000 Barrel pro Tag aus dem defekten Bohrloch ab - was bedeuten würde, dass genau die Menge auf Schiffe umgeladen wird, die nach BP-Schätzungen täglich entweicht. Diese Zahl wird von einigen Wissenschaftern angezweifelt, die von bis zu 70.000 Barrel am Tag ausgehen. BP selbst räumte ein, "nicht alles austretende Öl" aufzufangen.
(apa/red)
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