"Ich habe nichts getan": Mordprozess
gegen Lehrer geht ohne Urteil zu Ende
- Richter und Laien uneinig: Prozess wird wiederholt
- Pädagoge soll Pensionisten brutal erstochen haben

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Ohne Urteil hat der Prozess gegen einen Grazer Lehrer geendet, der sich vor einem Geschworenengericht verantworten musste. Er wurde beschuldigt, einen Pensionisten getötet zu haben. Ursprünglich wurde ein Türke für die Tat zu 20 Jahren Haft verurteilt, doch dieser beschuldigte im vergangenen Jahr den Pädagogen und beging kurz darauf Selbstmord. Der Prozess muss nun wiederholt werden.
Die Geschworenen waren offenbar den Argumenten der Staatsanwältin gefolgt, obwohl es laut Verteidiger kein "handfestes Argument" für die Schuld des Lehrers gab. Der Richtersenat war offenbar auch dieser Meinung, denn er nahm die Entscheidung (5:3 Stimmen für schuldig) der Laienrichter nicht an.
An vier Verhandlungstagen wurde der Prozess um den grausamen Mord durchgeführt. Der angeklagte Lehrer soll laut Staatsanwältin Barbara Schwarz ein "religiöser Fanatiker" der Zeugen Jehovas sein, der den Pensionisten getötet habe, weil sich dieser abfällig über seinen Glauben geäußert hat. Im ersten Verfahren wurde der Fall - von derselben Anklägerin - so dargestellt, dass das Opfer den jungen Türken sexuell belästigt habe und dieser daraufhin ausgerastet sei.
Lehrer: "Ich habe nichts getan"
"Ich habe nichts getan", beteuerte der Lehrer von Anfang an. Bei den Schlussplädoyers meinte die Staatsanwältin hingegen, es gebe "eine Fülle von Indizien." Sie sah in den Geldüberweisungen an den Türken so etwas wie ein Schuldeingeständnis.
Verteidiger Gerald Ruhri meinte dagegen, es sei "kein einziges handfestes Argument" vorhanden. Zur Überlegung der Staatsanwältin, welches Motiv der Türke gehabt haben könnte, seinen guten Freund so massiv zu belasten, meinte der Verteidiger: "Bei 20 Jahre Karlau ist es nicht die Frage, ob ich ein Motiv habe, eine Geschichte zu erfinden."
(apa/red)
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