An den Unis lehrt künftig der Sparstift:
Ministerium bereitet Budgetkürzungen vor
- Rektor der Uni-Salzburg befürchtet hohe Verluste
- Konflikt vorprogrammiert: "Todesurteil für die Unis"

·Karl gehen bald die Gesprächspartner aus
Studenten ziehen sich aus
Hochschuldialog zurück
Die österreichischen Universitäten müssen sich auf Budgetkürzungen gefasst machen. Darauf bereiten Vertreter des Wissenschaftsministeriums derzeit die Unis in sogenannten "Gestaltungsgesprächen" vor. Demnach soll es "wegen der hohen Staatsverschuldung für keine Universität ab 2013 eine Budgeterhöhung, ja nicht einmal eine Budgetanpassung geben", informierte Rektor Schmidinger von der Uni Salzburg.
Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Budget noch zusätzlich sinke, "im besten Fall also eine Budgetstagnation mindestens während der kommenden fünf Jahre". Aufgrund der jährlich massiv steigenden Kosten bedeute ein stagnierendes Budget für die Uni Salzburg zwischen 2013 und 2015 einen realen Verlust ca. 20 Prozent des Budgets von 2012, d.h. deutlich über 20 Mio. Euro, so Schmidinger.
Auswirkungen dürften diese Budgetmaßnahmen auch auf Uni-Bauten haben: Das Ministerium habe mitgeteilt, dass "seitens des Bundes in den nächsten Jahren mit keinerlei Finanzierung von Bauvorhaben mehr zu rechnen" sei. Im Herbst solle vielmehr offiziell verlautbart werden, welche bereits beschlossenen Bauvorhaben an allen österreichischen Unis wenigstens verschoben, wenn nicht sogar ganz abgesagt seien.
Scharfe Kritik der ÖH
"Katastrophale Auswirkungen auf die Zukunft Österreichs" befürchtet die HochschülerInnenschaft (ÖH) durch die angekündigte Stagnation bzw. Kürzung der Uni-Budgets. Immerhin seien die Unis schon jetzt "chronisch unterfinanziert", so ein Vertreter vom ÖH-Vorsitzteam. BZÖ-Wissenschaftssprecher Widmann spricht gar von einem "Todesurteil für die Universitäten", das den Rektoren bei den so genannten Gestaltungsgesprächen übermittelt werde.
"Während die deutsche Bildungsministerin zwölf Mrd. Euro für Bildung ausgeben will, legt (VP-Wissenschaftsministerin Beatrix) Karl den Rückwärtsgang ein", beklagte ÖH-Generalsekretärin Maltschnig (Verband Sozialistischer StudentInnen, VSStÖ).
(apa/red)
