Änderung in der ÖVP-Bildungspolitik: Die
'neue Aufstiegsschule' statt der Hauptschule
- Arbeitnehmerbund ÖAAB legt Bildungskonzept vor
- Spindelegger hält Begriff der Gesamtschule für falsch
Eine "Wende in der ÖVP-Bildungspolitik" soll das neue Bildungskonzept des ÖVP-Arbeitnehmerbundes ÖAAB bringen. Zwar wird darin am differenzierten Schulsystem festgehalten, der Wechsel zwischen AHS und Hauptschule soll aber durchlässiger gestaltet werden. ÖAAB-Chef Spindelegger forderte die SPÖ auf, sich "ebenfalls stark zu bewegen" und ein eigenes Konzept vorzulegen.
Die wesentlichen Themen des den Schulbereich umfassenden Bildungskonzepts seien mit Vizekanzler Pröll besprochen, betonte Spindelegger. Er nehme an, dass es in den nächsten Monaten einen offiziellen ÖVP-Kurs gebe. Gleiches solle nun die SPÖ erarbeiten. Anschließend könne dann ein bildungspolitischer Dialog zwischen den Koalitionspartnern stattfinden, der auf ÖVP-Seite von Wissenschaftsministerin Karl geführt werden soll.
Als Eckpfeiler des neuen Konzepts nannte Spindelegger die sprachliche Frühförderung, die stärkere Durchlässigkeit zwischen AHS und Hauptschule ("die neue Aufstiegsschule"), den Ausbau der Nachmittagsbetreuung, eine neue Lehrerausbildung sowie die Einrichtung von "Begabtenklassen" in jedem Bundesland. Jedes Kind soll in Form eines verpflichtenden Ganztagsunterrichts Sprachförderung erhalten, bis es in der Lage ist, dem Regelunterricht zu folgen. Wer dies ablehnt, dem sollen Sozialleistungen gestrichen werden.
"Up-Grading" für Hauptschulen
Eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen hält Spindelegger für "falsch", den Begriff "Gesamtschule" will er überhaupt hinter sich lassen. Stattdessen sollen die Hauptschulen ein "Up-Grading" erfahren und zu "neuen Aufstiegsschulen" werden. Sie sollen bedarfsorientiert zusätzlich Sprachen anbieten.
Sowohl Freude als auch Enttäuschung hat das neue ÖAAB-Bildungskonzept bei Unterrichtsministerin Schmied ausgelöst. Einerseits sei es eine "große Freude, dass die ÖVP bildungspolitisch endlich ein Lebenszeichen gibt", so Schmied. "Schade" findet es Schmied, dass sich die "fortschrittlichen Kräfte" bei der gemeinsamen Schule noch nicht durchgesetzt haben.
(apa/red)

