Freitag, 21. Mai 2010

Beatrix Karls Vorstoß zur Gesamtschule:
ÖVP sieht einen "ausgesprochenen Skandal"

  • Rückendeckung erhält sie nur von steirischer ÖVP
  • Schützenhöfer: "Denken wird wohl noch erlaubt sein"
    Parteichef Pröll wiegelt ab: "Persönliche Meinung"

Entsetzen in der ÖVP hat das Eintreten von Wissenschaftsministerin Karl für die "beste einheitliche Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen" ausgelöst. Die Diskussionen in der ÖVP über ein neues Bildungspapier könnten in die Richtung gehen, dass man ein "Gymnasium für alle" ermögliche, so Karl, die darauf mehrere Ordnungsrufe aus ihrer Partei erhielt. Rückendeckung erhielt sie vom steirischen Landeshauptmannstellvertreter Schützenhöfer. Er meinte knapp: "Denken wird wohl noch erlaubt sein." Glücklich über den Vorschlag zeigte sich die SPÖ.

ÖVP-Chef Pröll bezeichnete Karls Vorstoß als "persönliche Meinung" der Wissenschaftsministerin. Diese werde "eingebaut in die Diskussion in der ÖVP über ein neues Bildungskonzept, die nicht zu Ende ist, die läuft". Karls Aussagen seien "kein Schwenk in Richtung Gesamtschule, definitiv nicht". Auch Karls Nachfolger als ÖAAB-Generalsekretär, Lukas Mandl, sprach von einer "krassen und isolierten Einzelmeinung".

"Ausgesprochener Skandal"
Am deutlichsten wurden die ÖVP-Lehrergewerkschafter: AHS-Vertreterin Eva Scholik empfahl Karl zu schweigen, Pflichtschullehrer-Vertreter Walter Riegler nannte es einen "ausgesprochenen Skandal", dass eine "Einzelperson" versuche, die Parteilinie zu präjudizieren.

Karl selbst zog nach der Kritik nicht zurück, sondern lobte das "breite Meinungsspektrum" in der ÖVP. Sie sei beauftragt worden, die unterschiedlichen Bildungskonzepte in der Partei zu koordinieren - und sei von Pröll "nicht zurückgepfiffen" worden.

Rückendeckung aus der Steiermark
Rückendeckung erhielt Karl von der steirischen ÖVP. Landeshauptmannstellvertreter Schützenhöfer erklärte, dass die Schule in Österreich momentan im Umbruch sei und es um die "beste Lösung für die Schüler gehe". Landesrätin Edlinger-Ploder versteht die Aufregung um den Vorstoß nicht. Sie spreche sich nach wie vor für eine Gesamtschule der fünf-bis 15-Jährigen aus.

In der SPÖ ist man darüber geschlossen aus dem Häuschen: Unterrichtsministerin Schmied will nun noch in dieser Legislaturperiode eine Entscheidung über die künftige Schulform bei den Zehn- bis 14-Jährigen, Bundesgeschäftsführerin Rudas begrüßte die ÖVP in der "Bildungspolitik des 21. Jahrhunderts".

"Gesamtschul-Virus"
FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz äußerte den Verdacht, dass Karl vom "Gesamtschul-Virus" befallen sei. BZÖ-Bildungssprecherin Haubner empfahl Karl, sie solle "ihre Phantasie in ihrem Ressort spielen lassen und dort für eine Steigerung des Wissenschaftsbudgets sorgen", ihr Grünen-Pendant Walser äußerte die Hoffnung, dass der "Bildungs-Beton" der ÖVP bröckeln könnte.

