Donnerstag, 20. Mai 2010

Blutbad bei Verkehrskontrolle in Paris: Schwerkriminelle schossen sich Weg frei

  • Eine Polizistin durch Treffer in Kopf und Bauch getötet
  • Auf der Flucht unbeteiligte Autofahrer angeschossen

Mit Salven aus Sturmgewehren haben sich offenbar Schwerkriminelle bei Paris den Weg freigeschossen. Dabei wurde eine Polizistin durch Treffer in Kopf und Bauch getötet. Mehrere Autofahrer erlitten Verletzungen. "Die Verbrecher werden ermittelt werden und für ihre Taten bezahlen", sagte Innenminister Brice Hortefeux am Tatort.

"Es gibt acht Verletzte", sagte Hortefeux im Radio. Die Täter wollten laut Polizei mit großer Sicherheit eine Bank oder einen Geldtransporter überfallen. In ihrem Auto sei Sprengstoff gefunden worden.

Auffälliger Lieferwagen
Der Lieferwagen war in Creteil südöstlich von Paris Polizisten aufgefallen, die mit ihrem Fahrzeug auf dem Weg zu einer Schießübung waren, weil er mehrere Einschusslöcher aufwies. Als die Polizisten den Wagen kontrollieren wollten, eröffneten die vier oder fünf Insassen das Feuer und fuhren über die Autobahn 4 davon.

Der Streifenwagen nahm die Verfolgung auf, die Täter versuchten ihn abzuschütteln, indem sie aus der Hecktür Gegenstände auf die Straße warfen. Außerdem schossen sie. Dabei wurden unbeteiligte Autofahrer getroffen.

Polizistin tödlich getroffen
In Villiers-sur-Marne verließen die Kriminellen die Autobahn. Als Polizisten sie stoppen wollten, schossen sie erneut. Dabei wurde eine Polizistin tödlich getroffen; ihr Kollege wurde an der Schulter verletzt.

Nach der Kollision mit einem Kleinwagen zündeten die Täter ihren Lieferwagen an. Sie entkamen in einem anderen Fahrzeug, das später verlassen gefunden wurde. Die Autobahn A4 bei Paris wurde stundenlang gesperrt.

(apa/red)

20.5.2010 16:33