Donnerstag, 20. Mai 2010

In Korea riecht es nach "totalem Krieg":
Süden findet Beweise für Torpedo-Angriff

  • Obama: "Inakzeptables Verhalten" von Nordkorea
  • Streit um Untergang eines Kriegsschiffs des Südens

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Bei den Ermittlungen zum Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs nahe der gemeinsamen Seegrenze haben die Ermittler in Seoul nach eigenen Angaben Beweise für einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff gefunden. Nordkorea sprach von konstruierten Beweisen und drohte für den Fall einer Vergeltung mit "totalem Krieg".

US-Präsident Obama warf Nordkorea "inakzeptables Verhalten" vor. Wie ein Sprecher des Weißen Hauses mitteilte, habe Obama den "Akt der Aggression", der zum Untergang der südkoreanischen Korvette "Cheonan" im Gelben Meer geführt habe, "scharf verurteilt" und dem südkoreanischen Präsidenten seine Anteilnahme am Tod der 46 Seeleute ausgedrückt.

"Dieser Akt der Aggression ist ein weiteres Beispiel für das inakzeptable Verhalten Nordkoreas und eine Missachtung internationalen Rechts", hieß es in der Mitteilung. Nordkorea müsse verstehen, "dass Kriegslust gegenüber seinen Nachbarn und die Herausforderung der internationalen Gemeinschaft Zeichen der Schwäche sind" und nur die eigene Isolation verschärfen.

Ban: "Höchst verstörend"
UNO-Generalsekretär Ban war beunruhigt: "Die Fakten, die der Bericht darlegt, sind höchst verstörend", sagte Ban. Der Generalsekretär, der selbst Südkoreaner ist, würdigte, dass die Regierung in Seoul bei der Untersuchung des Untergangs "maßvoll und geduldig, objektiv und wissenschaftlich" vorgegangen sei und auch ausländische Experten daran beteiligt habe. China forderte unterdessen beide koreanischen Staaten zu Zurückhaltung auf.

Nord- und Südkorea befinden sich nach dem Waffenstillstand von 1953 noch offiziell im Kriegszustand. Die Grenze zwischen beiden Staaten ist die am schwersten bewachte der Welt.

(apa/red)

20.5.2010 10:45