(apa/red)

21.5.2010 22:12
Ferdiburli, 22. 05. '10 13:31
Die liebe Frau Karl
spürt schon jetzt, dass ihr die Schuhe in Wien zu groß werden. Aus diesem Grund redet sie der steirischen ÖVP den Mund, damit sie Chefin der ÖVP Steiermark werden kann, nach der blamablen Wahlniederlage von Schützenhöfer im Herbst. Die is nix blöd ... .
sidestep, 26. 05. '10 07:46
Re: Die liebe Frau Karl
Wenn Sie der ÖVP in der Steiermark eine Niederlage provezeien, wer gewinnt dann die Wahl dort, wenn alle Vorhersagen - die ja nicht stimmen müssen - der SPÖ den Verlust des LH-Sessel voraussagen?
Übrigens - ich halte die Frau Minister Karl für eine kluge und mutige Frau!
sidestep, 26. 05. '10 07:48
Re: Die liebe Frau Karl
Entschuldigung "prophezeien" heißt das natürlich.
Marc99, 21. 05. '10 19:25
Liebe Lehrer und deren Gewerkschafter!
Dass das österr. Schulsystem beim Pisa-Test hinter Kasachstan eingestuft wurde sollte sogar so in ihrer Selbstgefälligkeit erstarrte Individuen wie euch aufwecken. Warum klammert ihr euch mit aller Vehemenz an ein Schulsystem, dass aus der K.u.K-Zeit stammt? Ist es wirklich so unbequem sich neuen Anforderungen zu stellen? Wie wärs wenn ihr euch an Spitzenländern wie Finnland orientiert? Ich denke das Hauptproblem in Österreich sind die Gewerkschaften. In der freien Wirtschaft haben sie Gott sei Dank nicht die Macht wie bei Lehrern und Beamten, sonst würde unsere Privatwirtschaft auch hinter Kasachstan nachhinken.
mr.sauer, 21. 05. '10 21:00
Re: Liebe Lehrer und deren Gewerkschafter!
Also ersten vergesst alle mal Pisa. Das sind genauso getürkte Zahlen, wie Griechenland zum Euro gekommen ist. Kein Mensch stemmt sich gegen eine GUT DURCHDACHTE auch notwendige REFORM im Bildungswesen. FAKT ist dass in den letzten 40 Jahren bereits 8 Reformen (im Bereich der Hauptschule) stattgefunden haben, mit dem Enderfolg, dass heute größtenteils Analphabeten die 8.Schulstufe verlassen. (Ursachen überlasse ich individuellen Interpretationen). Weiters Fakt ist, dass sogennante Experten von Traumvoraussetzungen ausgehen, die es nicht mehr gibt (Zustand der Gebäude, Ausstattung, teilweise sehr verhaltensauffällige Jugendliche etc.) und selbst 20 Jahre in keiner Klasse waren.
Eine einfache Frage an alle die hier posten.
Was glaubt ihr bringt eine Gesamtschule für unsere Wirtschaft???
Wien_1190, 25. 05. '10 12:17
Re: Liebe Lehrer und deren Gewerkschafter!
Auf gut alt Wienerisch - "mehr Hackla"


Ist nicht unbedingt schlecht - für den Moment - nur im Endeffekt werden uns dann wieder die "gebildeten" Leute ausgehn ;)

Es liegt - wie immer - alles auf der Waagschale und unsere Politiker spielen somit mit der Zukunft unserer Kinder/Enkel!

Ich würde gerne wissen welche Schule - falls vorhandene "Karlkinder" - diese besucht haben / besuchen!

Ich kann nur von mir sprechen - meine Kinder besuchen das Theresianum - und ich kann mich nur Voll und Ganz für den Erfolg der beiden (ja ich habe zwei) aussprechen!

Eine Gesamtschule würde weder den "sozial schwachen" noch den "sozial starken" helfen - die Lehrer passen sich zwar immer "den schwächsten an" nur was tun - wenn einer schlechter ist als der andere und Niemand! einen gewissen "Grundstock" hat?
Wien_1190, 25. 05. '10 12:24
Re: Liebe Lehrer und deren Gewerkschafter!
Ja die Lehrer würden an Burnout-Syndrom leiden - und das schon früher als heute.

Weil es einfach eine Sisyphusarbeit ist - die Fehler die in der Kindererziehung gemacht wurde - auszubügeln und diese Tätigkeit liegt eigentlich auch nicht im Aufgabenbereich eines Pädagogen!

Genau deshalb gibt es Unterschiede - wenn jeder seine Kinder "aufziehn" würde und sie nichtnur "ernähren" - dann könnte man eine Gesamtschule einführen aber NUR wenn ALLE von VORNHEREIN!! schon auf EINEM!! STAND sind!! Anders geht es leider nicht!!

