Schluss mit EU-Tricks
- Markus R. Leeb über die selbst gestellten Fallen
- Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?
Die Bilanzbetrügereien der Griechen werden seit Wochen zitiert, wenn es um die Krise des Euro geht. Ich ärgere mich ja noch viel mehr über die EU, die in ihren Regeln ganz legale Tricksereien zulässt und damit geradezu salonfähig macht.
In erster Linie missfallen mir die Maastricht-Kriterien. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt, 1992 von den damaligen EG-Mitgliedsstaaten in Maastricht unterzeichnet, legte Kriterien fest, die Staaten zu erfüllen haben, um den Euro einführen zu dürfen. Es geht vor allem darum, wie sehr sich die Staaten verschulden dürfen. Und jetzt kommt es: Ein Staat kann Schulden auch auslagern, wie Österreich bei ÖBB und Asfinag. Die ÖBB halten bei rund 17 Milliarden Euro Schulden, die Asfinag bei ca. 12 Milliarden Euro. Das sind Infrastrukturkosten der Republik, nur ausgelagert. Haben Sie schon versucht, Ihre Schulden auszulagern? Wer außer Banken kann Schulden auslagern? Für mich ist das eine Trickserei. Es gibt Studien, wonach die Verschuldung der Euro-Länder um 400 Prozent steigen würde, berechnete man all diese ausgelagerten Staatsschulden mit ein. Ja und? Wir müssen ohnehin die Zinsen dafür zahlen. Also können sie auch in der Bilanz sein. Es wäre ehrlich und für uns alle transparent. Bleiben die Tricksereien legal, sehe ich den Euro weiter in Gefahr.
Markus R. Leeb
leeb.markus@news.at
