Lage in Bangkok ist wieder unter Kontrolle:
Im tief gespaltenen Land herrscht das Chaos
- Thailand: Sechs Leichen in einem Tempel entdeckt
- Soldaten bekämpfen vereinzelte Widerstandsnester
·Thailändische Armee
zerbombt Widerstand
Vormarsch der Armee
fordert neue Todesopfer
·Kopfschuss während eines TV-Interviews
VIDEO: Brutales Attentat auf thailändischen Offizier
·Thailand: Lösung der
Krise in der Schwebe
Termin für Neuwahlen
unter Konfliktpunkten

Die thailändische Regierung hat nach eigenen Angaben die Hauptstadt Bangkok nach zehn Wochen zum Teil gewaltsamer Proteste wieder weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Nach dem Angriff auf den militanten Kern der Rothemd-Bewegung vom Vortag gingen Soldaten noch gegen vereinzelte Widerstandsnester vor. Das tiefer denn je gespaltene Land drohte weiter im Chaos zu versinken.
Auch nach einem Ende der Gewalt dürfte eine Versöhnung schwierig sein. "Wir können zwar sofort die Straßen reparieren", sagte der Gouverneur von Bangkok. "Aber wir wissen nicht, wie lange es dauert, die verletzten Herzen der Menschen zu heilen."
Bei dem militärischen Großangriff auf ein seit zehn Wochen besetztes Geschäftsviertel im Herzen Bangkoks wurden am Mittwoch mindestens 15 Menschen getötet und 96 verletzt. Mit den Toten vom Mittwoch wurden seit Beginn der regierungskritischen Proteste Mitte März insgesamt 82 Menschen getötet und rund 1.800 verletzt.
Leichenfund in Tempel
Am Donnerstag räumten Soldaten einen von Rothemden besetzten buddhistischen Tempel. Rund 1.000 Menschen - zum großen Teil Frauen und Kinder - wurden ins Freie geleitet. In dem Tempel wurden sechs Leichen gefunden.
Die Regierung verlängerte das Ausgehverbot für Bangkok und 23 anderen Provinzen bis Samstagabend. Es gilt von 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr. Beobachter befürchten, dass die Gewalt von Bangkok auf die umliegenden Provinzen übergreifen könnte. Besonders der Norden des Landes gilt als Hochburg der Rothemden.
Urlaubsorte nicht betroffen
Die Urlaubsorte im Süden Thailands sind nach Informationen der österreichischen Botschaft in Bangkok nicht von den Unruhen im Land betroffen. Allein in Pattaya seien Ausgangssperren verhängt worden, doch gebe es auch dort keine Ausschreitungen, berichtete Botschafter Johannes Peterlik gegenüber der APA. Sämtliche Auslandsösterreicher seien weiterhin wohlauf.
(apa/red)
