Mittwoch, 19. Mai 2010

Ölplattform "Atlantis" als neues Risiko: Hinweise auf Sicherheitsmängel aufgetaucht

  • US-Regierung will mögliche Probleme überprüfen
  • Konzern BP: Schlamm soll Öl-Leck endgültig stopfen

Die US-Regierung prüft mögliche Sicherheitsprobleme auf einer weiteren Ölförderplattform des Konzerns BP. Innenminister Ken Salazar sagte in einer Anhörung vor einem Senatsausschuss in Washington, man gehe Hinweisen wegen möglicher Sicherheitsbedenken auf der Plattform "Atlantis" nach, die ebenfalls im Golf von Mexiko steht.

Die Plattform, an der BP einen Anteil von 56 Prozent hält, ist mit einer Fördermenge von täglich 200.000 Barrel Öl eine der größten Ölförderanlagen der USA.

Salazar: US-Regierung mitverantwortlich
Salazar räumte unterdessen eine Mitverantwortung der US-Regierung für die Ölkatastrophe nach dem Untergang der BP-Plattform "Deepwater Horizon" vor einem Monat ein. Das Innenministerium und die ihm unterstellte Abteilung für die Ausbeutung der Bodenschätze seien mitverantwortlich, sagte der Minister. "In diesem Haus muss saubergemacht werden", fügte er hinzu.

Vier Wochen nach dem Untergang der Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" wächst an der US-Küste die Angst vor der ganz großen Ölverschmutzung. Die US-Behörde für Ozeanographie NOAA sieht zudem Gefahren für Florida. Sie befürchtet, dass das in den Golf von Mexiko sprudelnde Öl von einer Strömung erfasst wird, die es auch an weitere Küsten des Urlaubsstaates spülen könnte.

Schlamm soll Öl-Leck stopfen
BP will die Öl-Quelle am Wochenende komplett schließen. Das Unternehmen werde versuchen, schweren Schlamm in die sprudelnde Quelle zu pumpen, berichteten US-Medien. Dabei sollen mehr als 6.000 Liter pro Minute in die Öffnungen eines Ventilsystems gepresst werden, das über dem Hauptbohrloch installiert ist. BP hofft, dass das Loch dadurch verstopft wird. Danach könne es mit Zement abgedichtet werden.

Unterdessen scheiterte die US-Regierung mit ihrem Versuch, die Ölindustrie per Gesetz für Schäden stärker zur Kasse zu bitten. Bisher gilt für die Ölfirmen eine eher niedrige gesetzliche Obergrenze für Schadenersatz: Sie liegt bei 75 Millionen Dollar (rund 61 Millionen Euro). Experten rechnen aber mit einem Milliardenschaden durch die Ölpest - etwa für Fischer, Tourismus und Privatleute.

(apa/red)

19.5.2010 14:06