Deshalb -> keine Grundwissen -> Haupschule
-> Grundwissen -> AHS

Als ich damals in die AHS aufgestiegen bin, schon länger her, hat man MAXIMAL!! 2x2er! haben dürfen - ansonsten musste man eine Aufnahmeprüfung machen - Heut (was ich weiß) 1x3er -> Aufstieg
Wilfried1931, 21. 05. '10 16:10
Unsympatisch
Sehr viele Menschen kochen vor Wut weil sie merken wie diese unsympatischen Lehrergewerkschafter mit einem Betonierer wie Neugebauer an Spitze, ständig jede Änderung abwehren um ihr altes Privilegiensystem zu erhalten. Sie erpressen den Staat und Eltern mit Streikdrohungen und haben bei Pröll und Faymann damit Erfolg, weil beide zu feige sind auf Bildungsexperten zu hören und endlich mal etwas zu ändern. Kein Wunder dass in einen solchen System tüchtige Lehrer gemobbt werden, damit Minimalisten nicht viel tun müssen. Viele Lehrer kommen und gehen wann sie wollen, sie lassen ihre Schüler alleine arbeiten, machen sich keine Mühe neuen Stoff zu erarbeiten, immer wieder die alten Hüte. Dieser Gewerkschaft sollte bei Streiks der Geldhahn abgedreht werden, keine Arbeit kein Geld
mr.sauer, 21. 05. '10 17:33
Re: Unsympatisch
Folgende Aufgabenstellungen für sie und Hary 1965:
1.) Wie schaffen sie es dass Bund und Länder sich einigen können bezüglich Besoldung.
2.) Wer bestimmt welcher Schüler in einem gemeinsamen Gymnasium von einem Professor unterrichtet wird und wer von einem "gewöhnlichen" Hauptschullehrer ( bin schon auf Proteste der Eltern gespannt wenn ihr Sprößling nicht von Hr.oder Fr.Professor unterrichtet wird)
3.) Was geschieht mit den alten Hauptschulen. Wer muss dort senien Unterricht absitzen, wer darf in die teilweise sehr modernen und schülergerechten Klassenzimmer einer AHS und ersparen sich dadurch den Lehrerwechsel nach 4 Jahren.
4.) Welche von den ca 20 Schulversuchen wird zur Regelschule?
UND glauben sie wirklich den Experten, die seit 20 Jahren in keiner Klasse mehr gestanden sind?
ablaton, 22. 05. '10 10:14
Re: Unsympatisch
@mr.sauer: haben Sie keine eigene Meinung weil Sie hier nur Fragen stellen oder spielen Sie sich als Oberlehrer auf? Ich würde den Experten glauben auch wenn sie schon seit 20 Jahren nicht mehr in einer Klasse gestanden sind. Die Alternative wäre nur den Lehrern zu glauben und da sieht man ja wohin wir gekommen sind. Also meine Hochachtung für die Ministerin die steht zu ihrer Meinung!
abraxa, 22. 05. '10 10:54
Re: Unsympatisch
Ich kann mr.sauer nur zustimmen. Das sind die Fragen, die zuerst geklärt werden müssen!
Der Schule einen neuen Namen zu geben ist leicht, die Umsetzung ist aber das Problem. Es wird immer sogenannte Eliteschulen geben und Restschulen für das gemeine Volk. Wenn alle Schüler einen gemeinsamen Schultyp besuchen, heißt das nicht, dass alle auch maturieren können. Leistungsunterschiede wird es immer geben und daran sind sicher nicht die Lehrer schuld! Ich glaube auch nicht, dass ein Kind mehr lernt, wenn es von einem "Professor" unterrichtet wird, manchmal ist auch das GEgenteil der Fall.
mr.sauer, 22. 05. '10 11:26
Re: Unsympatisch
Zunächst möchte ich mich um Gottes Willen auf keinen Fall als Oberlehrer verstanden wissen (davon bin ich weit entfernt). Aber man kann natürlich den Spieß auch umdrehen. Alles was sogenannte Experten von sich geben wird von der Gesellschaft größtenteils zu 100% geglaubt. Sobald aber Lehrer irgend eine Meinung abgeben ist das prinzipiell falsch, von der Gewerkschaft in Stein gemeißelt etc. Ich habe mit meinen Fragen nur auf den derzeitigen IST Zustand und dessen gordischen Knoten hinweisen wollen. (Ich habe aber noch keine Antworten gelesen)
PS: Auch mir gefällt Fr. BM Karl, nicht wegen ihres Schulkonzeptes toll wäre, sondern vielmehr weil jemand seine eigene Meinung vertritt und nicht blindlings (wie bei SPÖ) nur die Parteilinie vertritt
Sensor, 22. 05. '10 14:45
Re: Unsympatisch
Völlig richtig!!!
Bundeskanzler und Vizekanzler sind nicht nur unfähig, sondern auch entmündigt. Sie sind Hampelmänner an den Schnüren von Lobbys, das sind im Bildungsbereich die Standesdünkel-Vertreter und die Betonschädeln einer unbelehrbaren und nicht lernfähigen Lehrergewerkschaft.
Politiker sollen das Notwenige tun, auch auf die Gefahr hin, dass sie abgewählt werden. Ihre Aktivitäten sind jedoch darauf ausgerichtet um jeden Preis von ihren Parteien wieder aufgestellt zu werden. Damit machen sie sich zu Komplizen der Fortschrittsverhinderer.
