Donnerstag, 20. Mai 2010

Uninspirierte, biedere Oldie-Party in Wien:
Skandal-Whitney ließ Frau Houston zuhause

  • Wiener Stadthalle zwar voll aber nicht ausverkauft
  • Viele Pausen während der Show und Selbstironie

Der Boulevard hat sich seit Wochen eingeschossen: Ein Wrack namens Whitney Houston kommt nach Wien! Oder doch nicht? Am Mittwochabend stand die vom jahrelangen Drogenkonsum und vom prügelnden Ehemann gezeichnete US-Sängerin dann tatsächlich in der nicht ausverkauften Stadthalle. Der von manchen herbeigesehnte Skandal ist dabei ausgeblieben. Die 46-Jährige stolperte zwar mehrmals (im ersten Song sogar buchstäblich und später über technische Probleme), aber sie fiel nicht. Es war keine Freakshow, sondern bloß ein ganz normal langweiliges Konzert.

Houston begann die Show mit zwei Stücken vom aktuellen Album "I Look To You" (Sony) und ließ sich von einer für einen R&B- bzw. Soul-Act ungewöhnlich lärmenden Band begleiten. Dass die drei Backgroundsängerinnen stark in den Vordergrund gemischt waren (und streckenweise das Ruder übernahmen), schien zunächst eine Notmaßnahme zu sein. Aber der Star, der gerade wegen der kräftigen Stimme 170 Millionen Tonträger verkauft hat, kam nicht wirklich außer Atem. Auch gerülpst hat er nicht (wie angeblich zuvor in Berlin geschehen).

Viele Pausen und Selbstironie
Zum Erholen hatte Whitney Houston auch genug Gelegenheiten: Unzählige "I Love You Too"-Ausrufe in Richtung des Publikums, viele lange Ansagen und mehrere Umkleidepause - gefüllt mit belanglosen Darbietungen der Nebendarsteller (also der Band und der überflüssigen, weil nichts zum Gesamtkonzept beitragenden Tänzer) verkürzten die ohnehin nicht gerade üppige Spielzeit. Mitunter hatte man das Gefühl, dass man der Aufnahme eines Hörbuchs beiwohnte: Wenn Houston etwa mitten in einem Song eine ausschweifende Lobesrede über Michael Jackson hielt. Manchmal jedoch konnte die Sängerin durchaus mit (Selbst-)Ironie punkten, wenn sie etwa über ihre Schweißausbrüche referierte.

Uninspierierte Oldieparty
Das Dilemma liegt nicht in der Stimme (da gibt es viele andere, die mit gebrochenem Organ noch kreative Höchstleistungen schaffen) oder im Lebenswandel (da gibt es viele andere, die man deswegen als Helden verehrt), sondern im Material: Ein nicht enden wollender Standard-Gospel, gebettet zwischen "I Will Always Love You", ist nun mal - wenn auch von den Fans als solcher gefeiert - kein Höhepunkt. Mit einem uninspirierten, runtergeholzten "I Wanna Dance With Somebody" war man dann endgültig in einer Oldieparty angelangt.

(apa/red)

20.5.2010 09:58
Supreme666, 19. 05. '10 18:23
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Mit Spannung erwartet kann das heutige Konzert der (ehemaligen?) Soul-Diva Whitney Houston in der Wiener Stadthalle erwartet werden.

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