Italiener haben Silvio gar nicht mehr lieb:
Berlusconis Popularität erreicht Rekordtief
- Korruptionsskandale und Koalitionskrach im Vorfeld
- Umfrage: Auch andere Regierungsmitglieder verlieren

·Schreiduell nach
Kritik an Berlusconi
Italienischer Premier zeigt
sich äußerst dünnhäutig
·Italiener halten Silvio
Berlusconi die Treue
Mitte-Rechts-Bündnis
siegt bei Regionalwahlen
·'In den Spiegel sehen
verdirbt ihr den Tag'
Berlusconi lästert über Aussehen einer Gegnerin
·200.000 protestieren gegen Regierungschef
Die Anti-Berlusconi-Front marschiert wieder auf
·Wie wär's denn mit einem neuen Gesetz?
Berlusconi will sich so
von Prozessen befreien
Die Popularität der italienischen Mitte-Rechts-Regierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat ein Rekordtief erreicht. Unter dem Druck von Korruptionsskandalen und des Koalitionskrachs mit dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini ist der Prozentsatz der Befragten, die Berlusconis Kabinett vertrauen, im Mai auf 35 Prozent gefallen.
Der Negativ-Rekordwert geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipr Marketing hervor, die im Auftrag der regierungskritischen linksliberalen Tageszeitung "La Repubblica" durchgeführt wurde. Das ist das schlechteste Resultat seit Beginn der Legislaturperiode im Mai 2008. Im April lag die Popularität der Mitte-Rechts-Regierung noch bei 38 Prozent.
Die persönliche Popularität Berlusconis, die in den vergangenen Monaten ohnehin schon nach der Serie von Skandalen rund um sein Privatleben stark gesunken war, fiel laut der Umfrage auf 41 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als im April. Im Oktober 2008 hatte Berlusconi den Höhepunkt seiner Popularität mit 62 Prozent erreicht.
Auch die Minister der Regierung verlieren an Popularität. Kulturminister Sandro Bondi, der das Filmfestival von Cannes boykottiert hat, weil der Dokumentarfilm der regierungskritischen Regisseurin Sabina Guzzanti über die grassierende Korruption beim Wiederaufbau der Erdbebenstadt L'Aquila gezeigt wurde, verlor vier Prozentpunkte und muss sich mit einer Popularität von 48 Prozent begnügen. Sogar Innenminister Roberto Maroni, der bisher zu den beliebtesten Regierungsmitgliedern zählte, meldete sinkende Popularitätsraten.
(apa/red)