Wir wählen leider keine Persönlichkeiten, sondern Parteien, die mit unseren Stimmen ihnen unterwüfige Schwächlinge aussuchen.
hary1965, 21. 05. '10 15:49
Diktatur der Gewerkschaften
Der angebliche Demokratiezwilling Gewerkschaft entpuppt sich mehr und mehr als Krebsgeschwür unserer Demokratie. Egal welche Änderungen Experten verlangen, sobald es nur einen minimalen Einschnitt für privilegierte öff. Bedienstete bedeutet heulen sie auf. Es kann ja nicht sein dass Steuernzahler bluten für ein teueres uneffektives Schulsystem und nur Gewerkschafter off. Bed. entscheiden, wobei jeder mit anderer Meinung zu schweigen hat. Den Menschen geht die Zukunft unserer Jugend sehr nahe und die Wähler werden sich nicht gerne in eine Staatspleite treiben lassen von Privilegienvertretern. Sollte der gemütliche Pröll und der Jasager Faymann dass nicht bald begreifen und mal Verantwortung übernehmen, werden wir bald als Pleitekanditat um EU Geld betteln müssen und fremdbestimmt sein
abraxa, 20. 05. '10 19:00
Bildungsentscheidung mit 14
Immer wieder kommt das Argument, dass die Entscheidung für den weiterführenden Weg erst mit 14 fallen soll. Das ist ja ohnehin schon so! Viele Schüler gehen nach der Hauptschule in weiterführende Schulen und maturieren später. Die Hauptschule ist doch keine Einbahnstraße und manche Schüler sind dort besser aufgehoben wie in den AHS, wo oft viel mehr Leistungsdruck herrscht. Begabte Schüler lernen auch in der HS genug, da der Lehrplan der gleiche ist und sie sind pädagogisch dort besser betreut.
DAs Problem der Schulwahl liegt eher im Umfeld - die bessere GEsellschaft schickt ihre Kinder eher in Gymnasien, geeignet oder nicht! Wenn es nur eine Einheitschule geben wird, dann wird es genauso Standort geben, wo eben wieder nur die unterschichtkinder hingehen werden, ob das nun Gymnasium heißt oder nicht.
pronti53, 20. 05. '10 16:24
Zürück zu den Wurzeln
Ist eigentlich nichts Neues, die Gesamtschule war im ehemaligen Ostblock üblich. Was diese Oberschlauen nicht wahrhaben wollen, ist, dass es ganz einfach in unserer Gesellschaft auch Schüler gibt, die schwächer sind. Und genau diese Gruppen - die Lernschwachen, die Kinder aus sozialen Unterschichten, die Kinder mit nicht deutscher Mutterspache - werden dann durch den Rost fallen, und landen in den Sonderschulen. Für ein paar geht mit den neuen Modellen die Schraube nach oben, aber ich denken für den großen Rest geht die Schraube nach unten. Die Einkommensschere klafft sowieso immer weiter auseinander und man hilft noch etwas in der Bildung nach, damit sich die Spreu so richtig vom Weizen trennt, und die "Armen und Ungebildeten " dort bleiben, wo sie hingehören.
mr.sauer, 20. 05. '10 15:19
De facto
haben wir in Wien das Modell Gesamtschule, genauer Gymnasium für alle (heute kommst du schon mit 3 in der VS ins Gymnasium). Alles andere was HS Kooperative Mittelschule oder sonstiges, ist in Wirklichkeit eine Restschule mit folgender Schülerpopulation
a) lernwilllige aber lernschwache Schüler (es gibt doch wirklich arme Hascherl mi IQ unter 80)
b) lerunuwillige Schüler (meist aus sozialen Unterschichten oder zerrütteten Famileinverhätnissen; davon gibt es mehr als die Gesellschaft wahr haben will)
c) Kinder mit nicht deutscher Muttersprache (manche Klassen bis zu 100%)
Die gemeinsam mit wirklich lerninteressierten und begabten Kindern in einer Klasse zusammenfassen????
Jeder soll sich selber darüber seine Meinung bilden.
mr.sauer, 20. 05. '10 15:31
Re: De facto
2.Teil:
Das nächste Problem das bei einer gemeinsamen Schule der 10 - 14 jährigen die Privatgymnasien boomen werden. Nach Orwell's Animal Farm:"Alle Tiere sind gleich, nur ein paar Tiere sind gleicher" werden einige Eltern (va die sich leisten können), nicht gerade erfreut sein wenn gerade sein Kind solche Sitznachbarn (wie in Teil 1 angeführt) hat.
Der eigentliche Stress für unsere Schüler ist nicht eine Prüfung in der Schule sondern vielmehr der Druck der Gesellschaft die heute einem guten Handwerker weniger Anerkennung zollt als einem schlechten Akademiker. Jeder muss Matura haben koste was es wolle (Siehe Statistik Nachhilfestunden)
Wien_1190, 25. 05. '10 13:15
Re: De facto
Sie haben Vollkommen Recht!

