Montag, 17. Mai 2010

Österreichs Weg könnte Alleingang werden:
Faymann beharrt auf Transaktionssteuer

  • Forderung nach "sozial gerechten Staatseinnahmen"
  • Feindbild Spekulation auf SPÖ-Klausur im Burgenland

Welche Konsequenzen soll man aus der Finanz- und Wirtschaftskrise ziehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der SPÖ-Klubklausur im Burgenland. Kanzler Faymann bekräftigte in seinem Eröffnungsreferat die Forderung nach einer Finanzmarktregulierung und sozial gerechten Staatseinnahmen. Eine Finanztransaktionssteuer sollte Österreich auch im Alleingang einführen, wenn es auf der EU-Ebene nicht klappen sollte

"Wenn wir auf nationaler Ebene tätig werden müssen, werden wir es auch tun", so Faymann. Er betonte, dass die Menschen Verständnis für die Notwendigkeit zur Rettung der Banken und zur Übernahme von Staatshaftungen hätten. Mit dem gleichen Engagement müsse aber nun auch dafür gesorgt werden, dass nicht die Arbeitnehmer "die Suppe auslöffeln müssen." Die Finanzmarktaufsicht müsse gestärkt, die Spekulationen müssten zurückgedrängt werden, bekräftigte der Bundeskanzler.

Gegen Massensteuern
Faymann bekräftigte, dass eine Budgetkonsolidierung notwendig sei, die von der SPÖ vorgeschlagenen Maßnahmen der Finanztransaktionssteuer, der Bankenabgabe, der Schließung von Schlupflöchern oder der Erhöhung von vermögensbezogenen Steuern würden eine Erhöhung von Massensteuern nicht notwendig machen. Gleichzeitig betonte der Bundeskanzler aber auch, dass Österreich seine Sparpotenziale nützen müsse, um Investionen zu ermöglichen und die Sozialleistungen aufrecht zu erhalten.

Skepsis gegenüber Öko-Steuer
Skeptisch zeigte sich der SPÖ-Vorsitzende bezüglich der von der ÖVP vorgeschlagenen Öko-Steuern. Bevor Benzin so teuer werde, dass die Pendler nicht mehr zur Arbeit fahren könnten, müsse man in Forschung und Entwicklung investieren. Faymann zeigte sich überzeugt davon, dass die SPÖ in dieser Debatte an Profil gewonnen habe und auch den Koalitionspartner noch überzeugen können werde. Er verwies darauf, dass es mit Wirtschaftskammer-Präsident Leitl auch schon Zustimmung aus der ÖVP dafür gebe.

Der SPÖ-Parlamentsklub hält am Montag und Dienstag seine Klubklausur ab - im Burgenland, wo in zwei Wochen ein neuer Landtag gewählt wird. Schwerpunkte des Treffens in der St. Martins Therme in Frauenkirchen sind die Wirtschafts- und Budgetpolitik sowie das Sicherheitsthema. Letzteres wird vom SP-Landeshauptmann Niessl im Wahlkampf forciert.

(apa/red)

17.5.2010 23:20
founder, 18. 05. '10 09:29
2000 * 0,05% = 100%
Mir sind seit 2000 automatische Handeslsysteme bekannt, die auf kleinste Kursänderungen reagieren und wo die selbe Aktie mehrmals am Tag gekauft und verkauft wird.

In einer Krise können solche Systeme wie das genaue Gegenteil vom ESP = Elektronisches Stabilitäts Programm im Auto wirken, da werden solche Systeme zum Destabiliserungsprogramm.

Das heißt dies extrem oft handelnten Mikrospekulationssysteme werden schon mit 0,05% wirksam eliminiert, weil eben 2000 mal im Jahr 0,05% satte 100% ergibt.

http://politik.pege.org/2010/esp.htm

Appell an ÖVP und SPÖ
CO2 Steuer und Transaktionssteuer verwirklichen, mit einem Sockelbetrag die Sozialversicherungsabgaben Arbeitgeber und Arbeitnehmer verringern
Vasant, 17. 05. '10 11:52
SPÖ kann auch nur im Alleingang handeln, weil ...
der Koalitionspartner ÖVP die sowieso lange nicht mehr
ernst nimmt und die Wähler auch schon oft gezeigt haben,
was sie von der SPÖ halten.

Ich frag mich persönlich, wenn keiner den Faymann ernst
nimmt und der Forderungen stellt ... wie realistisch schätzt
er dann die Lage ein, diese Forderungen auch umsetzen
"zu dürfen"???

Und wenn jemand jetzt auf Finanzgenie macht, der in
Zeiten der Krise ca. 80 Millionen Euro an Steuergeldern
für hirnlose Neuwahlen verbrannt hat, dann frag ich mich
sowieso ... welche Ahnung hat die SPÖ von Wirtschaft
und Finanzen?? Obwohl man bei dieser "Neuwahl" sogar
eigentlich noch am besten abgeschnitten hat, haben die
offensichtlich auch noch die wichtigsten Ämter an die
ÖVP verschenkt bzw. unser Vertrauen mit Füssen
getreten!

So eine Partei ist unwählbar!
Dantine, 18. 05. '10 00:06
Re: SPÖ kann auch nur im Alleingang handeln, weil ...
Na klar, dass der Faymann das fordert! Es fällt ihm doch schon lnage nichts mehr vernünftiges ein!
Was glaubt er denn, warum sich die Finanzminister in der EU darum streiten? Nicht, weil sie sie nicht wollen, sondern weil sie beraten, WIE man das am Besten macht, ohne dabei selber den Schaden zu haben!
Was passiert, wenn Österreich diese Steuer im Alleingang macht? Das Geld wird aus Wien abgezogen und der Verlust ist ein wesentlich grösserer!
(Is aber der SPÖ wurscht, weil die erhöhen und erfinden dann die Steuern!)
Wenn, dann geht das nur IN DER EU, und da hat der Pröll mein Vetrauen für Österreich!
Die SP bleibt halt die SP - egal in welchem Land!