Freitag, 21. Mai 2010

Spektakulärer Kunstdiebstahl in Paris: Alarmanlage war schon seit Wochen defekt

  • Videoüberwachung funktionierte: Maskierter Täter
  • Rätselraten über Motiv: Werke sind unverkäuflich

Eine kaputte Alarmanlage hat vermutlich den schwersten Kunstdiebstahl aller Zeiten in einem Pariser Museum ermöglicht. Ein Teil der Alarmanlage sei in einigen Räumen seit knapp vier Wochen defekt gewesen, teilte die Stadt Paris auf ihrer Website mit. Die zuständige Firma warte auf ein Ersatzteil eines Zulieferers, hieß es weiter.

Bürgermeister Bertrand Delanoe forderte eine Untersuchung, inwiefern technische Mängel oder menschliches Versagen dazu beigetragen haben, den Diebstahl zu ermöglichen.

Maskierter Täter
Die Videoüberwachung habe fehlerfrei funktioniert. Es seien jede Nacht drei Wächter im Dienst, die die Bilder direkt übertragen bekommen. Auf den Bildern war ein maskierter Täter zu sehen gewesen, der in der Nacht zu Donnerstag den spektakulären Kunstdiebstahl begangen hat. Er erbeutete aus dem Pariser Museum für moderne Kunst fünf Meisterwerke von Malern wie Picasso, Matisse und Modigliani. Die Museumsleitung schätzt ihren Wert auf rund 100 Millionen Euro.

Motive unklar
Gerätselt wird indes über die Motive des Täters. Nach Angaben von Szenekennern sind die Dutzende Millionen Euro wertvollen Meisterwerke von Malern wie Picasso und Matisse absolut unverkäuflich. Der Täter könne die fünf Bilder wegen ihrer Bekanntheit niemandem zeigen, sagte ein Auktionator dem Radiosender RTL.

So gut wie ausgeschlossen sei auch, dass ein romantischer Kunstfan hinter der Tat stecke. Ein Mitarbeiter des Kunstauktionshauses Christie's äußerte sich ähnlich: Dass Sammler Ganoven beauftragten, sei eine Legende, sagte Thomas Seydoux der Zeitung "Le Figaro".

Picasso- und Matisse-Werke gestohlen
Nach Museumsangaben wurden folgende Werke gestohlen: "Le pigeon aux petits pois" von Pablo Picasso, "La pastorale" von Henri Matisse, "L'olivier pres de l'Estaque" von Georges Braque, "La femme a l'eventail" von Amedeo Modigliani sowie das Werk "Nature morte aux chandeliers" von Fernand Leger.

(apa/red)

21.5.2010 12:17