Es wird nicht so sein - es ist schon seit ca. zehn Jahren so - meine Kinder wollen auch nicht mit Türken/Serben etc - die ihre eigene Muttersprache(welche Deutsch sein sollte - wenn hier geboren) viel öfters sprechen - als "unsere" - zusammen"gesperrt" werden - ergo - einziger Ausweg -Privatschule - dort hat man zwar auch "ausländische" Mitschüler nur diese kommen aus "sozial-starken-Familien" z.B.: Diplomaten - Managerfamilien usw.!

Ich kann es - und will es nicht zulassen, dass meine Kinder mit "derartiger" "Unterschicht" (ich weiß jetzt werden die Leute wieder "buhu-rassist" oder was weiß ich was schrein) zusammen "arbeiten müssen"!

Gottseidank sind wir NICHT ALLE GLEICH - sonst würde die Menschheit untergehn!
Sensor, 25. 05. '10 18:44
Re: De facto
An alle Standesdünkler, insbesondere an Wien_1190, 25. 05. '10 13:15:

es würde zu weit führen, hier noch einmal das Prinzip der Gesamtschule darzulegen, mit dem sich hier manche Leute noch nicht auskennen: Bitte, wenn möglich dazu den Artikel von Dr. Bernd Schilcher (ÖVP) im heutigen Standard lesen.
Zur "Unterschicht":
Ich kenne jemanden, der nach dem Standesdünkler "Wien_1190 aus der von ihm so verachteten "Unterschicht" stammte. Er kam in den zweiten Zug (2. Leistungsstufe) der Hauptschule und machte eine Lehre. Anschließend die Abendmatura und dann das Medizinstudium. Heute ist er Oberarzt an einer Universitätsklinik und ein Kapazität ersten Ranges in seinem Fach(Orthopädie) und hält auch Vorträge in allen Kontinenten.
Fortsetzung:
Sensor, 25. 05. '10 18:54
Re: De facto, Fortsetzung
Fortsetzung zu Sensor, 25. 05. '10, 18:44:

