Mittwoch, 19. Mai 2010

Tödlicher Unfall in Wien: Lenker machte Augen zu und überfuhr achtjährigen Schüler

  • Polizei: Fahrer war nicht betrunken oder übermüdet
  • Schülerlotse konnte Unglück nicht mehr verhindern

Der Unfall in Wien-Döbling, der einen achtjährigen Buben das Leben kostete, dürfte auf eine Unachtsamkeit des beteiligten Autofahrers zurückzuführen sein. Das hat zumindest eine Einvernahme des 51-jährigen Lenkers ergeben. Er könne sich an den genauen Hergang nicht erinnern, er habe kurz die Augen zugemacht. Eine Alkoholisierung oder Übermüdung des selbstständig Tätigen sei nicht vorgelegen, so ein Polizeisprecher. Auch Gesundheitsprobleme des Mannes wurden ausgeschlossen.

Obwohl ein Schülerlotse die Fahrbahn der Döblinger Hauptstraße bei der Kreuzung mit der Pyrkergasse auf einem Zebrastreifen für die Überquerung gegen 13.00 Uhr absicherte, setzte der 51-Jährige seine Fahrt mit seinem Automatik-Wagen mit unverminderter Geschwindigkeit fort. Der Wagen erfasste den achtjährigen Buben und schleuderte ihn schwer verletzt zu Boden. Die Erste Hilfe durch die Feuerwehr kam für den Schüler zu spät: Er erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Gemeinsamer Appell an Autofahrer
Unterdessen richteten die Polizei, die Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt AUVA sowie Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker und der Döblinger Bezirksvorsteher Adolf Tiller einen gemeinsamen Appell an die Autofahrer. "Im Straßenverkehr muss die vollste Konzentration dem Verkehrsgeschehen gelten und aufeinander Rücksicht genommen werden", sagten Schicker und Tiller.

"Bremsen rettet Leben"
"Überhöhte Geschwindigkeit und das Nichtbeachten von Zebrastreifen gehören zu den häufigsten Unfallursachen auf Wiens Straßen. Eine KfV-Studie belegt, dass 42 Prozent aller Lenker trotz Tempolimits aufs Gas steigen. Besonders dort, wo Geschwindigkeitsbegrenzungen schwächere Verkehrsteilnehmer schützen sollen, neigen Autofahrer zur Raserei und gefährden damit Kinder, Fußgänger und Radfahrer. "Bremsen rettet Leben", erklärten alle Beteiligten.

(apa/red)

19.5.2010 13:05
samy30, 19. 05. '10 22:59
Verantwortung übernehmen
Aufrichtiges Beileid an die Familie

Was muss noch geschehen, bis endlich mal etwas geschieht? Jeder Bezirk hat so seine Gefahren, aber nicht die Gefahren sind das Risiko, der Mensch selbst! Schülerlotse war da - Ampel hätt nichts gebracht - mit geschlossenen Augen fährt sichs super !! Es bringen die besten Gesetze nichts, wenn niemand auf den Vollzug achtet und der Mensch nicht pflichtbewusst genug ist!
30er Zone bringt nur dann etwas, wenn sich der Fahrer auch an die 30 hält, ein Zebrastreifen nur dann, wenn auch jeder Fahrer davor stehen bleibt, Schulwege nur dann sicher wenn sich Fahrer selbst IHRER Verantwortung bewusst werden. Präsenz der Polizei bringt leider nichts - Mehr Strafen - mehr Umdenken der Fahrer! - Geld tut den Mensch in der Zeit leider mehr weh als alles andere!!
Fakt, 19. 05. '10 21:20
Verantwortliche
Der Herr Bezirksvorsteher ist lange genug in seiner Position um seinen Bezirk zu kennen.
Wer mit offenen Augen durch die Strassen geht, dem müssten solche Gefahrenstellen auffallen. Noch dazu, wo die Unfallstelle nur eine Strassenbahnhaltestelle von seinem
Büro entfernt ist. Aber viele Politikerherrschaften sind zu abgehoben um sich um solche Kleinigkeiten zu kümmern.
Eine Stellungnahme wäre angebracht.
Wien_1190, 20. 05. '10 07:47
Re: Verantwortliche
Das is doch lächerlich - ein Bezirksvorsteher hat mit der Verkehrssicherheit in seinem Bezirk fast nichts zu tun!

Wenn man Leute zur Rechenschaft ziehn will/muss - dann sollten das eher der Fahrer und der Schülerlotse sein!
Maika, 19. 05. '10 13:13
Mein Beileid...
...gilt den Eltern und der Familie des Kindes!
Natürlich passieren immer wieder Unfälle, ABER
Zebrastreifen und Schülerlotse und eine Uhrzeit wo Schüler
normalerweise auf dem Heimweg sind, ICH FASSE ES NICHT!!!! Alkohol und Gesundheitsprobleme wurden ausgeschlossen, der Mann muß total unkonzentriert und leichtsinnig gefahren sein.
Wien_1190, 19. 05. '10 13:58
Re: Mein Beileid...
Nunja - wenn man Beruflich viel mit dem Auto unterwegs ist - bekommt man die Geschwindigkeit nichtmehr "so" mit - außerdem mit einem Mecedes - egal ob c,e,slk oder sonst was - wenn man nicht gerade Hochtourig fährt spürt man den unterschied zwischen 30 und 80 nichteinmal - Leider! Aber das ist noch immer keine Ausrede/Grund ein Kind zu überfahren!
Freak40, 19. 05. '10 00:42
soso
wie es aussieht kein Einheimischer hinter dem Mercedes PS Boliden,echt typisch,Gas geben,Hirn ausschalten
Frustriert, 19. 05. '10 01:32
Re: soso
Und wie wäre es mit ein wenig Mitgefühl mit den betroffenen Eltern statt hirnloser Kommentare?
Wien_1190, 19. 05. '10 07:52
Re: soso
post Skriptum: Es ist tragisch soetwas aus seinem Bezirk zu erfahren, nur Unfälle passieren immer und überall - dem kann nicht entgangen werden

Trotzdem mein Beileid