Er gehört allerdings nicht zu jener "geistigen Unterschicht", deren Angehörige im Wald herumgelaufen sind, um Wehrsportübungen zu halten, wozu wir ja schließlich das Bundesheer haben; auch nicht zu jenen, die im erwachsenen Alter sich noch Diskos herumtreiben und Wahlplakate mit schwachsinnigen Floskeln verfassen; auch nicht zu jenen, die aus Standesdünkelgründen mit einem Studentenkapperl herumlaufen, aber nicht einmal eine Matura geschafft haben und zuletzt nicht zu jenen, die kein ordentliches Deutsch schreiben können.
mr.sauer, 25. 05. '10 21:48
Re: De facto
an Sensor
Mein Problem besteht darin, dass sogenannte Experten dauernd von der Gesamtschule redén, aber überhaupt kein Konzept vorlegen können. (siehe meine oben gestellte Fragen). Zweitens halte ich nicht viel von ihrem Ausdruck "geistige Unterschicht". Es gibt nun mal lernschwache Kinder (mit IQ unter 70) die auch Anspruch auf eine angemessene Schulbildung haben. Was schätzen sie wie hoch das Frusterlebnis für jene Kinder ist, wenn sie bereits nach der 3. 4. 5. oder 6. Schulwoche dem Unterricht nicht mehr folgen können? Die Folgeerscheinungen zu erklären überlasse ich ihnen oder unseren hochgeschätzen Experten.
Wien_1190, 27. 05. '10 11:02
Re: De facto
@sensor

Ich glaube Sie haben mein "Anliegen" falsch verstanden - es sagt keiner - das die "Unterschicht" keinerlei Chancen haben soll um - z. B. - ein Studium anzustreben, ABER es ist einfach historisch bestätigt, das Leute mit "wenig gebildetem" Elternhaus nicht den "Lerndrang" mitbekommen haben und daher einfach nicht die Lust dazu haben studieren zu gehn etc.!

Sie drehn mir die Wörter so im Mund um wie Sie diese brauchen - und das ist nicht korrekt!

mfg
brabus, 20. 05. '10 14:34
Gymnasium für alle
Welche Schulform hier zur Anwendung kommen soll ist letztendlich egal. Es gibt Hauptschulen mit weit höherem Niveau als somanche Gymnasien bieten können. Wenn das Ziel also eine Chancengleichheit ist, dann muss vorweg sichergestellt werden, dass alle Volksschulen das gleiche Bildungsniveau haben, nur dann können Schüler in ein einheitliches weiterführendes System übertreten. Und selbst dann ist nicht die Schulform das Kriterium, sondern die Qualifikation der Schüler, die Qualität der Lehrer aber letztendlich und das wichtigste, ein bereinigter Lehrplan/Stoff, der den Anforderungen der heutigen Wirtschaft entspricht. Alles andere ist ein Schmarrn und bestenfalls Ablenkungen von den Problemen, die Frau Ministerin mit den Unis hat.
Wien_1190, 27. 05. '10 11:10
Re: Gymnasium für alle
Da haben Sie vollkommen Recht!

Meiner Meinung nach sollte man die Gehälter der Volkschullehrer erhöhen - denn diese verdienen am wenigsten!, aber haben eigentlich die höchste Verantwortung. Dann wäre evtl. der Anreiz höher den Kindern einen "angemessenen" Grundstock zu gewehren!

Aber leider müssen sich diese mit mangelden Deutschkenntnissen "rumschlagen" und die "innländischen Kinder" gehn "unter!" - ergo - sind das "Grundbildungsniveau beim Volkschulaustritt immens"!! LEIDER!!!

zusätzlich: Wenn ein Kind in der Volkschule keine Disziplin mitbekommt(natürlich is das Hauptaufgabe der Eltern) - bzw. das "Lernen" lernt - dann kann es diese Defizit nur ganz schwer wieder aufholen!

Ich finde es schade das nicht mehr Leute so denken!